Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Aus dem Landkreis Hubschrauber verteilen 2500 Tonnen Kalk im Wald
Celler Land Aus dem Landkreis

Waldschutz bei Celle: Hubschrauber verteilen 2500 Tonnen Kalk nahe Unterlüß

12:26 04.10.2020
Von Christian Link
Auf mehr 1ls 15 Prozent der bundesdeutschen Waldflächen besteht Kalkungsbedarf zur Regeneration des natürlichen Bodenzustands und seiner Vielfalt. Quelle: Niedersächsische Landesforsten
Anzeige
Unterlüß

Am Montag beginnen die Niedersächsischen Landesforsten eine großflächige Kalkungsaktion in der Revierförsterei Schafstall. Zwei Wochen lang werden insgesamt 2500 Tonnen Kalk per Hubschrauber in den Tageslichtstunden zwischen 8 und 20 Uhr auf einer Waldfläche von 1000 Hektar abgeworfen. Nur am Wochenende wird nicht geflogen.

Das Forstamt Unterlüß bewirtschaftet 18.500 Hektar Wald in der Süd- und Ostheide. Das Gebiet ist in mehrere Revierförstereien aufgeteilt. Quelle: Niedersächsische Landesforsten

1000 Hektar Wald im Landkreis Celle betroffen

„Wir beginnen nahe Queloh und kalken dann rund um das Waldpädagogikzentrum Haus Siedenholz und die Revierförsterei“, erläutert Einsatzleiter Jobst Böttger. „Wir bitten alle Waldbesucher und besonders die zahlreichen Pilzsucher, diese Waldbereiche zu meiden.“

Anzeige
Gut für den Wald – unbedenklich für Mensch und Tier: Kohlensauerer Magnesiumkalk. Quelle: Düngekalk-Hauptgemeinschaft

Magnesiumkalk gleich sauren Regen aus

Mit den Einsätzen sollen Schadstoffe im Boden etwa durch sauren Regen ausgeglichen werden. Der verwendete kohlensaure Magnesiumkalk wird dazu als staubähnliches Material aus der Luft ausgebracht. „Um die Beeinträchtigungen für die Tier- und Pflanzenwelt möglichst gering zu halten, wird erst jetzt zum Ende der Vegetationszeit gekalkt“, so Förster Jobst Böttger. „Die für den Naturschutz relevanten Bereiche, vor allem Feuchtbiotope werden in Abstimmung mit unseren Naturschutzfachleuten von der Kalkung ausgenommen.“

„Die für den Naturschutz relevanten Bereiche, vor allem Feuchtbiotope werden von der Kalkung ausgenommen“, sagt Förster Jobst Böttger. Um Ortschaften machen die Hubschrauber ebenfalls einen großen Bogen. „Wir bleiben weit genug von den Ortsrändern entfernt, so dass man allenfalls die Hubschraubergeräusche vernimmt.“

Darum ist Waldkalkung so wichtig

Fast ein Drittel von Deutschland ist mit Wald bedeckt, das sind mehr als elf Millionen Hektar. Und wiederum etwa ein Drittel dieses Waldes zeigt starke Schäden durch Versauerung aus. Grund dafür sind Säure- und Stickstoffeinträge aus der Luft, die sich seit mehreren Jahrzehnten in großen Mengen in den Böden angereichert haben.

Das natürlichste und effektivste Vorbeuge- und Heilmittel gegen die Übersauerung der Waldböden ist kohlesaurer Magnesiumkalk. Er neutralisiert Säureeinträge und hebt den pH-Wert des Bodens. Seit rund 30 Jahren werden deshalb in Deutschland regelmäßige Bodenschutzkalkungen zur Stabilisierung der Wälder und zum Waldbodenschutz durchgeführt.

Eine erste Bodenschutzkalkung fand bereits in den 1980er Jahren als Konsequenz aus der damaligen Waldsterbenssituation statt. Die Kalkung vom Hubschrauber ist nicht nur die preiswerteste und genaueste Ausbringungs-Methode, man vermeidet auch Beeinträchtigungen bei der Befahrung von Wäldern. 

03.10.2020
Carsten Richter 02.10.2020