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Aus dem Landkreis Enttäuschende Debatte im Kreisschulausschuss
Celler Land Aus dem Landkreis Enttäuschende Debatte im Kreisschulausschuss
13:56 13.06.2010
Von Simon Ziegler
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Landkreis Celle

Was war passiert? Die SPD hatte beantragt, über die künftige Struktur der Haupt- und Realschulen nur zu beraten, aber noch nicht abzustimmen. Erster Kreisrat Matthias Krüger verwies darauf, dass dieses Vorgehen rechtlich wohl unzulässig sei. Schließlich einigte man sich in kleiner Runde darauf, dass die Fraktionen lediglich ihre Standpunkte vortragen, ohne eine Diskussion zuzulassen. Entgegen der Absprache entwickelte sich dann doch eine echte Debatte, was der Brisanz des Themas angemessen war.

Warum sich die Politik mit solchen Formalien aufhielt, war den rund 60 Besuchern indes wohl kaum verständlich, zumal der Ausschuss ohnehin nur empfiehlt und keine endgültigen Entscheidungen trifft. Konkret stand die Aussprache zur Vorlage der Kreis-Verwaltung an, die aufgrund der geringen Anmeldungen dafür plädiert, die Hauptschulen in Faßberg und Unterlüß zu schließen. Doch die Politik hat andere Pläne. Für die CDU bekräftigte Sabine Rudnick den Vorschlag, wonach für Hermannsburg, Faßberg und Unterlüß ein gemeinsamer Schulbezirk gebildet werden soll. Der Plan läuft auf einen Zwei-Jahres-Wettbewerb zwischen den Einrichtungen in Hermannsburg und Unterlüß hinaus, Faßberg soll geschlossen werden. „Man kann nicht sagen, dass Faßberg noch eine Hauptschule ist, die funktioniert“, sagte Rudnick mit Blick auf eine Kombi-Klasse aus drei Jahrgängen.

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Annette von Pogrell (SPD) kritisierte, dass der Landkreis Celle ohne die Stadt Celle plane. Die Schulstruktur in der Allerstadt habe aber Auswirkungen auf die Fläche. „Das eine geht nicht ohne das andere“, sagte sie. Zudem übte sie Kritik am Zeitplan. „Uns geht das alles zu schnell.“ Der Ausschuss-Vorsitzende Rolf Meyer (SPD) warf der Mehrheitsfraktion vor, nur kurzfristig von „heute auf morgen zu entscheiden“. Meyer: „Sie wollen sich über die nächste Kommunalwahl retten.“

Georgia Langhans (Grüne) kritisierte, dass Schulentwicklung über einen Zeitraum von 20 Jahren ohne ein alternatives Schulsystem angeboten werde. Aus Sicht der Grünen sollen die beiden Hauptschulen in Faßberg und Unterlüß nicht geschlossen werden. Charles M. Sievers (FDP) bezeichnete diese Aussagen als populistisch. „SPD und Grüne haben keinen Mut, Entscheidungen zu treffen“, sagte Sievers, der Werbung für das FDP-Papier „Schule 2015“ und die Schaffung „von drei oder vier größeren Schuleinheiten“ im Kreis machte.

Insgesamt blieb die Schuldebatte am Mittwoch ziemlich abstrakt. Eine Tendenz, wie es für die betroffenen Hauptschulen im Nordkreis weitergeht, war zu keinem Zeitpunkt der Debatte erkennbar. Bevor der Kreistag am 9. März eine Entscheidung trifft, wird der Schulausschuss am 4. März nochmals tagen. Dann wird sich die Politik wohl auch für eine richtungsweisende Empfehlung durchringen.