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Aus dem Landkreis Weniger Häuslebauer im Kreis Celle
Celler Land Aus dem Landkreis Weniger Häuslebauer im Kreis Celle
16:54 21.07.2011
Von Simon Ziegler
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Landkreis Celle

Die Bürger im Kreis Celle sind beim Kauf von Grundstücken weiter zurückhaltend. Mit 157 registrierten Verkäufen von unbebauten Grundstücken im Kreis Celle gegenüber 161 im Vorjahr ist die Zahl der verkauften Bauplätze rückläufig. Zum Vergleich: 2007 waren es mit 252 deutlich mehr.

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Die aktuellen Zahlen gehen aus dem Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte für 2010 hervor, der am Mittwoch in Celle vorgestellt wurde. Die Preise im Celler Land variieren erheblich. So musste in der Stadt Celle mit ihren Randlagen im Durchschnitt 96 Euro pro Quadratmeter inklusive Erschließungskosten gezahlt werden. Dagegen ist Bauland in mittleren Lagen in den Samtgemeinden Lachendorf und Eschede schon für 45 Euro pro Quadratmeter zu haben. Am billigsten sind Grundstücke in Unterlüß (35 Euro) und Faßberg (33).

Nach Angaben von Ulrike Tilk, Vorsitzende des Gutachterausschusses, zogen die Preise in Celle gegenüber 2009 leicht an, was sich auf dem mittleren Grundstücksniveau indes kaum zeigt. Die Preise stiegen laut Tilk im nordöstlichen Kreisgebiet um rund ein Prozent, im westlichen Kreisgebiet um zwei Prozent und in der Stadt Celle sogar um acht Prozent. „Die vergangenen fünf Jahre hat es Stagnation oder einen leichten Rückgang gegeben. Jetzt zieht es wieder leicht an“, bewertet Andreas Christ, Leiter des Katasteramtes Celle, die Zahlen.

Bei den bebauten Grundstücken zeigt die Kurve deutlich nach oben. Im Jahr 2010 wurden mit 824 Wohnhäusern sechs Prozent mehr verkauft als im Jahr zuvor. Auch langfristig ist ein Anstieg erkennbar. Auf dem Teilmarkt der Reihenhäuser und Doppelhaushälften wurden mit 207 verkauften Objekten 13 Prozent mehr als im Vorjahr registriert. Dagegen ging mit 243 veräußerten Eigentumswohnungen die Zahl in diesem Segment um 22 Prozent zurück.

Im Durchschnitt zahlten Käufer im Kreis Celle im Jahr 2010 für Ein- und Zweifamilienhäuser 141.000 Euro. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Durchschnittspreise für Reihenhäuser und Doppelhaushälften liegen 2010 mit 106.000 Euro etwa zwei Prozent über denen des Vorjahres.

Die Zahlen sind zuverlässig, sagte die Vorsitzende des Ausschusses. Denn sie basieren auf tatsächlich gezahlten, notariell beurkundeten Kaufpreisen. Angebotspreise und Schätzwerte sind nicht berücksichtigt.

Keine Prognosen gaben die Fachleute zur Zukunft des heimischen Immobilienmarktes ab. Während der demografische Wandel in den kommenden Jahren noch wenige Auswirkungen haben dürfte, könnte besonders im Nordkreis durch den Britenabzug ein Preisverfall einsetzen. „Es ist zu erwarten, dass sich der Truppenabzug enorm bemerkbar macht“, so Tilk.

Der rund 100-seitige Grundstücksbericht kann für 50 Euro in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in der Mühlenstraße 4 in Celle gekauft werden. Informationen gibt es auch im Netz unter www.gag.niedersachsen.de. Auf der Seite ist zudem ein Immobilienpreiskalkulator zu finden. Interessierte können den Wert berechnen lassen, den das eigene Haus oder die eigene Wohnung erzielen müsste. Die Auskunft ist per Einzelzugriff für 19,90 Euro zu bekommen.