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Aus dem Landkreis Wetterextreme am laufenden Band
Celler Land Aus dem Landkreis Wetterextreme am laufenden Band
17:43 30.12.2018
Im November bot das Wetter Spektakuläres wie diesen Sonnenuntergang.
Landkreis Celle

Neben unfassbaren Bestmarken in Sachen Sommer- und Hitzetagen wurden auch bei den Regen- und heiteren Tagen (mindestens 1 Millimeter Niederschlag, beziehungsweise 80 Prozent Sonne) in den Klimareihen erste oder zweite Plätze erobert.

Januar – Einer der
Wärmsten seit 20 Jahren

Anhaltende Westwinde lassen meist nur leichte Minusgrade zu. Pünktlich zum 11. Jahrestag von Orkantief „Kyrill“ sorgt „Friederike“ am 18. Januar für Sturmböen bis 72 km/h in Faßberg. Insgesamt endet der Monat viel zu warm und nahezu ohne Schnee.

Februar – Der Winter
zeigt seine Zähne

Ein so genannter Polarwirbel-Splitt sorgt für eine nachhaltige Umstellung der Großwetterlage. Dies leitet letztendlich eine der längsten Trockenperioden in der Klimageschichte Deutschlands ein. Durch nördliche bis östliche Winde gibt es 26 bis 27 Frosttage in Folge mit Tiefstwerten von minus 16,5 Grad in Faßberg. Die Kälte macht den Februar zum ersten richtigen Wintermonat der Saison und verleiht ihm zum Ende eine meist dünne Schneedecke. Die spärlichen Niederschläge und viel Sonnenschein runden das Bild ab.

März – Der Winter geht
in die Verlängerung

In den ersten Märztagen hält das strenge Frostwetter mit wenigen Zentimetern Schnee zunächst an, bevor kräftiges Tauwetter einsetzt. Ab Monatsmitte startet Väterchen Frost einen letzten Anlauf, was die aufkeimende Vegetation in ihrer Entwicklung um über zwei Wochen zurückwirft. Trotz des zu kalten Wetters bleibt eine neuerliche Schneeauflage aus.

April – Vom Winter
in den Sommer

Im April setzt sich ein blockierendes Hoch über Osteuropa fest. Damit kann heiße Saharaluft Norddeutschland aus dem Winter direkt in den Sommer katapultieren. Unsere Region bringt es auf zwei Sommertage und Celle am 20. April auf fast 28 Grad. So endet der April als wärmster beziehungsweise zweitwärmster seit Messbeginn.

Mai – Trockenheit und
Hitze breiten sich aus

Im Mai bleiben die heißen Südwinde stabil. Örtlich entwickeln sich kräftige Gewittergüsse, die aber bei Weiten nicht jeden treffen. 13 bis 15 Sommer-, darunter zwei bis drei Hitzetage (mindestens 30 Grad), sorgen in den Freibädern für volle Kassen, bei den Landwirten aber für erste Sorgenfalten. Mit einem Wärmeplus von rund 3,5 Grad geht der Mai mit weitem Abstand als wärmster seit Messbeginn durchs Ziel.

Juni – Unverändert warm und trocken

Am Südrand eines Skandinavienhochs dominiert im Juni eine östliche Strömung. Der böige und sehr trockene Wind dörrt die Böden weiter aus. Vielerorts hat es seit Anfang Mai nur unwesentlich geregnet.

Juli –
Der Steppenmonat

In dem für den Hochsommer wichtigen Siebenschläferzeitraum Anfang Juli hält das trockenwarme Wetter an. Sommer- und Hitzetage erreichen mit 18 bis 23 beziehungsweise sieben bis zehn ihr monatliches Maximum. Die Vegetation trocknete weiter aus. In der Folge greifen Wald- und Flächenbrände um sich. Eine solche Witterung lässt sich durchaus mit dem ungarischen Steppenklima vergleichen. Pünktlich zu den Hundstagen setzt im letzten Monatsdrittel eine enorme Hitzewelle ein, die uns am 31. Juli über 35 Grad bringt. Insgesamt landet der Juli unter den fünf wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn.

August – Dürre und
Hitze halten an

Im ersten Augustdrittel bleiben die Temperaturen hoch. Heißluftattacken aus der Sahara sorgen am 7. August für die Toptemperatur des Jahres von 35,8 Grad in Faßberg und 36,6 Grad in Celle. Gewitterstörungen bringen danach kurze Erfrischungen und örtlich auch mal ergiebigen Regen. Doch schon zur Monatsmitte fasst das alte Muster wieder Fuß. Erst zum Monatsende geht dem Sommer die Puste aus.

September – Der Sommer startet nochmals durch

Nach einer kleinen Delle Anfang September geht der Sommer in die Verlängerung. Dabei markiert Exhurrikan „Helen“ den Höhepunkt der Wärmewelle. Auf seiner Vorderseite werden – äußerst spät im Jahr – am 18. September in Faßberg noch 30,6 Grad, in Celle 31,9 Grad gemessen.

Oktober – Noch ein
goldener „Sommermonat“

Nach einem unterkühlten und recht feuchten Start rastet die auf Wärme, Trockenheit und Sonne getrimmte Wetterlage erneut ein. Am 15. Oktober verzeichnet der Landkreis den letzten von bis zu drei Sommertagen. Das sind so viele wie noch nie, mit so hohen Werten wie noch nie (Maximum Celle: 27,2 Grad/13. Oktober). Danach nahen endlich durchschnittliche Temperaturen mit örtlich leichten Nachtfrösten.

November – Warten
auf den großen Regen

Das Hoch über Osteuropa regeneriert sich und dehnt seinen Einfluss nach Norddeutschland aus. Fehlender Regen und die bis Monatsmitte ungewöhnliche Wärme trocknen die Böden regional auf über einen Meter Tiefe aus. Erst in der letzten Woche stellen sich die üblichen Fröste ein. Trotzdem schließt der November als achter Monat in Folge leicht zu warm und als siebter erheblich zu trocken ab.

Dezember –
Die Westwinde sind da

Pünktlich zum 1. Dezember kommen die ersehnten Atlantikwinde auf. Das erste Mal seit Anfang Mai sorgen sie für übernormale Niederschläge. Die Meeresluft beschert uns kaum Schnee, dafür viel Dauergrau – auch zu Weihnachten.

Unter dem Strich wird 2018 in der Südheide als das wärmste oder zweitwärmste, dazu das trockenste und sonnigste Jahr seit Messbeginn in die Annalen eingehen.

Von Reinhard Zakrzewski

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