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Aus dem Landkreis Wathlinger fürchten "eine der größten Abfalldeponien Niedersachsens"
Celler Land Aus dem Landkreis Wathlinger fürchten "eine der größten Abfalldeponien Niedersachsens"
19:24 29.01.2018
Von Simon Ziegler
"Mülldeponie...Nein danke": Am 4G-Park demonstrierten gestern Bürger aus Wathlingen und Hänigsen. Quelle: Oliver Knoblich
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Landkreis Celle

Aus Hänigsen waren etwa 15 Bürger nach Wathlingen gekommen. "Ich bin Anlieger, vor meiner Haustür würde der Verkehr vorbeifließen", sagte Michael Miethe, einer der Sprecher des Aktionsbündnisses. Es sei unverantwortlich, heutzutage den gesamten Bauschutt über die Straße anzuliefern.

In Hänigsen wird genau verfolgt, wie die Diskussion in Wathlingen geführt wird, schließlich befürchtet man, dass ein Großteil des Lkw-Verkehrs durch den Uetzer Ortsteil geführt wird. Zuletzt gab es Meldungen, wonach bis zu 75 Prozent der Laster durch Hänigsen fahren könnten. K+S rechnet täglich mit 200 Fahrten für die Anlieferung des Abdeckmaterials.

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Die geplante Kalihaldenabdeckung habe fatale Folgen für Menschen und Umwelt, sagte Holger Müller, Sprecher der BI Umwelt Wathlingen, während der Kundgebung. Er sprach von "schwerwiegenden Verkehrsproblemen". Zugleich warf er dem Bergbaukonzern vor, mit der Abdeckung des Bergs Gewinne erzielen zu wollen. "Über allem steht offensichtlich das Interesse an Profit. Jede Tonne Abfall bringt rund 20 Euro – das macht hunderte Millionen Euro Umsatz", so Müller. Die Landesregierung sei keine Hilfe, schließlich werde das Land Niedersachsen in Wathlingen bequem seine Abfälle los. "Wathlingen soll eine der größten Abfalldeponien Niedersachsens bekommen – getarnt als Begrünung", schimpfte Müller.

Die Bürgerinitiative fordert weiterhin, dass die Gemeinde eigene Grundstücke am Kaliberg, die K+S für die Abdeckung braucht, dem Konzern nicht verkauft. Müller kritisierte gestern, dass der Gemeinderat sich diesbezüglich überhaupt nicht positioniere. "Was ist das für eine Politik, die zur Abdeckung keine Haltung zeigt und einfach abtaucht?", fragte er. Müller kündigte an, dass vor politischen Sitzungen der Gemeinde-Gremien künftig regelmäßig Mahnmale stattfinden sollen.

Ingrid Kantoks-Albert, Wathlinger Ratsfrau der Bürgerlichen Liste, nahm an der Kundgebung teil, weil sie fürchtet, dass belasteter Bauschutt am Berg verbaut werden könnte. "Ich würde den Bürgermeister gerne fragen, warum er uns das antun will", sagte die Politikerin. Sie hätte sich eine größere Resonanz von Wathlinger Bürgern an der Demonstration gewünscht.

K+S hatte Ende 2017 beim Landesbergamt die Abdeckung der Kalihalde beantragt. Die Unterlagen liegen bis zum 15. Februar in den Rathäusern der Samtgemeinde Wathlingen, der Samtgemeinde Flotwedel und der Gemeinde Uetze öffentlich aus. Am kommenden Montag, 5. Februar, will der Wathlinger Bauausschuss über das Planfeststellungsverfahren beraten (18.30 Uhr, 4G-Park). Es ist damit zu rechnen, dass die Bürgerinitiative dann wieder vor Ort ist.

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