Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Bergen Stadt Haft nach Tötung von Freundin im Vollrausch
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Haft nach Tötung von Freundin im Vollrausch
16:38 27.02.2019
Der wegen Vollrauschs in Tateinheit mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz Angeklagte Michael G. sitzt neben seiner Anwältin Louisa Krämer. Quelle: Philipp Schulze
Bergen

Das Landgericht Lüneburg verurteilte Michael G. am Mittwochnachmittag wegen vorsätzlichen Vollrauschs in Tateinheit mit Betäubungsmitteldelikten. „Dies ist ein Urteil, das nach unserem besten Wissen und Gewissen den strafprozessualen Möglichkeiten entspricht", sagte der Vorsitzende Richter Thomas Wolter in seiner Begründung. "Sie, die Familie, haben die Hölle auf Erden erlebt. Es packt einem das nackte Entsetzen. Man wird sprachlos. Doch sprachlos zu bleiben ist nicht unsere Aufgabe.“

Maximalstrafe bei fünf Jahren

Die Staatsanwaltschaft hatte für eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten, die Verteidigung für eine Strafe von bis zu drei Jahren plädiert. Die Nebenklage hatte eine Verurteilung wegen Totschlags gefordert, ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen. Die Maximalstrafe für vorsätzlichen Vollrausch liegt bei fünf Jahren.

Angeklagter beruft sich auf Erinnerungslücke

Der Angeklagte hatte sich bis zuletzt auf eine Erinnerungslücke berufen. Er habe mit der 18 Jahre alten Hermannsburgerin gemeinsam LSD konsumiert, dann sei er verletzt in einem Sessel zu sich gekommen. Laut Anklage soll G. im Drogenrausch in einen psychotischen Zustand geraten sein und dann mehrfach zugestochen und seine Freundin brutal getötet haben. „Wir können das nicht sicher ausschließen, und wenn das so ist, dann gilt der Grundsatz in Zweifel für den Angeklagten. Es klingt tragisch, ist aber so“, erklärte der Richter und gab unerwartet Einblick aus den geheimen Beratungen, die eher selten die Öffentlichkeit erreichen. Die junge Frau war am Abend des 20. März 2018 im Elternhaus des jungen Mannes brutal getötet worden.

In psychotischen Zustand geraten

Laut Anklage soll G. im Drogenrausch in einen psychotischen Zustand geraten sein und dann mehrfach zugestochen haben. Der aus Usbekistan stammende Angeklagte war zunächst zu seiner nach Russland gereisten Familie geflohen. Nachdem er seine Rückkehr angekündigt hatte, wurde er an der polnisch-russischen Grenze festgenommen.

Revision noch offen

„Ich finde das Urteil gut begründet und nachvollziehbar. Es war eine entsetzliche Tat“, sagte Rechtsanwältin Ute Rettel, die den Vater und die Schwester des Opfers vertritt, am Ende der Verhandlung. Ob es zu einer Revision vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe kommt, um dort eine Verurteilung wegen Totschlags zu erreichen, wisse sie noch nicht. „Meine Mandanten brauchen jetzt eine Woche Zeit, um sich das genau zu überleben.“

Von Benjamin Reimers

Wegen des Krippen-Anbaus in Eversen haben zwei Kita-Leiterinnen ihren Job getauscht. Petra Ahrens-Matzen nimmt die Herausforderung in Eversen an.

Christopher Menge 27.02.2019
Bergen Stadt Mitglieder wählen Horrer - Vorstand der SPD Bergen bestätigt

Bei der Mitgliederversammlung der SPD Bergen ist der geschäftsführende Vorstand durch eine Wiederwahl bestätigt worden

Christopher Menge 26.02.2019

Zum Thema Rettungsdienst hat sich jetzt auch die Wählergemeinschaft Bergen zu Wort gemeldet. Es gibt scharfe Kritik am Landkreis.

Christopher Menge 25.02.2019