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Bergen Ortsteile Bei Eierproduktion in Bleckmar sind Sensoren, Computer und Smartphone im Einsatz
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Bei Eierproduktion in Bleckmar sind Sensoren, Computer und Smartphone im Einsatz
19:03 11.01.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Lothar H. Bluhm
Bleckmar

Der landwirtschaftliche Betrieb Habermann GbR in Bleckmar produziert Eier in Freilandhaltung. 29.982 Legehennen der Sorte Lohmann-Tradition liefern täglich rund 24.000 Eier. „Und alle Tiere können raus, wenn sie dann wollen.“ Ein wenig verhielten sich die Tiere wie Menschen. „Nöö, große Hitze und Kälte mögen die Hühner nicht“, beschreibt Habermann seinen Bestand. Lohmann-Tradition ist eine braune Henne. „Schon zu Beginn der Legeperiode werden Eier mit hohem Gewicht und einer gleichmäßig braunen Schale gelegt“, charakterisiert Habermann seine Tiere, die er in zwei Altersklassen hält: „Die eine Hälfte ist jetzt 32 Wochen alt, die andere 76.“

Aber bei Alarm sei immer der Chef gefordert, unterstreicht er, dass auch trotz aller Computer immer wieder der Mensch gefragt ist und die Verantwortung trägt. „Wir Menschen behalten die Kontrolle über den gesamten Stall, damit es den Tieren gut geht und sie sich gut entwickeln können.“

Schon während seines Studiums an der Fachhochschule Osnabrück hat sich Henning Habermann auf Geflügelhaltung spezialisiert, weil er darin eine bessere Zukunftsperspektive sah als in der Schweinehaltung. Also beschloss er den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern umzustrukturieren. „Bis 2012 hatten wir 550 Mastplätze und erheblichen Investitionsbedarf, um auf dem neuesten Stand zu sein.“ Seine Eltern hatten den Hof 1978 nach 24 Jahren aus der Pacht genommen und selbst wieder mit Bullen- und Sauenhaltung und später mit Schweinemast bewirtschaftet. 1996 wurde noch in einen Maststall investiert. „Aber unser Sohn hat den Handlungsbedarf sofort erkannt und dann haben wir zusammen überlegt“, sagt Senior Karl-Wolfgang Habermann zu der Umstrukturierung.

„Wenn man sich den Hühnerstall von früher vorstellt, kommt einem hier alles wie Hightech vor“, zieht Habermann Junior den Vergleich der Entwicklungen bei der modernen Hühnerhaltung. Schließlich sorgen Feuchtigkeitssensoren und Temperatursensoren für das richtige Raumklima, per Computer wird die Helligkeit in den beiden Ställen reguliert. Sechs sensorgesteuerte Lüfter sorgen für den Unterdruck, damit ständig frische Luft in die Ställe kommen kann. „Und sowie irgendwo im System kleinste Fehler sind, meldet mein Handy Alarm“, deutet Habermann auf sein Mobiltelefon.

Da er 60 Prozent der Eier direkt an Rewe- und Edeka-Märkte sowie an Hofläden in der Region zwischen Bispingen, Langenhagen und Celle liefert, müssen die Eier entsprechend den Kundenwünschen verpackt sein. Auch da sind Computer im Einsatz.

Das beginnt damit, dass die Eier über Elevatoren und Bänder behutsam vom Stall zur Verpackung befördert werden. Es folgt eine Sichtkontrolle, bevor die Eier gekennzeichnet werden „1-DE-03 58221“, wird mit roter Farbe blitzschnell auf die braunen Eier gestempelt. „Der Drucker schafft rund 12.000 Eier in der Stunde – so schnell kann unser Auge gar nicht gucken“, sagt Habermann. Danach werden die Eier nach vier Größen- und Gewichtsklassen sortiert und dann – die Spitzen nach unten – in Pappen gelegt. Und das alles sehr behutsam. Zwischendurch queren sie Lichtschranken und Laserstrahlen, um die gesamte Verpackungsanlage am Laufen zu halten. Schließlich müssen auch die entsprechenden Eierpappen, Kartons und Aufkleber zeitgleich vorhanden sein. „Falls hier mal etwas nicht klappt, leuchtet die kleine Alarmlampe hellrot. Dann muss geguckt werden, was nicht stimmt. Auch dann ist wieder der Mensch gefragt.“

Was denn, von Krankheiten und Seuchen bei den Tieren abgesehen, eine Katastrophe wäre, sieht Habermann ganz nüchtern: „Wenn wie Weihnachten 2016 ein Eier-Transportband reißt. Dann muss ich für den Wechsel drei bis vier Stunden einplanen.“ Auch darum werden regelmäßig Sichtkontrollen durchgeführt. Nach vier Stunden sind die Eier des Tages verpackt und das Ausliefern an die Geschäfte kann beginnen. – Zwischendurch kommen immer wieder Kunden an die Stalltür und holen sich ihre zehn oder 20 Eier direkt vom Hof ab.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Fünf Stunden nachdem sich die Cellesche Zeitung per E-Mail an Vodafone Deutschland gewendet hatte, funktionierten Telefon und Internet wieder in Hünenburg, einem Ortsteil von Dohnsen in der Stadt Bergen. "Was haben Sie gemacht?", fragte gestern Morgen Stefan Dehning völlig begeistert. "Seit Donnerstagabend um 21 Uhr funktioniert wieder alles." Er hatte sich an die CZ gewandt, nachdem am 23. August nach einem Gewitter Telefon und Internet in Hünenburg ausgefallen waren.

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