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Aus dem Landkreis „Wir können vom Verdienst nicht gut leben“
Celler Land Aus dem Landkreis „Wir können vom Verdienst nicht gut leben“
09:11 11.11.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Arno Burgi
Celle

„Die Arbeit ist nicht existenzsichernd. Von Altersarmut will ich gar nicht erst reden.“ Sie ist im Gespräch mit der Politik. "Alle verantwortlichen Fraktionen im Kreistag haben ihre Bereitschaft bekundet, die Besserstellung der Tagesmütter zu unterstützen", sagt sie.

Bayram ist Sprecherin der Regionalgruppe Celle und Umland der Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen. Vergangene Woche hatte sich der Celler Kreistag mit den Tagespflegepersonen befasst. Bisher zahlt der Landkreis den Tagesmüttern einen Zuschuss von 4,10 Euro. Die Tagesmütter sprechen lieber von einer Förderleistung. Der Betrag setzt sich zusammen aus dem pädagogischen Entgelt in Höhe von 2,22 Euro und einem Sachkostenaufwand von 1,88 Euro. „Vom Sachkostenaufwand müssen die Kosten für Fördermaterial, Einrichtung und Ausstattung, Nebenkosten, Instandhaltung, Hygienemittel, Sozialversicherungsbeiträge und Versicherungen finanziert werden“, so Bayram.

Nach Angaben von Kreisdezernent Bernd Niebuhr will die Verwaltung vergleichen, was andere Landkreise in Niedersachsen zahlen, und dann einen neuen Vorschlag auf den Tisch legen. In den Kreisen Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg liegt der Satz momentan bei 3,90 Euro. In Braunschweig sind es 4,80 Euro. Northeim zahlt laut Bayram bis zu 6 Euro. Die Tagesmütter fordern je nach Qualifikation zwischen 7,20 und 8,40 Euro pro Stunde und Kind. „Die geforderten Beträge sind kein Wunschdenken der Tagespflegepersonen. Die Zahlen basieren auf dem Vergütungsmodell des Bundesverbandes der Kindertagespflege, der ministeriell gefördert wird“, betont Bayram.

Das Bezahlsystem ist komplex. Die Tagesmütter erhalten die 4,10 Euro vom Landkreis, der dafür laut Bayram wiederum Geld vom Land Niedersachsen bekommt – zwischen 579 und 1213 Euro pro Vollzeitplatz im Monat, so die Tagesmütter. Zusätzlich können die Tagespflegepersonen im Rahmen ihrer Selbstständigkeit private Zuzahlungen von den Eltern verlangen, um einigermaßen existenzsichernd zu arbeiten. Durchschnittlich sind das 150 Euro im Monat, heißt es. Darüber hinaus müssen Eltern aber – analog zu den Betreuungskosten in Krippen – zwischen 260 und 320 Euro für einen Ganztagsplatz an den Landkreis bezahlen. Mit anderen Worten: Die Betreuung von U3-Kindern bei Tagesmüttern kann Eltern über 500 Euro im Monat kosten. Von einer gesetzlich vorgesehenen Gleichbehandlung der Betreuung in öffentlichen Einrichtungen und der Betreuung bei Tagesmüttern kann also – zumindest finanziell – gar keine Rede sein. Schließlich zahlen Krippeneltern je nach Betreuungsumfang nur 260 bis 320 Euro.

Der Landkreis will die Zahlungen der Eltern insgesamt auf den Prüfstand stellen, kündigte Niebuhr an. Der Jugendhilfeausschuss wird sich vermutlich Anfang 2019 erneut mit dem gesamten Komplex beschäftigen. Die Beitragsfreiheit für Eltern ab diesem Kita-Jahr spielt bei dem Thema keine allzu große Rolle. Denn 65 Prozent der Kinder bei Tagesmüttern sind jünger als drei Jahre. Die Beitragsfreiheit gilt erst ab dem 3. Geburtstag.

Die Tagesmütter hoffen auf eine finanzielle Besserstellung. Wenn die Bezahlung des Landkreises leistungsgerecht erhöht würde, will Alexandra Bayram „definitiv auf die Zuzahlung der Eltern verzichten“. Und: „Ich könnte mir auch etwas für die Alterssicherung beiseite legen.“

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