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Aus dem Landkreis Suedlink durch Kreis Celle: In Trippelschritten zur Stromtrasse
Celler Land Aus dem Landkreis Suedlink durch Kreis Celle: In Trippelschritten zur Stromtrasse
09:53 22.06.2018
Von Simon Ziegler
Beim Tennet-Infomarkt in der Congress Union informierten sich Bürger und Politiker wie der Bundestagsabgeordnete Henning Otte (links) über den Bau der Stromtrasse Suedlink. Quelle: Oliver Knoblich
Landkreis Celle

Der Netzbetreiber Tennet hatte vor gut einem Jahr einen Vorschlag für den Verlauf der Stromtrasse vorgelegt. Suedlink könnte im Kreis Celle an Bergen vorbei entlang der B3 Richtung Celle, bei Wolthausen und zwischen Hambühren und Wietzenbruch Richtung Hannover geführt werden. Der Betreiber hat auch einen alternativen Korridor erarbeitet, der westlich von Hannover verläuft und den Kreis Celle nicht tangiert.

Bürgerbeteiligung: Die möglichen Korridore müssen detailliert untersucht werden: Umweltverträglichkeit, Wasser, Tiere, Pflanzen, Artenschutz – alles kommt auf den Prüfstand. Jetzt steht die Detailprüfung der möglichen Trassen an. Am Ende der Bundesfachplanung wird die Bundesnetzagentur den Trassenkorridor festlegen. Dieser wird Ausgangspunkt für das Planfeststellungsverfahren sein. Auf welche der beiden Trassen es hinauslaufen wird, sei derzeit noch völlig offen, sagte während des Infomarktes Elisabeth Benecke, Tennet-Referentin für Bürgerbeteiligung. Allein aus dem Kreis Celle seien 250 Stellungnahmen eingegangen. Das Spektrum der Einwände reichte nach ihren Worten von Bauprojekten über Friedhöfe bis hin zu Beregnungsanlagen. Es gibt noch immer die Möglichkeit, sich im Verfahren zu beteiligen.

Fehler in Adelheidsdorf: Die Pläne sind vor allem in Adelheidsdorf umstritten. Besonders ärgerlich ist ein Fauxpas, der jetzt offenbar im Planungsverfahren passiert ist. Es lag der Vorschlag auf dem Tisch, die Trasse nicht durch Großmoor, sondern westlich an dem Adelheidsdorfer Ortsteil vorbeizuführen. Geprüft wurde aber eine Variante östlich von Großmoor. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte will sich jetzt der Sache annehmen. "Ich werde die Bundesnetzagentur auffordern, Tennet den Auftrag zu erteilen, dass der Vorschlag der Gemeinde Adelheidsdorf geprüft wird", sagte er am Mittwoch. Er will sich außerdem dafür einsetzen, dass die betroffenen Grundeigentümer angemessen entschädigt werden.

Entschädigung: Denn nicht nur in Adelheidsdorf ist man mit den Suedlink-Plänen nicht einverstanden. Betroffenen Bürgern, vor allem Landwirten, stößt es sauer auf, dass sie womöglich ihr Land zur Verfügung stellen müssen, die Trasse aber nicht am Rande des Truppenübungsplatzes verlaufen wird. Diese Idee war am Veto des Verteidigungsministeriums gescheitert. "Wir sind enttäuscht, dass der Staat dazu einfach Nein gesagt hat", kritisiert Helmut Wrogemann, Landwirt aus Bergen. Wie hoch die Entschädigung ausfällt, sollte der Suedlink auf Feldern seiner Familie verbuddelt werden, wisse er nicht. "Versprechen kann man viel", schimpft Wrogemann. Mehr Klarheit in Sachen Suedlink wünscht sich auch der Hambührener Ratsherr Hans-Jürgen Meine. Sein Bruder sei wahrscheinlich als Landwirt betroffen, sagte Meine, auch er "ist nicht begeistert". Das Landvolk fordert für betroffene Bauern keine einmaligen Beträge, sondern jährliche Ausgleichszahlungen.

Zeitplan: Der Zeitplan sieht vor, dass die Netzagentur bis Ende 2019 den Trassenverlauf festlegt. Bisher sind die möglichen Korridore 1000 Meter breit, am Ende werden etwa 50 Meter benötigt. Die Kabel werden in einer Tiefe von 1,5 bis 2 Metern verlegt. Ab dem Jahr 2025 soll dann über den Suedlink Strom aus erneuerbaren Energien von der Küste bis nach Bayern fließen. Dass dieser Zeitplan eingehalten wird, scheint – Stand heute – ziemlich ambitioniert. Über das wichtigste Infrastrukturprojekt der Energiewende wird seit über vier Jahren diskutiert – entscheidend weitergekommen ist man noch immer nicht.

Hinter den Erntehelfern von Spargelbauer Henning Santelmann in Nordburg liegen anstrengende Wochen. Um 6 Uhr morgens geht es seit Wochen täglich raus aufs Feld. Bis 12 Uhr werden Reihe für Reihe die begehrten Stangen aus dem Boden geholt. Nach zwei Stunden Pause geht es dann am Nachmittag weiter. „Meist ist um 17 oder 18 Uhr Schluss. Wir stechen so viel wie wir schaffen“, erklärt Santelmann.

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