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Aus dem Landkreis Regina Fischer: Drei Dörfer entlastet
Celler Land Aus dem Landkreis Regina Fischer: Drei Dörfer entlastet
10:31 13.06.2010
Von Simon Ziegler
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Landkreis Celle

Der Mord an der Wathlingerin Regina Fischer wird womöglich nie mehr aufgeklärt. Mehr als 21 Jahre nach der Bluttat hat ein DNA-Speicheltest nicht dazu geführt, dass der Täter gefasst wird. „Alle 153 Tests sind negativ“, sagte gestern der Celler Polizeisprecher Christian Riebandt. Als Täter komme niemand aus den drei Dörfern in Frage, so Riebandt weiter, der hofft, dass „dort jetzt wieder Ruhe einkehrt“.

Nach seinen Angaben haben zwei Männer die freiwillige Abgabe des Speicheltests verweigert. Ein dritter Mann konnte während der Ermittlungen davon überzeugt werden, seine DNA doch noch zur Verfügung zu stellen. Das Material wird nach den Tests vernichtet. Die beiden „Verweigerer“ würden anderweitig überprüft, hieß es.

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Im Sommer hatte die Polizei DNA-Proben von Männern genommen, die im September 1988 in den drei Orten rund um den Fundort der Leiche an der B3 im Waller Holz gewohnt hatten und zwischen 16 und 30 Jahre alt waren. Vorausgegangen waren neue Erkenntnisse aufgrund einer „operativen Fallanalyse“, die das Landeskriminalamt (LKA) Hannover gewonnen hatte. Demnach hätte der Täter in direkter Nachbarschaft zum Leichenfundort gewohnt haben können, erläuterte Olaf Hieber, Fallanalytiker beim LKA.

Entnahme und Auswertung der Tests zog sich über mehrere Monate hin, weil die untersuchten Männer heute im gesamten Bundesgebiet leben. Ein ehemaliger Bewohner aus einem der drei Orte wohnt inzwischen in den USA und gab seinen Test während eines Urlaubs in Deutschland ab, so Riebandt. Der Polizeisprecher kündigte an, dass die Ermittlungen weitergeführt werden. Aus der DNA-Untersuchung hätten sich „weitere Hinweise“ ergeben. Um was es sich dabei konkret handelt, wollte er „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen.

Die Wahrscheinlichkeit, den Täter doch noch zu überführen, ist allerdings gesunken. Schon im Jahr 2003 brachte ein Speicheltest im privaten Umfeld von Regina Fischer keine Aufklärung. „Die Chance, den Mörder zu finden, besteht immer“, sagte aber LKA-Mann Hieber, da an der Leiche „täterrelevante DNA“ sichergestellt worden war.

Enttäuschung: Viel Hoffnung haben Erwin und Karin Fischer, die Eltern der Getöteten, in die Speicheltests gesetzt. Vergebens. „Wir hoffen weiter, sonst gehen wird daran kaputt“, sagte Karin Fischer gestern gegenüber der CZ. Es sei vor allem die Ungewissheit, was am 23. September 1988 genau passiert ist, die es so schwer mache, mit der Tat umzugehen. Seit mehr als 21 Jahren stelle sie sich vor, was damals geschehen ist. „Wir haben die Tat und die Angst, die Regina damals gehabt haben muss, immer vor Augen. Das ist das Schlimmste“, sagte Fischer.