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Aus dem Landkreis "Enorm, was Reflektoren bringen"
Celler Land Aus dem Landkreis "Enorm, was Reflektoren bringen"
16:56 06.12.2018
Von Carsten Richter
Verfechter der blauen Reflektoren: Heinz Schümer, Karl-Heinz Kroll, Hans Knoop und Thorsten Wallheinke können die positive Wirkung belegen. Quelle: David Borghoff
Celle

Helfen sie oder helfen sie nicht? Göttinger Forscher hatten den Nutzen der blauen Reflektoren, die an Leitpfosten angebracht sind und vor Wildunfällen schützen sollen, in Frage gestellt. Die Polizei Celle und die Kreisjägerschaft wollen das Ergebnis der Wissenschaftler, sie seien zwecklos, aber nicht einfach so stehen lassen. Sie sind überzeugt, dass die Reflektoren zur Reduzierung von Unfällen beitragen, und können dies auch mit Zahlen belegen. Deshalb wollen sie das Projekt ausweiten. Das heißt: noch mehr Rückstrahler installieren, weitere Vorher-Nachher-Vergleiche anstellen, um ihre Wirkung zu belegen – und dafür sorgen, dass die Kosten künftig von den Straßenbaubehörden übernommen werden.

Jeder vierte Unfall ist ein Wildunfall

Kollisionen mit Wild seien die Unfallursache Nummer eins, sagt Thorsten Wallheinke vom Sachgebiet Verkehr der Polizeiinspektion Celle. "Jeder vierte Verkehrsunfall ist ein Wildunfall." 880 Wildunfälle hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen im Kreisgebiet gegeben. Für 2018 sehe der Trend ähnlich aus.

Die hohen Zahlen finden Polizei und Jägerschaft alarmierend. Einer, der sich seit Jahren um die Anbringung von Reflektoren kümmert, ist Heinz Schümer. In mühevoller Arbeit hat der Jäger aus Hohnebostel dokumentiert, wie sich die Strahler auf die Unfallzahlen auswirken. 2011 wurden sie erstmals angebracht. Allein an der Kreisstraße 24 zwischen Hassel und Sülze sind die Wildunfälle seitdem um mindestens 40 Prozent zurückgegangen, im Zeitraum 2011 bis 2012 gab es gar keinen Unfall auf diesem Abschnitt. "Wenn es auch nur einen Unfall weniger gibt, haben wir etwas erreicht", sagt Schümer. Auf anderen Kreisstraßen sowie an der Bundesstraße 214 im Bereich Eicklingen/Bröckel seien die Rückgänge ähnlich.

Unfälle trotzdem nie ganz vermeidbar

"Es ist enorm, was die Reflektoren bringen", sagt Karl-Heinz Kroll, ehemaliger Verkehrssicherheitsberater der Celler Polizei – auch wenn allen klar ist, dass sich Wildunfälle nie ganz vermeiden lassen werden. Beispiel 2016: Vor zwei Jahren war die Zahl der Unfälle um knapp 200 im Vergleich zum Vorjahr auf 1044 angestiegen, im vergangenen Jahr aber wieder um fast dieselbe Zahl gesunken. "Die steigenden Zahlen müssen andere Ursachen haben", sagt Kroll. "Wenn zum Beispiel Maisfelder zu dicht an einer Straße stehen, wirken die Reflektoren nicht."

Davon abgesehen, ist auch Celles Kreisjägermeister Hans Knoop vom Erfolg der Wildwarner überzeugt. "Bei Kreisstraßen sind wir schon weit. Wir werden dafür kämpfen, dass es auch auf Landes- und Bundesstraßen mehr Reflektoren gibt", so Knoop.

Land soll für Kosten aufkommen

Gisela Schütt von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bestätigt auf CZ-Anfrage, dass die Jägerschaften die Kosten für die Strahler tragen. Das wollen die Befürworter der Reflektoren ändern und dafür auf das Land zugehen. Schütt erklärt, dass durch die Reflektoren "in der Praxis teilweise durchaus Wirkungen festgestellt" werden konnten. "Hier besteht aber weiterer Forschungsbedarf."

Die Göttinger Forscher hatten den Nutzen der Reflektoren auf 150 Teststrecken untersucht. Mit dem Ergebnis, sie seien wirkungslos. Das Thema bleibt also umstritten. Da liegt es an jedem Autofahrer selbst, gerade in waldreichen Gebieten seine Fahrweise anzupassen. "Wild wechselt selten allein die Straße", sagt Knoop. Bei einem Wildwechsel sollten Fahrer also auf Nachzügler gefasst sein.

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