Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Aus dem Landkreis Bei unklarem Notruf kommt kein Rettungswagen
Celler Land Aus dem Landkreis Bei unklarem Notruf kommt kein Rettungswagen
18:03 17.12.2018
Von Christopher Menge
Torsten Hildebrandt erwartet im Notfall schnelle Hilfe. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Vor etwa zwei Jahren erkrankte Torsten Hildebrandt aus Weesen an einer doppelseitigen Lungenentzündung. Seitdem ist er von einer künstlichen Versorgung mit Sauerstoff abhängig. Der 50-jährige Familienvater hat sich ein Hausnotrufgerät zugelegt, damit schnell Hilfe kommt, wenn die Luft trotzdem wegbleibt. Doch die Diakonie Südheide hat nun den Leistungsumfang geändert. Auf Weisung des Landkreises Celle rückt bei einem Notruf ohne Sprechkontakt und Nichterreichbarkeit der Bezugspersonen kein Rettungswagen mehr aus.

Hausnotruf-Hintergrunddienst fährt zu Patienten

Nicole Persuhn, Leiterin des Haunotrufs bei der Diakonie Südheide, kann den Schritt des Landkreises verstehen. "Bei uns ist es jetzt so wie bei jedem anderen Hausnotruf in Deutschland", sagt Persuhn. Nämlich: Es gibt einen Hausnotruf-Hintergrunddienst, der in solchen Fällen zu den Patienten fährt. Die Diakonie Südheide kooperiert daher mit dem Deutschen Roten Kreuz, hat in einem Schreiben an die Kunden aber auch Pflegedienste aus der näheren Umgebung angegeben.

"Ich habe daraufhin beim Krankenpflegeverein Hermannsburg und der Sozial- und Diakoniestation Bergen angerufen", berichtet Hildebrandt. "Beide haben gesagt, dass die Pflegerinnen nach etwa 45 bis 60 Minuten bei mir eintreffen würden." Er fürchtet folgendes Szenario: Notruf, die Zentrale versucht erfolglos, eine Bezugsperson zu erreichen (etwa zehn Minuten), der Hintergrunddienst kommt (45 bis 60 Minuten), ein Rettungswagen wird alarmiert und kommt zum Notfallort (bis zu 15 Minuten). Dann kann es zu spät sein.

Mit Diakonie Südheide Lösung gefunden

Hildebrandt geht es in erster Linie aber nicht um seine Person. "Für mich ist das kein Problem, alles zu organisieren", sagt der 50-Jährige. Gemeinsam mit der Diakonie Südheide hat er inzwischen eine Lösung gefunden, dass im Notfall schnell Hilfe kommt. "Aber was machen die ganzen alten Leute?", fragt Hildebrandt. Viele seien mit dem Schreiben kurz vor Weihnachten überfordert.

Viele Fehlfahrten in der Vergangenheit

"In der Vergangenheit war es bei Servicedienstleistern für Hausnotrufe öfter Praxis, dass der Rettungsdienst alarmiert wurde, wenn ein Kunde nicht erreichbar war, nachdem der Notruf gedrückt wurde", erklärt Landkreis-Pressesprecher Tore Harmening. "Dies hat dazu geführt, dass es zahlreiche Fehlalarme auf Kosten des Rettungsdienstes gegeben hat, denn oft werden die Knöpfe nur versehentlich gedrückt." Neben den Kosten sei entscheidend, dass ein Rettungswagen bei einer Fehlfahrt an anderer Stelle für einen Notfall nicht mehr zur Verfügung stehe.

"Es gab keinen Hausnotruf-Fall ohne Sprechkontakt, bei dem ein Rettungswagen tatsächlich benötigt wurde", ergänzt Persuhn.

Der Landkreis Celle hat in finanzieller Sicht ein gutes Jahr hingelegt, doch wie viel dürfen die Kommunen vom Kuchen abhaben?

Christopher Menge 13.12.2018

Forscher zweifeln, doch Zahlen aus dem Kreis Celle belegen: Reflektoren helfen gegen Wildunfälle. Jäger und Polizei wollen das Projekt ausweiten

Carsten Richter 06.12.2018

Guido Busche ist neuer Dechant für den Bereich des katholischen Dekanats Celle. Er folgt auf Andreas Tenerowicz, der das Amt zehn Jahre bekleidete.

04.12.2018