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Aus dem Landkreis So wird die Anleinpflicht kontrolliert
Celler Land Aus dem Landkreis So wird die Anleinpflicht kontrolliert
06:00 05.04.2019
Von Carsten Richter
So ist es vorbildlich: Nicht alle Hundehalter aber führen ihre Vierbeiner in der Brut- und Setzzeit an der Leine. 
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Celle

Seit Anfang dieser Woche heißt es wieder: Hunde an die Leine. Wegen der Brut- und Setzzeit gilt für die Vierbeiner in Niedersachsen vom 1. April bis zum 15. Juli die Anleinpflicht. Damit sollen Tiere, die bereits Nachwuchs bekommen haben oder diesen in den nächsten Wochen erwarten, geschützt werden. Um wildlebende Tiere und ihren Jungen nicht zu stören, müssen Hunde in dieser Zeit zum Gassigehen in freier Landschaft angeleint werden. Die Pflicht zum Anleinen besteht, aber kontrollieren die zuständigen Kommunen auch tatsächlich, ob sich Hundebesitzer daran halten?

Zunächst gibt es Ermahnung

"Wir kontrollieren nicht aktiv, reagieren aber auf Beschwerden", sagt Thorsten Bock von der Gemeinde Winsen auf CZ-Anfrage. Jährlich würden sich etwa drei bis fünf Menschen beschweren, dass die Anleinpflicht auf dem Gemeindegebiet nicht eingehalten werde, so Bock. Stellt die Verwaltung erstmalig einen Verstoß fest, gebe es zunächst eine Ermahnung. Bei einer wiederholten Nichteinhaltung würde ein Bußgeld von 25 Euro verhängt.

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"Brave Hundehalter" beschweren sich

Die Stadt Bergen geht mit Verstößen ähnlich um. "Es gibt keine offiziellen Kontrollen. Wenn uns Mitteilungen über Verstöße erreichen, werden diese verfolgt", sagt Ordnungsamtsleiter Frank Heins. Im vergangenen Jahr habe es einen Verstoß gegeben, in dem der Hundehalter aber nicht habe ermittelt werden können. Beschweren würden sich "brave Hundehalter", die ihre Lieblinge an die Leine nähmen, erläutert Heins.

Bußgeld etwa einmal im Jahr

Auf Beschwerden reagiert auch die Samtgemeinde Flotwedel. "Bei einem Verstoß gibt es zuerst eine Anhörung und danach ein Aufklärungsgespräch, daraufhin je nach Schwere des Begehens eine Geldstrafe von etwa 20 Euro", sagt Hans-Hermann Schulz, stellvertretender Verwaltungschef. Etwa einmal im Jahr verhängt die Samtgemeinde, die ebenfalls nicht aktiv kontrolliert, ein Bußgeld.

Hunde brauchen Auslauf. Aber nicht überall gibt es genug freie Flächen.  Quelle: Sebastian Gollnow

Bei Bissen Kreisveterinär einschalten

Auf Nichteinhaltung der Leinenpflicht reagiert die Gemeinde Hambühren mit einer Anhörung. Es werde daraufhin individuell entschieden, wie der Verstoß geahndet wird, heißt es aus dem Rathaus. Bei schweren Fällen, zum Beispiel wenn jemand gebissen wird, werde das Kreisveterinäramt informiert.

Erschießen nur als Ultima Ratio

Wildernde Hunde zu erschießen, dürfte "nur die allerletzte Lösung" sein, sagt Heinrich Matthies, stellvertretender Vorsitzender der Celler Kreisjägerschaft, auch wenn das Jagd- und Tierschutzgesetz dies den Jägern erlaube. " Das wird eigentlich seit 20 bis 25 Jahren nicht mehr gemacht", sagt Matthies. Stattdessen werde versucht, den jeweiligen Hundehalter ausfindig zu machen.

Andere Regelungen

Die 16 Bundesländer gehen mit dem Anleinen von Hunden unterschiedlich um. Während es zum Beispiel in Berlin eine strenge ganzjährige Anleinpflicht gibt, gilt diese in Hessen nur an allen öffentlichen Orten. In anderen Bundesländern, darunter in Sachsen und Thüringen, gibt es hingegen gar keine Leinenpflicht; allerdings bestehen hier in manchen Städten und Gemeinden Sonderregelungen.

Auslaufflächen werden rar

In Niedersachsen, das neben Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland eine Anleinpflicht während der Brut- und Setzzeit eingeführt hat, können die Kommunen spezielle Hundeauslaufflächen einrichten. In der Stadt Celle zum Beispiel werden diese Flächen jedoch rar. So ist die Untere Allerniederung südwestlich von Klein Hehlen bereits seit 2015 als Naturschutzgebiet ausgewiesen – Hunde müssen dort an der Leine geführt werden. Wie berichtet, stößt das bei einigen Hundehaltern auf Unverständnis.

Jürgen Poestges 04.04.2019
Carsten Richter 04.04.2019
03.04.2019