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Aus dem Landkreis Schlappe für Grüne: Keine Fairtrade-Getränke
Celler Land Aus dem Landkreis Schlappe für Grüne: Keine Fairtrade-Getränke
18:29 30.04.2019
Von Oliver Gatz
Fair gehandelter Kaffee bei Veranstaltungen des Landkreises? Für ihre Idee haben die Kreistags-Grünen nicht genügend Unterstützer gefunden. Quelle: Christin Klose
Celle

Bei zukünftigen Sitzungen der Politiker und bei Veranstaltungen des Landkreises sollen nach dem Willen der Grünen im Kreistag vermehrt fair gehandelter Kaffee oder Tee auf den Tisch kommen. Doch der Vorstoß fand im Ausschuss für Gebäudewirtschaft am Dienstag nicht genügend Befürworter und wurde mehrheitlich abgelehnt.

Keine Mehrheit für neuen Antrag

Antragstellerin Annegret Pfützner hatte zuvor noch versucht, mit einer textlichen Änderung ihr Ziel zu erreichen. Denn im ursprünglichen Antrag hieß es, der Landkreis möge sich an dem „Fairtrade-Town“-Projekt des Celler Stadtteils Neuenhäusen beteiligen. Diese Passage ließ sie in einem neuen Antrag streichen. „Die Beschaffung fair gehandelter Produkte steht im Vordergrund, nicht der Stadtteil Neuenhäusen“, erläuterte die Grünen-Politikerin. Bei dem „Fairtrade“-Konzept erhalten Produzenten in Entwicklungsländern einen fairen Lohn.

Skepsis bei der Verwaltung

Die Verwaltung begrüßt grundsätzlich das Neuenhäuser Projekt, will sich aber nicht an Vorgaben binden. „Wir müssen den wirtschaftlichen Faktor im Auge behalten. Und wir wollen flexibel bleiben“, sagte Kreisrat Bernd Niebuhr. Er bezifferte die Mehrkosten für fair gehandelten Tee und Kaffee auf etwa 1000 Euro.

Die SPD unterstützte den Antrag der Grünen. Die Verwaltung solle verpflichtet werden, mehr Geld für fair gehandelte Produkte auszugeben, sagte Manuela von Butler. Sonst würde sie nur nach eigenem Ermessen entscheiden.

"Haben ganz andere Aufgaben"

Bei der CDU stieß die Idee hingegen auf wenig Gegenliebe. Man vertraue darauf, dass die Verwaltung nach bestem Gewissen entscheidet, sagte Elke Meyer. Auch ihr Fraktionskollege Hans-Günter Grunke sah das so. „Ich denke, wir als Kreistagsmitglieder haben ganz andere Aufgaben.“

Ausschussvorsitzender Klaus Didschies (CDU) will eine Reglementierung der Verwaltung vermeiden. Auch befürchtet er, dass der Plan beim Bürger nicht so gut ankommen könnte und dass genau hingeschaut wird, was wem wo aufgetischt wird.

Keine Bewirtung nach Anzeige

Im Celler Stadtrat hat die Bewirtung von Politikern offenbar bereits zu Konsequenzen geführt. Dem Vernehmen nach werden bei Sitzungen des Stadtrates keine Getränke mehr angeboten. Auslöser soll eine Anzeige eines Bürgers gewesen sein.

In der Stadt Celle gibt es eine weitere Refill-Station. Auch die Kreisverwaltung beteiligt sich jetzt an dem Projekt.

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