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Aus dem Landkreis DRK und Johanniter retten künftig im Landkreis
Celler Land Aus dem Landkreis DRK und Johanniter retten künftig im Landkreis
19:18 18.12.2018
Von Christopher Menge
DRK und Johanniter haben den Zuschlag für den Rettungsdienst erhalten. Quelle: Nicolas Armer
Celle

Wenn es beispielsweise auf der Bundesstraße 3 zwischen Offen und Bergen zu einem schweren Verkehrsunfall kommt, wird in Zukunft ein Rettungswagen der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) ausrücken, um die Verletzten zu versorgen. Die Johanniter haben die europaweite Ausschreibung des Landkreises Celle für den Nordkreis und für Eschede gewonnen. Für Celle, Winsen und Lachendorf ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zuständig. Der Landkreis Celle musste den Rettungsdienst aufgrund von gesetzlichen Veränderungen in der Vergabepraxis ausschreiben.

Drei Bereiche vergeben

"Für die Vergabe wurde ein Kriterienkatalog mit den Zuschlagskriterien Preis und Qualität aufgestellt", erklärt Landkreis-Pressesprecher Tore Harmening. "Da das Vergabeverfahren im Rettungsdienst sehr komplex ist, hat der Landkreis für dieses Verfahren eine Anwaltskanzlei hinzugezogen, die auf Ausschreibungen im Rettungsdienst spezialisiert ist." Der Rettungsdienst wurde in insgesamt drei Lose aufgeteilt. Los eins umfasste die Rettungswache Celle und deren Einzugsgebiet, Los zwei das Gebiet der Rettungswachen Lachendorf und Winsen und Los drei den Nordkreis inklusive Eschede. Insgesamt haben sich fünf Bieter auf die drei Lose fristgerecht beworben.

DRK und Johanniter geben beste Angebote ab

"Anhand der zuvor erstellten und allen Bietern zugänglichen Matrix wurden die Angebote bewertet und das wirtschaftlichste Angebot anhand der definierten Wertungskriterien ermittelt", sagt Harmening. Für die Lose eins und zwei erhält nach dieser Auswertung das Deutsche Rote Kreuz den Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot, für das Los drei die Johanniter-Unfall-Hilfe.

Beauftragung für acht Jahre

Wenn die unterlegenen Bieter keinen Einspruch einlegen, wird der Zuschlag am 4. Januar endgültig erteilt. Die Beauftragung erfolgt dann für den Zeitraum vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2027, also für acht Jahre, mit einer zweimaligen einseitigen Verlängerungsoption für den Aufgabenträger um jeweils ein weiteres Jahr bis maximal zum 30. Juni 2029.

Dank an Rettungsdienste

"Der Landkreis Celle bedankt sich bei allen aktuellen Leistungserbringern, die sich bisher in hervorragender Weise um den Rettungsdienst verdient gemacht haben und mit denen der Landkreis sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet hat", so Harmening. "Letztlich ist der Landkreis aber gehalten, den Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot zu erteilen, um den gesetzlichen Ansprüchen zu genügen."

Ende der Ära Marquardt im Nordkreis

Bisher ist der Rettungsdienst Marquardt für den Nordkreis zuständig. An der Rettungswache Beckedorf und oftmals auch am Hauptsitz der Firma in Bergen sind Rettungswagen stationiert. Bei Marquardt reagierte man gestern geschockt auf die Nachricht des Landkreises. Öffentlich äußern wollte man sich zunächst nicht.

Resolution der Stadt Bergen erfolglos

Der neue Bedarfsplan sieht zwei Rettungswachen in der Gemeinde Südheide vor – die vorhandene in Beckedorf und eine neue in Hermannsburg. Die Stadt Bergen hatte gegen die Pläne lautstark protestiert und sich auch mit einer Resolution des Stadtrates an den Landkreis gewandt – erfolglos.

"Generell ist es so, dass der Bedarfsplan auf der Grundlage eines Gutachtens beschlossen wurde", sagte Harmening dazu im Oktober. "Dieses hat die Standorte festgelegt, mit denen alle Menschen im Landkreis Celle durch Rettungsmittel innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist erreicht werden können." Ein Rettungswagen muss innerhalb von 15 Minuten am Notfallort sein. Die Ausschreibung sei nach Beschluss der wesentlichen Kriterien durch den Kreisausschuss auf dieser Grundlage erfolgt. Und nicht nur das: Die Angebotsfrist war bereits abgelaufen, als die Resolution der Stadt Bergen einging. Die Bieter haben auf der Grundlage der Leistungsbeschreibung ihr Angebot abgegeben. "Daher sind Änderungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich", so Harmening. Die Berger hatten sich auf eine widersprüchliche Aussage des Landkreises verlassen, die suggerierte, dass auch künftig ein Rettungswagen in Bergen stationiert sei.

Neue Rettungswachen in Lachendorf und Südwinsen

Mit dem Bedarfsplan war zudem entschieden worden, dass die Rettungswache aus Wienhausen nach Lachendorf zieht. Winsen bekommt an einem neuen Standort in Südwinsen eine neue Wache. Künftig wird das DRK drei Rettungswagen in Celle sowie jeweils zwei in Lachendorf und Winsen bereitstellen. Die Johanniter haben in Beckedorf, Hermannsburg und Eschede jeweils einen Rettungswagen stehen. Insgesamt ist ein Rettungswagen mehr im Einsatz als bisher.

Änderung beim Hausnotruf: Bei einem Notruf ohne Sprechkontakt und nicht Erreichbarkeit der Bezugspersonen wird kein Rettungswagen mehr ausrücken.

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