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Aus dem Landkreis Rettungsdienst: Marquardt fordert Nachprüfung
Celler Land Aus dem Landkreis Rettungsdienst: Marquardt fordert Nachprüfung
17:17 07.01.2019
Von Christopher Menge
Marquardt ist seit 1993 mit dem Rettungsdienst beauftragt. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Seit über 25 Jahren ist die Firma Marquardt mit dem Rettungsdienst im Celler Nordkreis beauftragt, ab dem 1. Juli soll sich das aber ändern. Die Johanniter Unfall Hilfe (JUH) hat die europaweite Ausschreibung des Landkreises Celle gewonnen. Den endgültigen Zuschlag haben die Johanniter aber noch nicht bekommen, denn Marquardt hat bei der Vergabekammer Niedersachsen einen Nachprüfungsantrag gestellt. Der Vorwurf: Die Vergabeentscheidung des Landkreises Celle sei in wettbewerbswidriger Form zustande gekommen. „Bis zum Abschluss dieser Prüfung kann keine abschließende Vergabe für dieses Los erfolgen“, sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening.

Verträge mit DRK schon unterschrieben

Der Rettungsdienst war in insgesamt drei Lose aufgeteilt worden. Los eins umfasst die Rettungswache Celle, Los zwei das Gebiet der Rettungswachen Lachendorf und Winsen und Los drei den Nordkreis inklusive Eschede. „Bei den Losen eins und zwei gab es keinen Nachprüfungsantrag. Die Verträge mit dem Deutschen Roten Kreuz sind bereits unterschrieben“, so Harmening.

Wiswe: "Johanniter hatten die meisten Punkte"

Landrat Klaus Wiswe hatte sich beim Neujahrsempfang der CDU am Sonntag in Nienhof zu der Vergabe im Rettungsdienst geäußert. „Viele fragen sich, warum nicht wieder Marquardt beauftragt wurde“, sagte Wiswe. „Wir waren gezwungen auszuschreiben und der Kreistag hat sogar entschieden, dass Qualität wichtiger als der Preis ist. Wenn dann alle Bieter dicht beieinander liegen, bekommt derjenige, der vorne liegt, den Zuschlag – die Johanniter hatten die meisten Punkte.“

Für die Vergabe war ein Kriterienkatalog erstellt worden. Für das Vergabeverfahren hatte der Landkreis eine Anwaltskanzlei hinzugezogen, die auf Ausschreibungen im Rettungsdienst spezialisiert ist.

Marquardt beschäftigt 24 Mitarbeiter im Fahrdienst

Auch Marquardt hat juristischen Beistand hinzugezogen und ficht die Entscheidung des Landkreises nun an. „Zu der inhaltlichen Begründung des sehr umfangreichen Antrages können aufgrund des laufenden Verfahrens keine Angaben gemacht werden“, sagt Geschäftsführerin Ivonne Marquardt-Hinrichs, die 24 Mitarbeiter und 8 Auszubildende im Fahrdienst beschäftigt. Ziel des Nachprüfungsantrags sei es, dass der Landkreis verpflichtet wird, die Angebotsprüfung und -wertung unter Beachtung der Rechtsauffassung der Vergabekammer erneut durchzuführen.

Stadt Bergen steht hinter Marquardt

Insbesondere in der Stadt Bergen hatten viele aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft gehofft, dass Marquardt den Zuschlag erhält. Die Firma hat derzeit zwei Rettungswagen in Beckedorf und zwei Mehrzweckfahrzeuge in Bergen, wo der Hauptsitz der Firma ist, stationiert. Der neue Bedarfsplan sieht zwei Rettungswagen in der Gemeinde Südheide, in Beckedorf und Hermannsburg, und keinen in Bergen vor. Befürchtet wird nun eine deutliche Verschlechterung der Versorgung. Laut Landkreis werde die Hilfsfrist von maximal 15 Minuten aber auch in Zukunft eingehalten.

Halbzeit der Förderperiode: Insgesamt 28 Projekte wurden im Oberen Örtzetal gefördert. Leader-Mittel fließen nach Bergen, Faßberg und Südheide.

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