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Aus dem Landkreis Weite Reise für einen Knochenjob
Celler Land Aus dem Landkreis Weite Reise für einen Knochenjob
06:00 10.05.2019
Von Carsten Richter
Christian Butner ist Erntehelfer in Eicklingen.  Quelle: David Borghoff
Celle

Die Spargelsaison ist in vollem Gange, auf den Feldern entlang der Straßen sind Erntehelfer bei der Arbeit zu beobachten. Damit das edle Stangengemüse auf dem Teller landet, muss der Spargel zunächst aus der Erde geholt werden. Rund 10.000 Saisonkräfte stechen allein in Niedersachsen das beliebte Frühlingsgemüse. Doch auf vielen Höfen wird Alarm geschlagen: Die Spargelbauern haben zum Teil Mühe, ausreichend Helfer zu bekommen. Hat der Job des Erntehelfers an Attraktivität verloren?

Alternative Jobs in Osteuropa

Landwirt Peter Soltau aus Eicklingen spürt nach wie vor keine Engpässe, Personal zu finden. "Bei uns klappt das prima. Wir schaffen gute Rahmenbedingungen für die Erntehelfer." Es sei wichtig, ein enges Verhältnis zu den Saisonkräften aufzubauen. Schließlich gebe es für die Menschen aus Osteuropa mittlerweile viele Alternativen zum Spargelstechen – was in der wachsenden Wirtschaft in den Ländern begründet sei.

200 Helfer in Eicklingen

Aktuell sind 200 Helfer auf dem Hof Soltau beschäftigt. Viele seien für einen gewissen Zeitraum da, erklärt der Eicklinger Landwirt. Manche blieben nur einige Wochen, andere bis zu drei Monaten, zum Teil seien die Fachkräfte aber auch ganzjährig beschäftigt. "Ein Großteil kommt schon viele Jahre zu uns", sagt Soltau.

Die Arbeit auf den Spargelfeldern wie hier bei Eicklingen ist anstrengend. Für viele Helfer ist der Job nicht mehr so attraktiv – zumal es in Osteuropa immer mehr Alternativen gibt.  Quelle: David Borghoff

Kein Stammpersonal mehr

Peter Rabe aus Oldendorf baut lediglich auf zwei Hektar Spargel an. Der kleine Betrieb im Celler Nordkreis kommt mit drei Erntehelfern aus – ein Glück, wie er sagt. "Wir finden noch Erntehelfer, aber es wird schwieriger", berichtet Rabe auf CZ-Anfrage. Den Engpass spüre er daran, dass es kein Stammpersonal mehr gebe. "Viele finden zu Hause andere Jobs." Sein Erfolgsrezept sind gute Kontakte ins Heimatland der Spargelstecher. "Bei der Vermittlung von Personal sind ehemalige Helfer gefragt", erläutert Rabe.

Helfer müssen zuverlässig und fit sein

Das A und O seien Mitarbeiter, die zuverlässig und körperlich fit sind. Schließlich sei das Spargelstechen ein "Knochenjob", gibt Rabe unumwunden zu. Um die Helfer längerfristig an sich zu binden, spiele das Miteinander eine wesentliche Rolle. "Sie wohnen bei uns im Haus, wir essen und trinken zusammen", so Rabe.

Problem wird weiterbestehen

"Das sind die einfachen Instrumente der Mitarbeiterbindung", bestätigt Martin Albers, Geschäftsführer des Celler Landvolks. Fakt sei, dass es für die Landwirte immer schwieriger werde, Mitarbeiter aus EU-Staaten zu rekrutieren. "Das wird sich weiter hinziehen. Die Länder entwickeln sich." Das Wirtschaftswachstum in Osteuropa spiele eine "absolut relevante Rolle", so Albers. Die dortige Entwicklung sei hierzulande das ganze Jahr über spürbar – nicht nur bei der Spargelernte, sondern bei allen Sonderkulturen. "Ein Großteil der Arbeit erfolgt immer noch manuell."

Bis das Gemüse auf den Tellern landet, ist viel Arbeit nötig.  Quelle: David Borghoff

Helfer nicht mehr so belastbar

Hinrik Leinemann, Spargelbauer aus Nienhagen, kommt wie in den Vorjahren mit polnischen Arbeitskräften aus. "Allerdings ist es schwierig geworden, an Helfer heranzukommen", so der Landwirt. "Die Lage ist insgesamt sehr angespannt." Da in Osteuropa der Lebensstandard gestiegen ist, seien viele junge Spargelstecher nicht mehr so belastbar. Schon im vergangenen Jahr hatte er Mühe, Helfer zu finden.

Frühe Suche nach Spargelstechern

Henning Santelmann aus Nordburg hat sich auf seinem Betrieb rechtzeitig auf die Saison vorbereitet. "Wir fragen schon im Dezember nach Erntehelfern", sagt der Landwirt. So könne er einen Ausgleich schaffen, wenn einzelne Spargelstecher absagen. "Fluktuation gab es schon immer. Deshalb haben wir mehr Helfer geordert als wir am Ende brauchen", so Santelmann.

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