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Aus dem Landkreis Mit App Wildunfälle im Landkreis Celle bekämpfen
Celler Land Aus dem Landkreis Mit App Wildunfälle im Landkreis Celle bekämpfen
03:39 27.02.2018
Von Christopher Menge
Innerhalb von wenigen Minuten lassen sich Wildunfälle über das Tierfund-Kataster erfassen. Anhand der Daten können dann Unfallschwerpunkte entschärft werden. Quelle: Wolfgang Kumm
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Celle-Landkreis

Schließlich war bei 876 der 3958 durch die Polizei aufgenommenen Unfälle im Landkreis Celle im Jahr 2017 Wild beteiligt. „Jeder vierte bis fünfte Unfall ist ein Wildunfall“, sagt der Celler Polizeisprecher Guido Koch. Um die Zahl mittelfristig zu senken, ermöglicht das Tierfund-Kataster jetzt erstmals eine bundesweit einheitliche Erhebung von Wildunfällen.

Über das Tierfund-Kataster lassen sich diese innerhalb von wenigen Minuten erfassen – vor Ort über die kostenfreie Smartphone-App (Android und iOS) oder im Internet unter www.tierfund-kataster.de. Der aktuelle Standort wird bei der App automatisch erfasst und relevante Daten wie Datum oder Wildart werden abgefragt. Nutzer können ein Foto des Tieres einstellen und helfen damit Experten bei der Artbestimmung. Eine Speicherung der Daten auf dem Smartphone ist auch ohne Internetverbindung möglich.

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Die so gesammelten Daten können helfen, Unfallschwerpunkte zu identifizieren und zu entschärfen. Werden Verkehrswege wildtierfreundlicher gestaltet, bedeutet dies ein Plus an Tierschutz sowie weniger Personen- und Sachschäden. Die gewonnenen Erkenntnisse finden Eingang in die Verkehrs- und Landschaftsplanung, etwa wenn es darum geht, Grünbrücken zu bauen. Außerdem können die Daten von Wildbiologen genutzt werden, zum Beispiel um Migrationsverhalten, genetischen Austausch und Populationsentwicklungen – gerade von seltenen Arten – zu erforschen. Wer sich an der Arbeit des Tierfund-Katasters beteiligt, leistet also auch einen aktiven Beitrag zum Natur- und Tierschutz.

Knoop sieht zudem bei möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Celle eine große Erleichterung bei der Bekämpfung. Bei Totfunden von Wildschweinen soll von den Jägern eine Tupferprobe genommen werden, die vom Veterinäramt auf mögliche Krankheiten untersucht werden kann. Das entsprechende Material soll jetzt an die Hegeringe ausgeteilt werden. Tote Sauen sollen vor Ort „tief vergraben“ werden. Durch die App soll der Fund vorher aufgenommen werden. Bei der Tierfund-App läuft die Nachricht automatisch beim Veterinäramt des Landkreises auf. Die Telefon-Hotline, über die Sauen-Totfunde gemeldet werden können, lautet 0173-3441307.

"Wenn Wild bei einem Unfall verletzt wird und in den Wald läuft, hilft die App durch die genaue Ortung, das Tier zu finden", ergänzt Knoop.

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