Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Aus dem Landkreis Celler Ärzte sollen aufs Land
Celler Land Aus dem Landkreis Celler Ärzte sollen aufs Land
06:00 15.05.2019
Von Christopher Menge
Ein Hautarzt, der eine Zulassung für den Landkreis Celle hat, darf frei entscheiden, wo er sich niederlässt. Der Berger CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Juchert fordert nun, dass sich eine feste Anzahl von Fachärzten im ländlichen Raum ansiedeln muss. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
Celle

Im Rahmen seines Wahlkampfes hat sich der Berger CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Juchert mit der ärztlichen Versorgung im Nordkreis beschäftigt. „Mein Ziel ist es, die langfristige Sicherstellung der ärztlichen Versorgung auch in anderen ländlichen Räumen des Landkreises Celle zu gewährleisten“, sagt Juchert. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) zweifelt man die Umsetzbarkeit der Pläne allerdings an.

In Celle sollen sich nur 40 Prozent der Fachärzte niederlassen

„Mein Vorschlag ist, die Niederlassungsfläche des Landkreises Celle in fünf Gebiete aufzuteilen: Celle und vier weitere Gebiete Nord, Ost, Süd und West“, sagt Juchert. „In Celle dürfen nach einer angemessenen Übergangsfrist entsprechend der Einwohnerzahl zukünftig 40 Prozent der Fach- und Allgemeinärzte tätig sein, in den anderen Gebieten dann jeweils 15 Prozent.“ Diese Struktur sichere das Recht auf Versorgung vor Ort und gewährleiste die ärztliche Versorgung in der Fläche. „Dazu werde ich Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) führen, um die Grundlagen für diesen Vorschlag zu erreichen“, sagt Juchert.

Derzeit umfasst die Niederlassungsfläche den gesamten Landkreis. „Das hat zur Folge, dass sich die überwiegende Zahl an Allgemeinmedizinern und Fachärzten in der Kreisstadt Celle niederlässt“, kritisiert Juchert. „Celle hat etwa 40 Prozent der Einwohner des Landkreises Celle, aber über 90 Prozent aller im Landkreis Celle niedergelassenen Fachärzte sind in Celle ansässig.“

"Bergen ist mit Fachärzten unterversorgt"

Mit diesen Gegebenheiten könnte man nicht einverstanden und zufrieden sein. „Bergen ist mit Fachärzten unterversorgt, eine Änderung ist notwendig“, betont Juchert. „Ziel ist es, Ärzte mit entsprechenden Regelungen auf das Land zu bringen.“ Wichtig sei dafür der Schulterschluss mit den übrigen Gemeinden und Samtgemeinden, die alle von der Regelung, Ärzte in die Fläche zu bringen, profitieren würden.

Bedarfsplanung soll geändert werden

„Die Bedarfsplanung soll geändert werden. Der gemeinsame Bundesausschuss hat sich an die Arbeit gemacht“, sagt KVN-Pressesprecher Detlef Haffke. Gerüchten zufolge sollen die Ergebnisse noch in diesem Monat veröffentlicht werden. „Die Richtlinien sind für uns dann rechtlich bindend“, sagt Haffke. Oder anders gesagt: Juchert müsste den Gesetzgeber in Berlin von seine Plänen überzeugen.

Für Hausärzte gibt es zwei Planungsbereiche im Landkreis Celle

Während es bei den Hausärzten derzeit die Planungsbereiche Celle (inklusive Adelheidsdorf, Ahnsbeck, Beedenbostel, Bröckel, Eicklingen, Eldingen, Hambühren, Hohne, Lachendorf, Langlingen, Nienhagen, Wathlingen, Wienhausen, Wietze und Winsen) sowie Celle-Nord (Bergen, Eschede, Faßberg, Südheide und Lohheide) gibt, umfasst der Bezirk für Fachärzte den gesamten Landkreis. „Wir gehen davon aus, dass die Planung kleinteiliger wird“, sagt Haffke. „Dass aus einem Planungsbereich fünf werden, halte ich aber nicht für realistisch.“

Marie hat Diabetes. Ihr Vierbeiner Benni teilt ihr durch bellen mit, wenn ihr Blutzucker in den Keller geht. Doch das ist noch lange nicht alles.

Marie Nehrenberg 14.05.2019

Neue Angebote gefragt: Durch den demografischen Wandel werden künftig noch mehr Menschen auf die Beratungsstellen im Kreis Celle angewiesen sein.

Carsten Richter 13.05.2019

Was will die SPD hinsichtlich der Ökologie in Europa bewegen? Wo will sie ansetzen, was verhindern? EU-Parlamentarier Bernd Lange beantwortet Fragen.

13.05.2019