Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Bergen Stadt Anwohner findet keine neue Wohnung in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Anwohner findet keine neue Wohnung in Bergen
14:52 21.05.2019
Von Christopher Menge
Ringsum türmt sich der Müll: Siegbert Schulz und Tochter Jody vor ihrer Wohnung in Bergen. Quelle: Oliver Knoblich
Bergen

Siegbert Schulz lebt mit seiner Tochter Jody in einer Wohnung an der Berliner Straße – zumindest noch, denn es steht fest, dass die Wohnblocks abgerissen werden sollen. Das hat Bergens Bürgermeister Rainer Prokop bereits im Juli in einem Brief mitgeteilt. Bis zum 31. März sei der Auszug erforderlich, heißt es in dem Schreiben. Und: „Die Stadt Bergen kann im Einzelfall bei der Suche nach einer neuen Wohnung behilflich sein.“

Schulz, der immer noch an der Berliner Straße wohnt, fühlt sich von der Stadtverwaltung im Stich gelassen. „Wir möchten gerne hier raus – lieber gestern als heute“, sagt der Busfahrer. „Aber dass uns geholfen wird, ist gelogen.“

Tochter besucht die Oberschule Bergen

Da er beim Unternehmen CeBus arbeitet und seine Tochter die Oberschule besucht, möchte er gerne in Bergen wohnen bleiben, doch vom Lucado-Immobilien-Management habe er nur Absagen bekommen. Nadine Schalow, Inhaberin von Lucado-Immobilien legt Wert darauf, dass ihre Firma die Absagen für eine Mietwohnung in Bergen lediglich vom Eigentümer Cesa weitergegeben und nicht selbst entschieden habe.

Der 54-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er derzeit einen Mietrückstand hat. Allerdings beträgt dieser nur 533 Euro. „Andere haben 10.000 Euro Schulden“, sagt er. „Es kriegen hier alle keine Wohnung.“

An Berliner Straße türmt sich der Müll

Dabei möchte er die Berliner Straße schnellstmöglich verlassen. „In die Keller wird eingebrochen. Wir zahlen Reinigung und Gartenpflege und hier passiert gar nichts mehr“, sagt er. Vor den Häusern türmt sich der Müll, daneben stehen abgemeldete Autos, an den Hauseingängen hängen kaputte Lampen.

Stadt Bergen will mit Cesa sprechen

Eigentümer der Wohnungen ist die Stadtentwicklung Bergen, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Bergen. Im Rathaus lässt man sich den Vorwurf, man kümmere sich nicht um die Menschen in dem sozialen Brennpunkt, allerdings nicht gefallen. „Wir gehen auf die Mieter zu“, betont Prokop. Gerade erst habe man eine Großfamilie aus der Berliner Straße in einer städtischen Wohnung untergebracht. „Wir versuchen das so sozial wie möglich hinzubekommen“, sagt der Verwaltungschef, der in dieser Woche das Gespräch mit Cesa suchen will. „Wir sitzen in einem Boot – Cesa hat die Wohnblocks, wir haben die Menschen“, sagt Prokop.

Einfamilienhäuser sollen an Berliner Straße gebaut werden

Etwa 50 Wohnungen sind an der Berliner Straße derzeit noch bewohnt. Ziel ist es, die Menschen dezentral unterzubringen. „Das ist bisher einigermaßen gut gelungen“, sagt Prokop. Doch nun komme man an einen Punkt, an dem die Stadtentwicklung Bergen zwar noch genügend freie Wohnungen habe, aber die Gefahr bestehe, dass sich die Ansiedlung der sozial schwachen Menschen aus der Berliner Straße wieder zentriere. „Das wollen wir nicht“, sagt Prokop.

An der Berliner Straße soll nach dem Abriss der Wohnblocks ein Baugebiet für Einfamilienhäuser entstehen, aber zunächst müssen Siegbert Schulz und seine Tochter sowie die anderen Mieter eine neue Bleibe finden.

Nach einer Hundeattacke in Bergen hat sich ein Mann einen Arm gebrochen. Und seine Frau bekam zwei Bisse von dem Pitbull ab. Die Polizei ermittelt.

Jürgen Poestges 20.05.2019

Mehr als 400 Bürger haben sich bei der CZ-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Bergen informiert. Auch eine Probeabstimmung gab es.

Oliver Gatz 16.05.2019

Paukenschlag vor der Bürgermeisterwahl in Bergen: Die CDU verliert ihre Mehrheit im Stadtrat, da Walter-Christoph Buhr die Fraktion verlässt.

Christopher Menge 15.05.2019