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Aus dem Landkreis Hermannsburg und Unterlüß bereit für Wettbewerb
Celler Land Aus dem Landkreis Hermannsburg und Unterlüß bereit für Wettbewerb
13:33 13.06.2010
Von Simon Ziegler
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Landkreis Celle

Der Unterlüßer Bürgermeister Kurt Wilks hat die Vorschläge als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet. „Gegen eine Wettbewerbsöffnung verschließen wir uns nicht“, sagte Wilks. Zwar seien ihm noch keine Einzelheiten bekannt, dennoch sei die Einrichtung in Unterlüß bereit für den Wettbewerb, so der Bürgermeister der 3800-Einwohner-Gemeinde. Wilks hob die enge Kooperation der Schule mit Rheinmetall hervor. „Mit unserer Berufsorientierung gehen wir auf den Markt“, so Wilks gegenüber der CZ.

Vor dem heute ab 14.30 Uhr in der Realschule Westercelle tagenden Kreisschulausschuss hatte die CDU den Vorschlag unterbreitet, dass die beiden Hauptschulen in Hermannsburg und Unterlüß über zwei Jahre lang um die bessere Schule konkurrieren sollen. Die Hauptschule in Faßberg steht dagegen endgültig vor dem Aus. Joachim Müller, CDU-Fraktionschef im Kreistag, bekräftigte gestern erneut, dass die beiden Parteien gegen Faßberg stimmen wollen. Die FDP trägt das Konstrukt mit.

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Dagegen hatte die Kreis-Verwaltung Pläne favorisiert, die Schulen in Faßberg und Unterlüß zu schließen und die Hauptschüler zentral in Hermannsburg zu unterrichten. Am Hauptschulzweig in Unterlüß werden derzeit etwa 90 Kinder und Jugendliche unterrichtet, in Faßberg sind es nur rund 50. Die Entscheidung liegt bei den Abgeordneten des Kreistages.

Axel Flader, Bürgermeister der Gemeinde Hermannsburg, bezeichnete die Pläne gestern als „hochinteressant“. „Warum soll man nicht auch an dieser Stelle mehr Wettbewerb reinbringen“, sagte er der CZ. Die Entscheidung für eine der beiden Hauptschulen liege jetzt bei den Eltern. Am Ende der Übergangsphase könne man sehen, welche Schule sich durchsetzt, so Flader. „Wir glauben, dass wir in Hermannsburg mit der organisatorischen Zusammenlegung von Haupt- und Realschule, der geografischen Lage als zentralem Schulstandort im Nordkreis und der Qualität der Schule bestehen werden. Ich finde, diese Art des Wettbewerbs um das bessere Angebot ist fair“, sagte Flader. Am Montag hatte sich auch Celles Landrat Klaus Wiswe für den Wettbewerb ausgesprochen.

Ärger in Faßberg: Der Faßberger Bürgermeister Hans-Werner Schlitte kritisierte die Pläne scharf. „Es macht mich sehr ärgerlich, was vor dem Schulausschuss alles kursiert“, sagte Schlitte, der vor den Konsequenzen für seine Gemeinde warnte. „Wenn es keine Hauptschule mehr gibt, ziehen Soldaten nicht mehr hierher“, sagte Schlitte, da potenzielle Neubürger genau auf die Infrastruktur schauten. Die Region habe dann schlechte Karten, so Schlitte.