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Aus dem Landkreis Weißer Ring Celle hilft in mehr als 130 Fällen
Celler Land Aus dem Landkreis Weißer Ring Celle hilft in mehr als 130 Fällen
14:00 28.01.2020
Von Oliver Gatz
Ob häusliche Gewalt oder Raubüberfall: Das Celler Team des Weißen Rings hilft Kriminalitätsopfern. Quelle: Maurizio Gambarini
Celle

Ob Diebstahl, Raub, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch oder jede Form der häuslichen Gewalt: Wer Opfer einer Straftat wurde, benötigt menschlichen Beistand oder finanzielle Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten. In Absprache mit der Polizei steht der Weiße Ring in Celle den Opfern beratend zu Seite.

Vielfältige Unterstützung

Im vergangenen Jahr leistete die Organisation in 52 Fällen materielle Hilfe, in Form von Beratungsschecks oder der Auszahlung von finanziellen Hilfen, wenn die Opfer in eine Notlage gebracht wurden. In etwa 25 Fällen konnte der Weiße Ring menschlichen Beistand ohne finanzielle Hilfe leisten, in rund 60 Fällen wurde telefonisch beraten.

Rund 13.500 Euro an Opfer ausgezahlt

„Besonders wichtig ist die psychologische Hilfe und eine Erstberatung bei einem Rechtsanwalt. Für die beiden Hilfen stellt der Weißen Ring einen Erstberatungsscheck aus“, erläutert Anne Wycisk, Außenstellenleiterin des Weißen Ringes in Celle. Insgesamt wurden rund 13.500 Euro an die Opfer ausgezahlt. Der Weiße Ring vergab 20 Beratungsschecks. Die Präventionsarbeit schlug mit etwa 4000 Euro zu Buche.

Anne Wycisk, Leiterin der Celler Außenstelle des Weißen Rings.

„Wir bilden uns regelmäßig an der Akademie des Weißen Ringes weiter, um immer auf dem neuesten Stand zu sein“, erläutert Wycisk, die betont, dass alle Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind. Sie selbst ist seit gut 20 Jahren dabei. Gerade bei der Begleitung zum Gericht sei es wichtig, dass man den Opfern professionell zur Seite stehen könne. „Uns ist es auch sehr wichtig, dass die Menschen in ihrem Leid nicht allein gelassen werden, denn oft erscheint der Täter vor Gericht mit mehreren Anwälten und dadurch fühlt sich das Opfer schon eingeschüchtert“, so die Außenstellenleiterin.

Begleitung bei Gerichtsterminen

Wycisk nennt ein Beispiel: Ein älterer Mann wurde im vergangenen Jahr Opfer eines Raubüberfalls. Der Täter wurde zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt, ging aber in Berufung. „Das Opfer wollte aufgeben, weil der Weg nach Lüneburg zur nächsten Verhandlung zu beschwerlich für ihn ist“, berichtet sie. Dort soll er als Zeuge befragt werden. „Wir wurden vom Anwalt unterrichtet und begleiten nun das Opfer zum Termin.“

Kooperation mit Polizei ausbauen

Die seit 2013 bestehende Kooperation mit der Polizei sei wichtig, betont Wycisk. Ohne die Mitarbeit der Beamten würde man zu wenige Opfer erreichen. Die Zusammenarbeit soll weiter intensiviert werden. „Opfer brauchen nach jeder Tat Hilfe in verschiedenster Form“, sagt Wycisk. „Wir vom Weißen Ring machen immer wieder die Erfahrung, dass es am wichtigsten ist, den Menschen Zeit zu schenken und zuzuhören.“

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