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Aus dem Landkreis Kreistag steht zum Glasfasernetz
Celler Land Aus dem Landkreis Kreistag steht zum Glasfasernetz
09:45 22.01.2020
Von Simon Ziegler
Der ländliche Raum soll mit Glasfaser versorgt werden - auch wenn es viel mehr kostet. Quelle: Sina Schuldt
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Celle

Der Celler Kreistag hat trotz der bekannt gewordenen Kostenexplosion den weiteren Weg für den Breitbandausbau im Kreis Celle freigemacht. Zunächst beriet das Gremium am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung über die Zahlen. Schließlich stimmte der Kreistag im öffentlichen Teil erneut über den Haushalt 2020 ab, obwohl der Etat erst im Dezember abgesegnet worden war. „Wir entscheiden erneut über den Haushalt, weil wir neue Erkenntnisse haben“, verteidigte Landrat Klaus Wiswe das Vorgehen. Eine klare Mehrheit des Kreistages stimmte schließlich bei sechs Gegenstimmen für den Etat.

Mega-Projekt Glasfaser-Ausbau

Der Eigenanteil des Landkreises Celle an dem Mega-Projekt Glasfaser-Ausbau steigt von 7 auf 31,5 Millionen Euro. SPD und Grüne hatten schon im Vorfeld Kritik geübt, da aus ihrer Sicht über die Verwendung von Steuergeldern in dieser Größenordnung öffentlich debattiert werden müsse. Auch aus den Reihen der Bürgermeister, die eine höhere Kreisumlage fürchten, gab es Kritik. So hatte Wietzes Verwaltungschef Wolfgang Klußmann gesagt, der Landkreis habe die Kostensteigerung um 350 Prozent bisher nicht hinreichend erklärt.

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Projekt für ländlichen Raum wichtig

Das Projekt sei für den ländlichen Raum sehr wichtig, betonte Wiswe. Es gehe darum, die weißen Flecken des Landkreises mit Glasfaser zu versorgen. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir nicht ins Hintertreffen geraten. Es gibt eine Konkurrenzsituation“, so der Landrat. Die bisherige Kostenschätzung sei vier oder fünf Jahre alt. „Es wird nicht günstiger, wenn wir länger warten.“ Wiswe verwies darauf, dass der Landkreis Uelzen für sein Glasfasernetz „fast das Dreifache“ ausgebe, dort soll der Breitbandausbau 90 Millionen Euro kosten. Die ersten Kunden sollen noch in diesem Jahr an das Netz angeschlossen werden, bekräftigte der Landrat das Ziel der Verwaltung.

Kritische Töne

Es gab auch gestern wieder kritische Töne. „Mir fehlt die nötige Transparenz. Die Beratung in nichtöffentlicher Sitzung ist nicht nachvollziehbar“, sagte Gerald Sommer (Grüne). „Wir müssen jetzt endlich in die Pötte kommen und handlungsfähig werden“, erklärte Charles Sievers (FDP). „Haushaltspolitik kann nur gut funktionieren, wenn die Kreiskommunen ordentlich beteiligt werden“, mahnte Maximilian Schmidt (SPD) und spielte damit auf die Kritik der Bürgermeister an.

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