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Aus dem Landkreis Aktenzeichen XY: Neue Hinweise im Fall Mandy
Celler Land Aus dem Landkreis Aktenzeichen XY: Neue Hinweise im Fall Mandy
18:49 25.04.2019
Von Christopher Menge
Mandy Müller ist im Jahr 2008 in Celle verschwunden. Quelle: Veranstalter
Celle

Nach der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ vom Mittwoch zum Fall der vor elf Jahren in Celle verschwundenen Mandy Müller aus Nienburg hat die Polizei zahlreiche neue Hinweise erhalten. „Wir haben sowohl über die Telefonleitungen in der Sendung als auch über das Internet zahlreiche Hinweise erhalten“, sagte Axel Bergmann, Pressesprecher der zuständigen Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg am Donnerstag. Ob unter den Hinweisen eine heiße Spur sei, wollte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen.

Staatsanwaltschaft geht von Tötungsdelikt aus

Die damals 18-Jährige war am 13. September 2008 mit ihrem Partner von Nienburg nach Celle gefahren. Dort wollten die beiden ihr Haus renovieren und einrichten, doch verschwand die junge Frau in der Nacht zum 14. September spurlos. Ihr Handy konnte zuletzt noch gut 8,5 Kilometer vom Wohnhaus entfernt in Adelheidsdorf geortet werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Mandy Müller getötet wurde. In der Sendung hatten die Ermittler den Fall vorgestellt und sich mit gezielten Fragen an die Zuschauer gewendet. Schon vor einigen Jahren sollte bei Aktenzeichen XY über den Fall berichtet werden, doch die Eltern von Mandy Müller erhielten schließlich eine Absage.

Mit Freund nach Celle gefahren

Rückblick: Am Samstag, 13. September 2008, fuhren Mandy Müller und ihr damaliger Freund mit dem Pkw von Nienburg nach Celle. In der Birkenstraße hatten seine Eltern dem jungen Paar ein Einfamilienhaus überlassen, welches die beiden gerade renovierten und einrichteten. Die ersten Möbelstücke waren bereits gekauft. Für den Sonntagvormittag hatte Mandy zusammen mit ihren Eltern einen Umzug in das neue Haus in Celle geplant. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da Mandy in der Nacht zum 14. September bis heute spurlos verschwand.

Handy im Bereich Adelheidsdorf eingeloggt

In den frühen Morgenstunden war ihr Mobiltelefon noch im Bereich der Gemeinde Adelheidsdorf eingeloggt. Dieser Ort liegt etwa 8,5 km von dem Wohnhaus in Celle entfernt. Das ist die letzte Spur von Mandy. Seit diesem Zeitpunkt fragt sich die Familie von Mandy, was in dieser Nacht passiert ist. Aufgrund der Gesamtumstände gehen die Staatsanwaltschaft und die Beamten der Mordkommission davon aus, dass Mandy Müller Opfer eines Tötungsdeliktes geworden ist. Wie erst aufgrund einer CZ-Recherche im Jahr 2016 herauskam, suchte die Polizei im Jahr 2010 in einem Waldstück in Adelheidsdorf nach Mandys Leiche.

Polizei wendet sich an Bevölkerung

Polizei und Staatsanwaltschaft wenden sich mit folgenden konkreten Fragen an die Bevölkerung:

Wer hatte am Wochenende 13./14.September 2008 telefonisch oder persönlich Kontakt zu Mandy Müller?

Wer kennt Personen, die an dem besagten Wochenende telefonisch oder persönlich Kontakt zu Mandy Müller hatten?

Wer kann Angaben zum Tagesablauf von Mandy Müller an diesem Wochenende machen?

Wer hat sich an diesem Wochenende 13./14. September 2008 – oder an den Tagen davor beziehungsweise danach – im Bereich der Birkenstraße 39 in 29225 Celle aufgehalten? Welche Beobachtungen haben Sie dort gemacht?

Kennen Sie Personen, die im Sommer/Herbst 2008 Renovierungsarbeiten in dem Wohnhaus Birkenstraße 39, 29225 Celle durchgeführt haben oder sind Sie selbst dort tätig gewesen?

Sind Ihnen in der Nacht vom 13. auf den 14. September 2008 oder in den frühen Morgenstunden des 14. September 2008 in Adelheidsdorf Personen und/oder Fahrzeuge aufgefallen?

Wissen Sie von Personen, die Anrufe im Namen von Mandy Müller getätigt haben?

Persönliche Gegenstände von Mandy Müller verschwunden (Bilder in der Galerie)

Darüber hinaus bitten die Ermittler, sich mit allen Informationen, die die Person Mandy Müller betreffen könnten, an die Polizei zu wenden. Das gilt insbesondere auch dann, wenn die Informationen auf den ersten Blick möglicherweise unbedeutend erscheinen. Mit Mandy sind auch ihre persönlichen Gegenstände, die sie mit nach Celle genommen hatte, verschwunden. Dazu fragen die Ermittler konkret, wer Angaben zum Verbleib der folgenden Gegenstände machen kann: eine schwarze Reisetasche der Marke "Check-in", eine grüne Reisetasche der Marke "United Colors of Benetton", diese stammt aus dem damaligen Rabattprogramm der Firma "Esso", eine Handtasche der Marke "Louis Vuitton", zwei goldene Ohrringe, Creolen, ein silberfarbenes Mobiltelefon der Marke "Nokia", Modell 6500s.

Im Jahr 2008 verschwand die 18-jährige Mandy Müller in Celle. Nun kommt der Fall zu Aktenzeichen XY. Eine Belohnung ist ausgesetzt.

Mandy Müller hatte lange schwarze Haare und Sommersprossen

Die etwa 1,60 Zentimeter große und schlanke Mandy Müller hatte lange schwarze, gelockte Haare und auffällig viele Sommersprossen. Zur Bekleidung zum Zeitpunkt ihres Verschwindens können keine Angaben gemacht werden.

Zeugen können anonym Hinweise geben

Die Polizei setzt auf die internetbasierte Plattform BKMS (Business Keeper Monitoring System). Unter dem Link https://bkms-system.net/mandymüller bietet das System die Möglichkeit, den Sachverhalt und die Fragen nachzulesen und dann unkompliziert und anonym Hinweise zu geben. Der Absender ist nicht identifizierbar und der Inhalt durch weitere Sicherheitssoftware geschützt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es Zeugen gibt, die Angaben zum Schicksal von Mandy Müller machen können, die aber bislang ihr Wissen nicht offenbart haben. Im Jahr 2016 wurde über den Fall schon bei Sat. 1 berichtet. Das Rätsel um Mandys Verschwinden konnte aber nicht gelöst werden.

Eltern gehen durch die Hölle

"Es wird von Tag zu Tag schlimmer", sagt Sabine Müller, Mandys Mutter. "Ich hoffe, dass der Fall endlich aufgeklärt wird. Den aktuellen Aktenstand der Polizei kennen wir nicht." Die Familie hat in den vergangenen Jahren allerhand unternommen, um das Rätsel um Mandys Verschwinden zu lösen.

Belohnung ausgesetzt

Für sachdienliche Hinweise, die maßgeblich zur Aufklärung des Sachverhalts oder zum Auffinden der Leiche der Mandy Müller beitragen, hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg – Zweigstelle Celle – eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Sachdienliche Hinweise nehmen alle Polizeidienststellen, insbesondere die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg entgegen. Von privater Seite sind weitere 15.000 Euro ausgelobt.

Was wir über den Fall wissen

Vor über zehn Jahren: Die damals 18-jährige Mandy Müller fährt am 13. September 2008 mit ihrem damaligen Freund von ihrem Wohnort Nienburg nach Celle.

Letztes Lebenszeichen: Um 20.18 Uhr telefoniert sie das letzte Mal mit ihrer Mutter.

Boden aufgestemmt: Im Oktober 2009 durchsucht die Polizei das Haus des ehemaligen Freundes an der Birkenstraße in Celle, sogar der Betonboden des Kellers wird aufgerissen. Gefunden wird nichts.

Letzte Handyortung: Im Februar und April 2010 durchsucht die Polizei ein Waldstück zwischen Wittekop und Adelheidsdorf. Bekannt wird das allerdings erst bei einer CZ-Recherche im Jahr 2016. Die Staatsanwaltschaft Celle bestätigt dabei auch, dass die Handys von Mandy und von ihrem damaligen Freund letztmalig im Antennenbereich Adelheidsdorf geortet wurden. Von hier wurde am 14. September 2008 um 3.27 Uhr die letzte SMS von Mandys Handy verschickt.

Grab geöffnet: Am 12. September 2017 öffnet die Polizei ein Grab in Fummelse/Wolfenbüttel. Dort ist der Großvater des damaligen Freundes bestattet. Er wurde 2009 von einem Celler Friedhof umgebettet. Die Polizei findet weder Mandys Leiche noch neue Spuren.

Garage durchsucht: Am 19. und 20. September 2017 öffnet die Polizei den Betonboden der Garage auf dem Grundstück an der Celler Birkenstraße. Gefunden wird nichts.

Was wir über den Fall nicht wissen

Ex-Freund im Visier: Unklar ist, ob der damalige Freund etwas mit dem Verschwinden zu tun hat. Er bestreitet das. 2011 wurden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Inzwischen hat die Mordkommission Mandy ihre Arbeit wieder aufgenommen. Die Suchaktionen in Wolfenbüttel und Celle lassen darauf schließen, dass der Ex-Freund wieder im Visier der Ermittler ist.

Mordkommission ermittelt wieder: Zwischen 2011 und 2017 galt Mandy Müller offiziell „nur“ als vermisst. Inzwischen wird wieder von einer Straftat ausgegangen. Es wird vermutet, dass Mandy Müller nicht mehr lebt, 100 Prozent sicher ist das aber nicht.

Was gibt es für Vermutungen?

Stimme gehört? Nach Aussage eines Privatermittlers hat ein Pizzabote um 21.30 Uhr Essen in das Haus des damaligen Freundes an der Celler Birkenstraße geliefert. Er meint, eine Stimme gehört zu haben, möglicherweise die von Mandy.

Im Loch verscharrt? Im Frühjahr 2016 meldet sich ein Mann bei der CZ. Er berichtet, dass das Waldstück zwischen Wittekop und Adelheidsdorf im Jahr 2010 von der Polizei nicht gründlich durchsucht worden sei. Er vermutet, dass Mandys Leiche in einem zugeschütteten Loch, das 2007 für Bodenproben gegraben wurde, liegen könnte. Die Polizei sieht keine Veranlassung, hier noch einmal zu graben.

Hellseher kennt Ort? Im Mai 2017 schaltet Mandys Cousin Thomas Krüger den Hellseher Michael Schneider ein. Er ist sich sicher, dass die Leiche von Mandy Müller in einem Waldstück zwischen Winsen, Oldau und Wietze liegt. Greifbare Hinweise kann er aber nicht liefern. Die Polizei sucht hier nicht.

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