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Aus dem Landkreis So viele Cabrios gibt es im Landkreis Celle
Celler Land Aus dem Landkreis So viele Cabrios gibt es im Landkreis Celle
14:00 22.08.2019
Von Audrey-Lynn Struck
Der Fahrtwind und die Sonne im Gesicht: Cabrio fahren bedeutet für viele Freiheit. Quelle: Marko Pena
Celle

Der Fahrtwind peitscht Dustin Hoffmann erbarmungslos ins Gesicht und zerrt an seiner Jacke. Doch er lässt sich nicht beirren und rast weiter über den Highway zu seiner großen Liebe. Es ist fast das Ende des Kinofilms „Die Reifeprüfung“, mit dem der junge Hoffmann seinen Durchbruch feierte. Doch nicht nur die Handlung bleibt im Gedächtnis – Hoffmann als Collegeabsolvent Benjamin Braddock, der eine Affäre mit einer verheirateten Frau beginnt, die seine Mutter sein könnte. Neben Anne Bancroft, Katharine Ross und Hoffmann selbst, die alle drei mit diesem Film für einen Oscar nominiert wurden, blieb vor allem einer vielen Kinozuschauern nachhaltig in Erinnerung: das Cabrio. Ein Alfa Romeo 1600 Duetto Spider, der produktwirksam platziert wurde.

81 neue Registrierungen

Seitdem ist der offene Wagen sowohl auf der Kinoleinwand sowie als Bond-Wagen im Film „Die Welt ist nicht genug“ von 1999 als auch von der Straße kaum noch wegzudenken. Auch im Celler Landkreis waren nach der Bestandsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamtes für 2019 zuletzt 4508 Sonnenhungrige mit Cabrio registriert – 81 mehr als noch im Jahr zuvor.

"Cabrio fahren macht glücklich"

„Es gibt eigentlich nur zwei Sachen, die wichtig bei einem Auto sind: Erstens, dass es fährt und zweitens, dass das Dach aufgeht“, sagt der Celler Oliver Knoblich. 2014 kaufte er seinen ersten offenen Wagen und kann sich nun nie wieder etwas anderes vorstellen. „Sobald das Dach auf ist, hab ich automatisch ein Grinsen im Gesicht. Cabrio fahren macht einfach glücklich. Punkt.“

CZ-Fotograf Oliver Knoblich ist einer von tausenden begeisterten Cabrio-Fahrern in Celle. Quelle: Oliver Knoblich

Immer mehr fahren offenen Wagen

Björn Gnesner geht es damit ganz ähnlich. „Du drückst auf den Knopf, das Dach geht auf und du hast die Sonne und den Wind im Gesicht. Das ist Cabrio-Feeling“, schwärmt der Celler. „Ich sage immer: Jedes Auto, bei dem das Dach nicht aufgeht, ist kaputt.“ Die 81 neuen Registrierungen im Landkreis Celle überraschen ihn nur wenig. Seine Vermutung: „Das wird in den nächsten Jahren noch viel mehr werden.“ Das läge nicht zuletzt an den immer wärmeren und sonnigeren Sommern. „Früher konnte ich manchmal nur ein paar Tage mit offenem Dach fahren“, erinnert sich Gnesner.

Lustfaktor spielt Rolle beim Kauf

„Der Lustfaktor spielt beim Cabrio-Kauf nach den Erfahrungen des Handels immer noch eine Schlüsselrolle“, bestätigt auch Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart – selbst leidenschaftlicher Cabriofahrer. Bundesweit nahmen die Cabrios um 29.811 Exemplare (1,38 Prozent) auf 2,18 Millionen Fahrzeuge zu. Celle liegt damit mit 1,83 Prozent mehr Registrierungen als im Vorjahr leicht über dem Bundesdurchschnitt. Auf 1000 Pkws kommen 42 Freiluft-Fahrzeuge. Der Landkreis ist damit auf dem 260. Platz in der Cabrio-Bundesliga. Ganz vorne liegen die Bayern: Im Kreis Starnberg gibt es mit rund 87 pro 1000 Pkw die meisten offenen Wagen.

Thema Umwelt beim Kauf entscheidend

Neben dem Lustfaktor, dem Gefühl von Freiheit und Entspannung, spielt auch das Thema Umwelt eine zunehmende Rolle beim Kauf. In Zeiten von Flugscham beobachtet Treiber, dass sich der „Pfui-Faktor“ bei Freiluft-Fahrzeugen noch in Grenzen halte. „Der ist bei SUVs deutlich größer. Da wird ja ganz offen davon gesprochen, SUV-Fahrende zu bestrafen“, so der Obermeister.

Meisten Cabrios bleiben Saisonfahrzeuge

Mehr Celler setzen jedoch nach wie vor auf allradgetriebene Autos. Im Landkreis stieg deren Zahl von 2018 auf 2019 um neun Prozent auf 10.235 Pkw. Viele Cabrios sind indes nur als Saisonfahrzeuge angemeldet und im Sommer bei Sonnenschein auf den Straßen unterwegs. Ab dem 30. September oder 31. Oktober ist bei vielen Winterpause. Nicht jedoch bei Knoblich und Gnesner, sie fahren bei jedem Wetter Cabrio. Auch Minus-Temperaturen können die beiden nicht schrecken. „Solange die Sonne scheint, fahre ich auch dann mit Dach offen“, sagt Gnesner.

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