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Aus dem Landkreis Der erste "Heizspargel" ist da
Celler Land Aus dem Landkreis Der erste "Heizspargel" ist da
18:42 08.03.2019
Erntehelfer Rafal Kolodynski kommt seit 18 Jahren zur Spargelernte von Polen ins Celler Land. Quelle: Benjamin Behrens
Langlingen

Das schlechte Wetter der vergangenen Tage stört nicht – denn auf dem Feld von Klaus Hacke aus Langlingen gedeiht sogenannter Heizspargel. Normalerweise gerät die Ernte ein Stück weit zum Glücksspiel, das Wetter muss mitspielen, damit die Saison starten kann. Hackes Betrieb umgeht das unbeständige Wetter dank Hightech und Vorbereitung.

Heizspargel hat optimale Wachstumsbedingungen

„Der Spargel stammt aus beheiztem Anbau, das heißt, unter den Spargelpflanzen werden Rohre verlegt, durch die warmes Wasser läuft“, sagt Hacke. Das Wasser dient als Kühlmittel für eine Biogasanlage neben dem Feld und wird weiter genutzt. „So wird der Spargel auf eine ideale Temperatur gebracht. Ab 12 Grad fängt er an auszutreiben. Die optimalen Wachstumsbedingungen sind, wenn er so 17 bis 20 Grad hat“, so Hacke. Die Restwärme der Biogasanlage könne anders nicht genutzt werden. „So sind wir zirka drei Wochen der normalen Ernte voraus.“ Qualitätseinbußen gebe es nicht, so Hacke – im Gegenteil: „Der Spargel weiß ja nicht, dass ihm Wärme von unten unter die Füße gelegt worden ist. Das Wachstum ist völlig normal und er hat auch genau den Spargel-Geschmack, als wenn er konventionell angebaut worden ist. Er ist eher noch zarter, weil er gleichmäßige Temperaturen hat“, betont der Landwirt. Auch jetzt schon sei die Nachfrage nach dem Stangengemüse da, so Hacke. „Den Kunden, die Heißhunger auf Spargel haben, können wir ihn frühzeitig anbieten und sie sind nicht auf Importware aus Peru angewiesen“, sagt Hacke.

Erntehelfer kommen jede Saison wieder

Zu Beginn der Saison arbeitet Hacke noch selbst auf der zirka vier Hektar großen Fläche mit. Dann übernehmen Vorarbeiter die Aufsicht über die zahlreichen Erntehelfer. Viele stammen aus Osteuropa, wie etwa Rafal Kolodynski. „Ich komme jetzt die 18. Saison her“, sagt der 37-jährige Pole. Kolodynski und zwei weitere Arbeiter schreiten die langen Reihen mit durchsichtiger und weißer Folie ab. Immer wieder heben sie den Kunststoff an, um an die aus der Erde ragenden Gewächse zu gelangen.

Folien werden recycelt

Die Praxis, Spargelfelder mit Folie abzudecken, steht in der Kritik. Umweltschützer sorgen sich etwa um den anfallenden Müll. „Keine Folie landet auf der Deponie“, versichert Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer. „Sie werden gewaschen und recycelt. Ein kleiner Teil wird verbrannt, da bin ich ehrlich. Zwei Kilogramm Folie ersetzen einen Liter Heizöl“, rechnet Eickhorst vor. Folien seien bis zu zehn Jahre haltbar. Spargelfelder würden in etwa gleich lang bebaut. Nach zwei bis drei Jahren treibe der neugepflanzte Spargel aus“, sagt Eickhorst. Zusätzlicher Vorteil der Folie: „Darunter wächst auch kein Unkraut, wir brauchen also auch kein Pflanzenschutzmittel“, betont Eickhorst. Außerdem bleibt das Gemüse ohne Licht weiß (so, wie es die Feinschmecker hierzulande mögen). Rund 130.000 Tonnen Spargel würden jährlich in Deutschland geerntet, so der Verbandssprecher. Niedersachsen sei dabei der unangefochtene Lieferant Nummer 1. „Jeder fünfte Spargel kommt aus Niedersachsen.“ Danach folgten Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Deutschlandweit bauen nur rund zehn nennenswerte Betriebe Heizspargel an, so Eickhorst. Gegen das Konzept hat er nichts einzuwenden, gegen einen anderen Aspekt schon: „Er verschwindet oft auf Großmärkten und in der Gastronomie.“ Der Spargel aus Langlingen bleibt bei Celler Kunden. Er wird ab sofort im Hofladen, Am Feldhaus 9, angeboten.

Auf dem Feld am Ortsrand Langlingen gucken die ersten Spargel aus der Erde. Bauer Klaus Hacke wird sie in seinem Hofladen anbieten. 

Von Benjamin Behrens

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