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Bergen Ortsteile In Nindorf und Hagen fehlen Straßennamen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile In Nindorf und Hagen fehlen Straßennamen
17:53 06.02.2019
Diese Schilder sind ein Kuriosum in Nindorf. Quelle: David Borghoff
Bergen

Für Ortsfremde ist es ein seltsames Bild, wenn sie die kleinen Straßen Nindorfs, ein Ortsteil von Bergen, entlangfahren. Die blauen Schilder, auf denen anderswo die Straßennamen zu lesen sind, tragen hier nur den Schriftzug Nindorf und die Nummern der entsprechenden Häuser. Direkt an der Hauptstraße gibt es eine Tafel, auf der anhand eines Planquadrats zu erkennen ist, wo das gesuchte Haus liegt. Die Menschen in diesem ruhigen Dörfchen können den Trubel nicht verstehen, der in Hilgermissen wegen der fehlenden Straßennamen schon seit Jahren herrscht. Am Sonntag hat dieser mit dem Bürgerentscheid seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Bürgerversammlung entscheidet sich gegen Straßennamen

Den Nindorfer Eckhard Gawlick stört das Fehlen der Straßennamen überhaupt nicht: „Wir haben doch Schilder im Dorf, die Leute finden uns schon.“ Er ist gegen eine Einführung von Straßennamen. Nadine Kastern, die einige Häuser weiter wohnt, bestätigt diesen Aussage: „Wenn man sagt, man wohnt dritte Straße rechts, Nummer so und so, dann finden die Menschen auch hin.“ Ihr Ehemann Dirk verweist ebenfalls auf die Schilder und meint: „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.“ Eckart Borges, der Ortsbürgermeister von Nindorf, berichtet: „Wir machen das so, dass immer am ersten Arbeitstag im Jahr eine Bürgerversammlung einberufen wird. Ich stelle die Frage, ob Straßennamen eingeführt werden sollen, und immer kommt heraus, dass eine große Mehrheit bei ihren Hausnummern bleiben will. Mir sind auch keine Probleme dabei bekannt.“

Einführung von Straßennamen lohnt sich nicht

In Hagen, weiter südlich von Nindorf, besteht die gleiche Situation. Auch hier gibt es keine Straßennamen, auch hier steht eine Orientierungstafel am Straßenrand. Der Ortsbürgermeister Hermann Reinecke sieht die ganze Situation genauso gelassen wie die meisten seiner Mitbürger: „Es gibt 45 Häuser in Hagen, und die sind eben in der Reihenfolge nummeriert, nach der sie gebaut wurden. Wenn einer versucht, sich an den Nummern zu orientieren, wird er natürlich wahnsinnig, aber dafür gibt es ja den Dorfplan." Außerdem würden die Leute mit den traditionellen Hausnummern auch die dazugehörigen Höfe verbinden. Viele fänden es schade, wenn das verloren ginge. "Liefer- und Rettungsdienste sollen lieber ihre Navigationsgeräte aktuell halten, dann klappt alles, so Reinecke. Beim Vergleich mit der Situation in Hilgermissen fügt er hinzu: „Klar, in einem Dorf mit mehreren tausend Einwohnern sind Straßennamen schon sinnvoll, aber in Hagen wohnen einfach zu wenig Leute.“ Bianca Kuhlmann, stellvertretende Ortsbürgermeisterin, ergänzt: „Die Einführung von Straßennamen würde keine Erleichterung bringen. Unser Dorf ist ja eher kreisförmig angelegt, und man kann bestimmte Orientierungspunkte nennen. Der Kosten-Nutzen-Faktor wäre gleich null.“

Vereinzelt gibt es Probleme bei der Wegfindung

Mandy McBain hat hierzu eine andere Meinung. Sie wohnt erst seit drei Jahren hier und nimmt erstmal für sich selbst keine großen Umstände wahr: „Wenn ich etwas im Internet verkaufe, haben die Abholer zwar manchmal Schwierigkeiten mit dem Weg, aber das hat noch nie zu größeren Problemen geführt.“ Allerdings musste sie bereits beobachten, dass ein Rettungswagen das richtige Haus nicht gleich gefunden hat. „Das geht natürlich gar nicht“, sagt sie mit Nachdruck, „ich wäre prinzipiell schon für eine Einführung von Straßennamen“. Fritz Zadow wohnt direkt an der Hauptstraße und meint: „Es gibt Wichtigeres. Zum Beispiel sollte endlich dafür gesorgt werden, dass der Verkehr hier nicht immer so durchrast. Wir brauchen dringend eine Verkehrsumgehung. Hier wohnen schließlich auch Kinder.“

Von Svenja Gajek

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