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Aus dem Landkreis Borkenkäfer bedrohen Wald
Celler Land Aus dem Landkreis Borkenkäfer bedrohen Wald
17:11 24.04.2019
Von Marie Nehrenberg-Leppin
Dieses Stück Baumrinde zeigt die typischen Larvengänge des Borkenkäfers. Der Baum kann so keine Nährstoffe mehr transportieren. Quelle: Oliver Berg
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Landkreis Celle

Als wären fehlender Regen und Waldbrandgefahr nicht schon schlimm genug, droht den hiesigen Wäldern nun auch noch eine Schädlings-Invasion: Der Borkenkäfer ist auf dem Vormarsch. Sein erklärtes Ziel: Fichten. Die extreme Trockenheit spielt ihm dabei in die Karten, denn ohne Wasser können die Bäume keine schützende Harzschicht entwickeln und werden somit zur leichten Beute.

Käfer profitieren von Trockenheit

Im Landkreis Celle ist die Lage nicht ganz so dramatisch wie in weiten Teilen Niedersachsens. "Wir haben einen nicht ganz so hohen Fichtenbestand", erklärt Forstamtsleiter Hans-Martin Hauskeller. Die vorhandenen Fichten seien allerdings ebenfalls stark gefährdet. Der Auslöser für die erwartete Plage liegt bereits eineinhalb Jahre zurück. "Bei Sturm 'Friederike' im Januar 2018 sind unheimlich viele Bäume umgestürzt", erinnert sich Hauskeller. "Dadurch haben die Borkenkäfer große Mengen Brutmaterial zur Verfügung gehabt." Der heiße Sommer 2018 habe die Bäume geschwächt und die Entwicklung der Käfer beschleunigt. Insgesamt konnten sich so mancherorts drei Generationen entwickeln. "In dem Fall entstehen aus einem Insekt bis zu 100.000 neue Käfer."

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Sie sind klein und sehr schädlich: Die Borkenkäfer. Quelle: Roland Weihrauch

Experten befürchten Verschlimmerung

Zahlen, die in diesem Jahr noch übertroffen werden könnten. Fällt weiterhin kaum Niederschlag, warten auf die Fichten harte Zeiten. "Letztes Jahr waren die Wasserspeicher im Boden noch prall gefüllt, das hat die Lage für die Bäume entspannt", beschreibt der Forstamtsleiter. "Dieses Jahr gibt es aber quasi keinen Vorrat, weil der Winter ebenfalls viel zu trocken war."

Der Schaden ist nicht zu übersehen. Quelle: Lino Mirgeler

Fichten sterben ab

Die Borkenkäfer suchen sich bewusst die schwächsten Bäume aus und bohren sich in die Rinde hinein. In der Bastschicht, in der der Baum seine Nährstoffe transportiert, legen sie ihre Eier ab. Die geschlüpften Larven fressen sich weiter durch. "Die Fichte wird dann nicht mehr versorgt, die Nadeln fallen ab und sie stirbt ab", fasst Hauskeller zusammen. Im schlimmsten Fall führt die Dürre zu einem Absterben ganzer Fichtenbestände.

Die Spitzen dieser Fichten sind weitestgehend abgestorben. Quelle: Uwe Zucchi

Schädlingsbekämpfung muss sein

Um dieses Worst-Case-Szenario zu verhindern, bleibt den Forstwirten nichts anderes übrig, als die Schädlinge aktiv zu bekämpfen. "Wir bauen Fallen aus frischem Holz, welches mit Pflanzenschutzmitteln behandelt ist", erklärt Hauskeller. "Lockstoffe lenken die Käfer dann genau dort hin und vergiften sie." Frisch befallene Bäume sollten so schnell wie möglich aus dem Wald geschafft werden, um die Ausbreitung zu stoppen.

Simon Ziegler 24.04.2019
19.04.2019
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