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Aus dem Landkreis Gefangen im Netz der Funklöcher
Celler Land Aus dem Landkreis Gefangen im Netz der Funklöcher
06:04 22.05.2019
Von Carsten Richter
Vor der Kirche in Hohnhorst ist der Empfang sehr schwach, hat CZ-Redakteur Carsten Richter festgestellt. Eine Kurznachricht oder ein Bild verschicken, sei ein Problem, berichten Anwohner.  Quelle: David Borghoff
Celle

Thomas Groth kann von Funklöchern ein Lied singen. "Ich gebe bewusst meine Handynummer nicht heraus. Unterwegs bin ich manchmal nicht zu erreichen." Dabei lebt Groth von Anrufen, als Taxiunternehmer ist er viel unterwegs. Aber in seiner Zentrale in Bargfeld ist es mit dem Handyempfang so eine Sache.

Viele Funklöcher in Gemeinde Eldingen

Gerade in der Gemeinde Eldingen wimmelt es nur so von Funklöchern. Der sogenannte Mobilfunkatlas (Stand Ende 2018), den das Land Niedersachsen zusammen mit den Netzbetreibern veröffentlicht hat, legt die Lücken in der Mobilfunkversorgung offen. Als "ersten Meilenstein, um die Mobilfunkversorgung bei uns im Land zu verbessern" bezeichnet das Wirtschaftsministerium die Karte, die in der vergangenen Woche herausgegeben wurde. Der Atlas zeige, "wo es Fortschritte in der Mobilfunkversorgung gibt und wo noch Arbeit auf uns wartet", so Staatssekretär Stefan Muhle.

Gemeinde Südheide beim Mobilfunk schlecht versorgt

Neben Eldingen ist vor allem noch die Gemeinde Südheide schlecht versorgt, hier ist besonders der Bereich um Lutterloh betroffen. Auch im Westkreis gibt es vereinzelt Lücken. Mit Funklöchern besonders reich gesät aber sind die Ortsteile Eldingens. "Die Leute sind unzufrieden. Der schlechte Empfang wird seit Jahren moniert", sagt Gemeindebürgermeister Joachim Lübbe.

Taxiunternehmer Groth wohnt seit 2010 in Bargfeld – seitdem habe sich nichts geändert, erzählt er der CZ vor Ort. "Der Empfang ist vom Netz abhängig, unterm Dach wird es besser", so Groth. Ein Ehepaar am Imkerweg, das nicht mit Namen in der Zeitung stehen möchte, kann dem nur zustimmen. "Man muss schon nach Empfang suchen im Haus", sagen sie.

Massive Probleme in Hohnhorst mit Mobilfunknetz

Ein anderer Ort, die gleiche Situation: Auch in Hohnhorst gibt es massive Probleme im Mobilfunknetz. "Telefonieren geht hier, aber eine Kurznachricht zu verschicken wird schon schwierig", berichtet Dieter Scharlach. Er erledigt Hausmeisterdienste für die Samtgemeinde Lachendorf, kommt also viel herum. In Lachendorf selbst sei die Versorgung besser geworden, sagt er. "Aber in Hohne und Helmerkamp ist es auch schlecht. Da ist noch nicht mal Telefonieren möglich."

Auf Nachfrage erläutert ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums, das in einem 4G-Funkloch Telefonieren noch möglich sei – nur mobiles Internet funktioniere nicht. Bei Lücken im 2G-Netz dagegen seien auch Anrufe nicht möglich.

"Ziemlich bescheiden", so bringt ein Anwohner am Blockkamp in Hohnhorst die Mobilfunkabdeckung auf den Punkt. "Ein Bild zu verschicken, braucht man hier gar nicht erst versuchen", sagt er. Seitdem er den Anbieter gewechselt habe, habe sich die Versorgung aber etwas gebessert.

"Im Haus geht gar nichts", erzählt Andreas Knoop in Luttern – auch hier gibt es viele Funklöcher. Neben der Landwirtschaft betreibt die Familie auch eine Spedition. "Wenn man fünf Mal hintereinander nicht erreicht wird, probiert es niemand mehr", sagt Knoop. "Das ist teilweise schon deprimierend."

Vodafone und Telekom wollen Funklöcher schließen

Die Mobilfunkanbieter Vodafone und Telekom betonen auf CZ-Anfrage, dass sich beim Mobilfunkausbau schon viel getan habe, sie räumen aber auch Lücken ein. Der Mobilfunkatlas bildet den Stand des letzten Quartals 2018 ab. "In der Zwischenzeit ist auch im Landkreis schon wieder viel geschehen", sagt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Im Februar 2019 habe das Unternehmen unter anderem in Eldingen eine neue LTE-Station in Betrieb genommen. "Das Funkloch im Bereich Eldingen und Umgebung ist bereits größtenteils geschlossen." Lücken gebe es noch innerhalb von Gebäuden. "Deshalb bauen wir weiter aus", so Petendorf. Auch für Lutterloh werde eine neue LTE-, also 4G-Station gebaut.

LTE für Eldingen

Telekom-Sprecherin Stefanie Halle erklärte, der Mobilfunk-Standort in Eldingen werde im Laufe des Jahres mit LTE erweitert. Um das Netz zu verdichten, investiere das Unternehmen in den kommenden Jahren einen "hohen zweistelligen Millionenbetrag". In Lutterloh jedoch sei kein Ausbau geplant.

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