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Aus dem Landkreis Gewerkschaft: Baufirmen droht Image-Verlust
Celler Land Aus dem Landkreis

Schwarzarbeit: Baufirmen in Celle droht aus Sicht der IG BAU Image-Verlust

14:00 05.08.2020
Von Oliver Gatz
Beamte des Hauptzollamtes Hannover, das auch für den Landkreis Celle zuständig ist, kontrollierten 2019 insgesamt 405 Baufirmen und leiteten 369 Ermittlungsverfahren ein. Quelle: IG BAU
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Celle

Wie die IG BAU mit Hinweis auf eine aktuelle Auswertung des Bundesfinanzministeriums mitteilte, kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Hannover, das auch für den Landkreis Celle zuständig ist, im vergangenen Jahr insgesamt 405 Baufirmen und leiteten 369 Ermittlungsverfahren ein. Wegen illegaler Praktiken in der Branche entgingen dem Staat und den Sozialkassen eine Million Euro.

IG BAU sieht „erschreckendes Ausmaß krimineller Energie“

IG BAU-Bezirkschef Dieter Großmann spricht von einem „erschreckenden Ausmaß krimineller Energie“. Hier stehe das Image einer ganzen Branche auf dem Spiel. „Sauber wirtschaftende Firmen dürfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten. Gerade die Coronakrise hat ja gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als Stütze der Konjunktur auch in der Region ist“, so die IG BAU Nord-Ost-Niedersachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bau-Umsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um rund sieben Prozent.

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Faire Löhne und Arbeitsbedingungen gefordert

„Das beste Mittel gegen unerlaubte Geschäfte am Bau ist ein fairer Wettbewerb zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen. Dazu muss sich die ganze Branche bekennen, wenn sie ihren Ruf nicht verspielen will“, so der Gewerkschafter. Die Arbeitgeber hätten in der laufenden Tarifrunde die Chance, die Bauberufe für Fach- und Nachwuchskräfte attraktiver zu machen.

Mehr Personal für Zollbehörden gefordert

Entscheidend sei aber auch, dass der Zoll schwarze Schafe noch stärker in den Blick nehme. „Es kommt nicht nur auf die Zahl der Kontrollen an, sondern auch auf die Qualität. Hier braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal“, so Großmann. Laut Finanzministerium waren beim Hauptzollamt Hannover zu Jahresbeginn 186 Planstellen besetzt.

Schwarzarbeit und Lohn-Betrug "keine Kavaliersdelikte"

Die Zollstatistik geht auf eine parlamentarische Anfrage der grünen Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke zurück. Die Arbeitsmarktpolitikerin stellt fest: „Schwarzarbeit und Lohn-Betrug sind keine Kavaliersdelikte. Der Zoll muss gestärkt werden, um flächendeckend kontrollieren und wirksam gegen illegale Machenschaften vorgehen zu können – gerade auf dem Bau.“

Marie Nehrenberg-Leppin 05.08.2020
Oliver Gatz 04.08.2020
04.08.2020