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Aus dem Landkreis Mit moderner Technik gegen Energiekosten
Celler Land Aus dem Landkreis Mit moderner Technik gegen Energiekosten
11:53 05.05.2019
Von Oliver Gatz
In Unterrichts-Containern wird besonders viel Energie verbraucht. Quelle: Oliver Knoblich (Archiv)
Celle

Ob Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach oder die Installation von Blockheizkraftwerken: Die Verwaltung verfolgt das Ziel, Energie zunehmend selber zu produzieren und zu nutzen. Das sorgt dafür, das weniger teurer Strom eingekauft werden muss. Das geht aus dem Energiebericht 2017 hervor, der am Dienstag im Ausschuss für Gebäudewirtschaft vorgestellt wurde.

Weniger Strom eingekauft

Da noch keine abschließenden Zahlen für das vergangene Jahr vorliegen, musste sich die Politik mit Daten aus 2017 begnügen. Demzufolge mussten rund vier Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom eingekauft werden. Im Jahr 2016 waren es noch gut 500.000 kWh mehr. Dadurch sanken die Einkaufskosten trotz steigender Preise um 8,7 Prozent auf rund 931.000 Euro.

Blockheizkraftwerk Lachendorf läuft im Vollbetrieb

Wie Carsten Winkler, Leiter der Abteilung kreiseigener Hochbau, ausführte, wurden zum Beispiel die Photovoltaik-Anlage in Altenhagen von Volleinspeisung auf Eigenverbrauch umgestellt und Blockheizkraftwerke (BHKW) in der Oberschule Bergen und am Hermann-Billung-Gymnasium in Celle in Betrieb genommen. Das BHKW in der Oberschule Lachendorf läuft jetzt im Vollbetrieb.

Heizenergie kostet Kreis über eine Million Euro

Der Einkauf von Heizenergie ging um 13,5 Prozent zurück. Durch den Wegfall der abgebrannten Sporthalle an der Burgstraße mussten rund 3000 Quadratmeter Fläche weniger beheizt werden. Auf der anderen Seite gab es ein Plus von etwa 2200 Quadratmetern durch Erweiterungen an der BBS III und an der Oberschule Winsen. Bei den Kosten gab es unterm Strich angesichts deutlicher Preissteigerungen nur ein Minus von 1,4 Prozent. Am Ende waren es 1,18 Millionen Euro.

Ein leichtes Minus gab es 2017 auch beim Wasserverbrauch. Dadurch zahlte der Kreis 4,5 Prozent weniger für Trinkwasser. Am Ende standen 53.670 Euro auf der Rechnung. Für Abwasser fielen 88.017 Euro an nach 92.534 Euro im Vorjahr. „Die Schwankungen bewegen sich im normalen Bereich“, sagte Winkler.

Ganztagsbetrieb macht sich bemerkbar

Unter schwierigen Bedingungen ist die Verwaltung bemüht, die Energiekosten nicht ausufern zu lassen. „Seit 2004 haben wir eine Zunahme der Flächen, die beheizt werden müssen“, erläuterte Winkler. Außerdem mache sich der Ganztagsbetrieb an den Schulen bemerkbar. Werden die Räume bei Kälte länger genutzt, muss mehr geheizt werden.

Container energetisch eine Katastrophe

Besonders problematisch sind mobile Raumzellen, auch „Container“ genannt, die an etliche Schulen errichtet wurden. „Die Dinger sind energetisch eine Katastrophe“, sagte Winkler. Auch ungedämmte Gebäude wie die KfZ-Hallen der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Hambühren und der Kreisstraßenmeisterei in Lachendorf verursachen hohe Heizkosten.

Moderne LED-Lampen an Schulen installiert

Der Landkreis versucht gegenzusteuern – etwa durch eine Änderung der Heizungssteuerung oder den Einbau von Blockheizkraftwerken. Diese liefern eigenen Strom, verursachen aber einen höheren Gasverbrauch. Um darüber hinaus Stromkosten zu sparen, erneuert die Verwaltung nach und nach die Beleuchtung ihrer Gebäude und installiert moderne LED-Lampen - etwa im Schulzentrum Burgstraße, im Hermann-Billung-Gymnasium oder in der BBS II.

"Schüler können auch Energie sparen"

Einige erzielte Einsparungen, die der Energiebericht aufführt, nannte Annegret Pfützner „bemerkenswert“. Die Grünen-Politikerin regte darüber hinaus an, Schüler verstärkt für den sparsamen Energieverbrauch – etwa bei der Nutzung von Computern – zu sensibilisieren. „An den Schulen kann eine ganze Menge getan werden durch die Änderung des Verbrauchsverhaltens“, sagte sie. Pfützner sprach sich zudem für den Ausbau erneuerbarer Energien wie Solarthermie und Photovoltaik aus.

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