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Aus dem Landkreis "Wildtierampeln" nutzlos?
Celler Land Aus dem Landkreis "Wildtierampeln" nutzlos?
18:27 25.10.2018
Von Carsten Richter
Können blaue Reflektoren Wildunfälle verhindern? Quelle: Julian Stratenschulte
Celle

Es ist ein Schreckensszenario für Autofahrer, vor allem bei Dunkelheit: Plötzlich springt ein Reh auf die Straße, direkt vor den Wagen. Bremsen hilft nicht mehr, es kommt zur Kollision. Besonders im Herbst ist mit häufigem Wildwechsel zu rechnen. Blaue Reflektoren an Leitpfosten sollen seit einigen Jahren auch im Celler Land vor Zusammenstößen von Tieren und Fahrzeugen schützen. Nun aber kommen Zweifel an der Wirksamkeit der "Wildtierampeln" auf. Laut einer Studie von Forschern der Universität Göttingen hat sich die Hoffnung, dass die Reflektoren die Unfallzahlen verringern, nicht erfüllt. "Sie bringen nichts", lautet das ernüchternde Fazit einer Untersuchung auf 150 Teststrecken.

Im Landkreis Celle war die Zahl der Wildunfälle mehrere Jahre rückläufig, 2016 hat es jedoch wieder einen Anstieg gegeben, wie Karsten Wiechmann, Verkehrssicherheitsberater bei der Celler Polizei, auf Anfrage mitteilt. So gab es im Jahr 2012 noch 1024 Wildunfälle, zwei Jahre später waren es nur noch 846 Zusammenstöße. 2016 ist die Zahl jedoch wieder auf 1044 Unfälle angestiegen. Für das vergangene Jahr liegen die Zahlen noch nicht vor. Ob der zeitweise Rückgang der Unfallzahlen mit den Rückstrahlern zusammenhängt, will der Sicherheitsberater aber nicht fest behaupten. "Landkreisweit sind auf 150 Kilometern blaue Reflektoren an den Straßenrändern angebracht", sagt Wiechmann.

Hans Knoop kann die Kritik der Göttinger Forscher nicht ganz nachvollziehen. "Wenn es durch die Reflektoren auch nur einen Unfall weniger gibt, ist das ein Erfolg", sagt der Celler Kreisjägermeister. Besonders positiv wirkten sich die neuen Reflektoren aus, die vor einem Jahr an der Kreisstraße zwischen Eicklingen und der B214 installiert worden seien und ein "Blitzlichtgewitter" erzeugten, wenn Autoscheinwerfer auf sie treffen, so Knoop.

Die unterschiedlich hohen Unfallzahlen müssten jedoch nicht zwingend mit den Reflektoren zusammenhängen. Der Polizei seien nicht alle Unfälle bekannt, auch Jägern würden verletzte oder getötete Tiere gemeldet. Außerdem würden die Wildunfälle nur an den Teststrecken sauber dokumentiert, sagt Knoop.

Die Reflektoren seien wirksamer als die Verkehrsschilder, die vor Wildwechsel warnen, ist sich der Kreisjägermeister sicher. "Die Schilder werden von Autofahrern ignoriert." Ratsam sei, die dreieckigen Warnhinweise nur an den Unfallschwerpunkten aufzustellen. "Das würde für einen Aha-Effekt sorgen", so Knoop. Diese "Brennpunkte" können Polizei und Kreisjägerschaft für Celle nicht genau benennen. Generell aber gelte besondere Vorsicht im Bereich von Wäldern, Feldern und Gewässern. Vor allem nach der Getreideernte sei Obacht geboten.

Der ADAC hat unterdessen gute Erfahrungen mit Duftzäunen gemacht, die das Wild warnen sollen. Diese seien allerdings teuer und würden selten genutzt, so eine Sprecherin. Hier ist Celles Kreisjägermeister jedoch skeptisch. "An Duftstoffe gewöhnen sich die Rehe schnell. Sie bringen nichts."

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