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Aus dem Landkreis "Der Kelch geht an uns vorüber"
Celler Land Aus dem Landkreis "Der Kelch geht an uns vorüber"
16:53 21.02.2019
Von Simon Ziegler
Celle

In Adelheidsdorf war die Erleichterung gestern besonders groß. "Wir können aufatmen. Der Kelch geht an uns vorüber", sagte Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube, nachdem erste Meldungen bekannt wurden, dass der Netzbetreiber Tennet eine neue Vorzugsroute für die Stromtrasse Suedlink vorschlägt. Die Pläne sehen keinen Bau der Stromautobahn mehr durch den Kreis Celle und durch Großmoor vor. Zwischen Zwilling- und Theaterstraße wird also vermutlich doch keine Trasse gebaut. "Das sind gute Nachrichten", sagte Adelheidsdorfs Bürgermeisterin Heike Behrens, gab aber auch zu bedenken: "Es ist noch nicht endgültig entschieden. Ich bin noch zurückhaltend", sagte sie, ehe sie zu einer Suedlink-Informationsveranstaltung nach Walsrode fuhr.

Bürgerinitiative ist dankbar

In Adelheidsdorf war eine Bürgerinitiative gegründet worden, die sich gegen den Verlauf der Trasse vor der Haustür wehrte. "Wir von der Bürgerinitiative sind dankbar, dass unsere Argumente ernst genommen wurden, und danken allen, die uns unterstützt haben", erklärte Angela Hoffmann für die Bürgerinitiative.

Adasch: Teilerfolg für Region Celle

Bis zur endgültigen Entscheidung werden vermutlich noch Monate vergehen. In der Bewertung sind sich die Celler Politiker aber bereits weitgehend einig. "Der neue Trassenverlauf ist für die Region Celle ein erster Teilerfolg. Offenbar haben die erheblichen Bedenken der Bevölkerung und der Politik Früchte getragen", sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch. Bei der ersten Verlaufsvariante wären in beträchtlichem Umfang FFH-Gebiete und private Forstflächen betroffen gewesen. "Insofern hoffe ich nun sehr, dass die neuen Pläne vor der Bundesnetzagentur Bestand haben", so Adasch.

Ähnlich äußerte sich sein Landtagskollege Jörn Schepelmann (CDU): „Ich begrüße die Entscheidung von Tennet für die Planung westlich der A7. Insbesondere die Sorgen der Bürger im Bereich Adelheidsdorf und Großmoor, die im direkten Planungsverlauf eines Trassenvorschlages lagen, wurden mir in Ortsterminen und persönlichen Gesprächen verdeutlicht.“

"Überzeugende Gründe für Trasse westlich von Hannover"

Die Celler Landkreis-Verwaltung kann mit der Entwicklung ebenfalls sehr gut leben. "Ich freue mich, dass die bevorzugte Variante nicht durch den Kreis Celle verläuft", erklärte Kreisdezernent Gerald Höhl. "Es gibt überzeugende Gründe für die Trasse westlich von Hannover. Man kan aber noch nicht sagen, dass sich das Thema erledigt hat", sagte er mit Blick auf die ausstehende Entscheidung der Bundesnetzagentur.

Des einen Freud, des anderen Leid

In der Samtgemeinde Schwarmstedt herrscht dagegen große Betroffenheit, wie Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs berichtete. Denn durch seine Samtgemeinde soll die Stromtrasse verlaufen. "Wir sind im Bereich der Gemeinde Gilten betroffen. Auch hier gibt es erhebliche Raumwiderstände, schützenswerte Biotope oder technische Anlagen wie Gasleitungen und Windkraftgebiete. Auch das FFH-Gebiet 'Untere Leine' südlich der Samtgemeinde wird durchschnitten. Wir werden uns intensiv mit den Planungen auseinandersetzen und das Ergebnis nicht einfach so hinnehmen", kündigte er an.

Entscheidung bis Ende 2019

Suedlink soll größtenteils unterirdisch Windstrom von der Küste in die Industriezentren in Süddeutschland bringen. Die Netzbetreiber betonen, sie hätten sich bei der Auswahl an sachlichen Kriterien wie Wasser-, Natur- und Artenschutz oder auch Baugebieten orientiert, nicht an politischen Wünschen. Insgesamt wurden demnach 150 Kriterien in Betracht gezogen. Vom 28. Februar an legen die Unternehmen ihre Pläne der Bundesnetzagentur vor. Parallel wollen Tennet und TransnetBW die Bürger vor Ort über Hintergründe ihrer Streckenauswahl informieren. Über einen ersten Abschnitt eines 1000 Meter breiten Korridors will die Behörde voraussichtlich Ende 2019 entscheiden. Der konkrete, 30 Meter breite Korridor soll in einem Planfeststellungsverfahren bis 2021 festgelegt werden.

Aufatmen in Celle: Der Verlauf der Stromtrasse Suedlink soll westlich an Hannover vorbeiführen – und nicht durch den Kreis Celle gehen.

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