Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bergen Stadt Absurditäten des Lebens
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Absurditäten des Lebens
13:45 10.09.2018
"Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht", findet Henning Schmidtke und unterhielt mit dieser These gut zwei Stunden lang das Berger Stadthaus. Quelle: Birgit Stephani
Bergen

Es beginnt mit einem Humortest. Kabarettist Henning Schmidtke möchte zu Beginn seines Auftritts im Berger Stadthaus sicher sein, dass er und seine Gäste den gleichen Humor haben. Sollte das nicht der Fall sein, so wäre an dieser Stelle noch die Chance, zu gehen. Das Ergebnis ist positiv: Das Publikum lacht über seinen Testsong von Fred dem Kickboxer, einem vergnüglichen Abend steht somit nichts mehr im Wege. Noch entscheidender: Niemand verlässt den Saal, nicht jetzt und auch nicht in der Pause.

Als Auftakt in die neue Saison des Kulturkreises Bergen redet und singt sich Schmidtke in den kommenden zwei Stunden durch die Absurditäten des Lebens und hat dabei eigentlich nur ein Thema: sich selbst. Das klingt erst mal wie eine Kritik, ist es aber nicht. „Egoland“, so lautet der Titel seines Programms und selbiges nimmt selbstredend viel Platz ein. Doch wer über das Ego der Menschheit erzählt, kommt auch an Castingshows und Trump natürlich nicht vorbei.

Castingshows sind laut Schmidtke Sendungen, die das Konkurrenzdenken der Teilnehmer auf besondere Art und Weise fördern. „Nirgends wird mehr einfach nur noch gesungen, immer sagt hinterher irgendeine Hackfresse irgendwas dazu.“ Das ist das Fazit Schmidtkes. Und das Publikum, an diesem Abend meist älteren Semesters versteht, was er meint. Das Publikum selbst kennt noch Ilja Richter und seine Hitparade, eine Show, in der einfach nur gesungen wurde. „Wir hatten früher Ilja, den Richter, heute gibt es Bohlen, den Henker.“

Genauso schlecht wie Bohlen und die Castingshows kommen aber auch Discounter an diesem Abend weg. KiK sei die Kleiderkammer, die von Ehrenamtlichen in Bangladesch geführt werde, Ikea bezeichnet er als internationales Sägewerk, das sich zwar Möbelhaus nenne, in Wirklichkeit aber nur Holz und Schrauben verkaufe. Das Aldi-Prinzip, welches besagt, den Preis auf jeden Fall zulasten anderer zu drücken, ist für Schmidtke der Inbegriff für Egoismus.

Der zweite Teil des Programms ist musikalischer. Schmidtke, die Zukunft des deutschen Kabaretts, wie er sich selber nennt, startet am Klavier und mit der Mundharmonika. Er macht auch hier deutlich: „Alle anderen sind Loser. Seit ich die Trump-Therapie mache, bin ich ein ganz anderer Mensch.“ Sein Credo lautet: „Träume nicht Dein Leben, sondern meins.“

Auch wenn Schmidtke mit seinen Darstellungen über das menschliche Ego überzeugte, am Ende stand doch fest, dass vielleicht nur ein Funken Wahrheit in der Weisheit „Künstler sind im Kern Narzissten und wollen gesehen werden“ liegt. Denn Schmidtke begeisterte und war dabei so gar nicht egoistisch, sondern sehr unterhaltsam.

Von Birgit Stephani

Nach dem Abriss der beiden Twin Towers an der Danziger Straße in Bergen beklagen sich die Nachbarn über Schäden an ihren Häusern.

Christopher Menge 07.09.2018

Der Laudate-Chor Sülze hat sein 30-jährige Bestehen mit einem Konzert in der Fabian-Sebastian-Kirche in Sülze gefeiert.

04.09.2018
Bergen Stadt Sportplatz-Kauf geplant - Goldenes Tor nach neun Jahren?

Nach langem Streit könnte es eine Einigung zwischen der Stadt Bergen und dem Besitzer des Sportplatzes Heisterkamp geben. Der Kaufpreis soll bei 750.000 Euro liegen.

Christopher Menge 04.09.2018