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Aus dem Landkreis Saufen bis der Arzt kommt: Mehr Celler Jugendliche landen im Krankenhaus
Celler Land Aus dem Landkreis Saufen bis der Arzt kommt: Mehr Celler Jugendliche landen im Krankenhaus
17:07 30.01.2018
Von Christopher Menge
Hochprozentiger Alkohol darf in Deutschland erst ab 18 Jahren gekauft werden, trotzdem müssen immer mehr Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Quelle: Nigel Treblin
Celle-Landkreis

"Je früher Jugendliche anfangen Alkohol zu trinken, desto schwerwiegender können gesundheitliche und psychosoziale Folgen sein“, warnt Peter Rupprecht von der IKK classic. "Das liegt unter anderem daran, dass noch nicht vollständig ausgereifte Organe, wie beispielsweise das Gehirn, viel anfälliger für die im Alkohol enthaltenen Giftstoffe sind."

Von einem "bedenklichen Trend" will der Landkreis-Pressesprecher Tore Harmening aber noch nicht sprechen. "Die Zahlen sind über Jahre zurückgegangen. Dies ist der erste Anstieg seither. Die Ursachen sind unklar", sagt Harmening. "Wichtig ist festzustellen, dass die Alkoholvergiftungen alle auf privaten Partys passiert sind. Von öffentlichen Veranstaltungen, bei denen der Landkreis kontrollieren kann, ist seit Jahren fast keiner mehr mit Alkoholvergiftung eingeliefert worden."

Auch das sogenannte Koma-Saufen sei derzeit nicht primär im Fokus. "Da ist in den vergangenen Jahren sehr viel gute Aufklärungs- und Präventionsarbeit geleistet worden", sagt Harmening. Aktuell laufen beispielsweise die Programme HaLT und Klarsicht. Zu den Kindern und Jugendlichen, die eine Alkoholvergiftung erleiden, sowie zu deren Eltern werde zudem Kontakt aufgenommen und ein Beratungsangebot gemacht.

Ein anderes Thema bereitet dem Landkreis mehr Sorgen als der Alkohol. "Momentan steht eher das Thema ,Shisha' an erster Stelle, da dort noch sehr viel Aufklärungsbedarf bei Kindern, Jugendlichen und Eltern besteht", sagt Harmening. "Viele Leute sind sich nicht bewusst, dass die Shishas erhebliche Gesundheitsgefahren bergen und auch erst ab 18 Jahren erlaubt sind."

Auch Spirituosen und Mixgetränke mit Spirituosen, wie Alkopops, sind generell bis zum 18. Geburtstag verboten. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nach dem deutschen Jugendschutzgesetz in der Öffentlichkeit überhaupt keinen Alkohol zu sich nehmen, es sei denn, sie sind in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person. Dennoch mussten im Jahr 2016 in Niedersachsen 1428 Jugendliche unter 18 Jahren wegen akuter Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt werden – 782 Jungen und 646 Mädchen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von mehr als fünf Prozent. Die Celler Jugendlichen bestätigen hier den Trend.

Rund 80 Bürger haben am Montag in Wathlingen gegen die K+S-Pläne zur Abdeckung des Kalibergs demonstriert. Zu der Kundgebung am 4G-Park hatten die Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen und das Aktionsbündnis "Hänigsen sagt Nein" aufgerufen. Die Teilnehmer hatten zahlreiche Plakate gemalt, auf denen Botschaften wie "Verkauft unsere Heimat nicht" oder "Natur statt Deponie" standen.

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