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Bergen Stadt Bürger-Brunch in Bergen: "Wir sind mitten im Umbruch"
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bürger-Brunch in Bergen: "Wir sind mitten im Umbruch"
17:47 12.08.2018
Quelle: Anke Schlicht
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Bergen Stadt

Die Bürgerstiftung, der Heimatverein sowie „Unser Bergen“ als Initiatoren und Ausrichter können mit der zweiten Auflage des kulinarischen Miteinanders, untermalt von Live-Musik, sehr zufrieden sein.

Schon beim Open-Air-Gottesdienst zum Auftakt ist kein Platz unbesetzt. Im Anschluss wird ein wenig umgebaut und dann kommen nicht nur die Bergener, sondern auch die Bewohner der umliegenden Dörfer ins Gespräch. Sven Marquard und Hagen Rodehorst leben in Belsen. Marquard vermisst die englische Kultur, „das war eine Bereicherung“, sagt der junge Mann. „Rainer Prokop hat das anfängliche Chaos nach dem Abzug der Truppen gut aufgefangen und den Stein für einen Neuanfang ins Rollen gebracht“, lautet die Bilanz von Hagen Rodehorst zum scheidenden Bürgermeister Rainer Prokop.

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Dieser Meinung schließt sich ein kleines Damenkränzchen, das sich zum Rauchen auf einer Bank etwas abseits des Geschehens niedergelassen hat, an. „Aber wir sind mitten im Umbruch, es ist eine Menge angeschoben worden, das muss vom Nachfolger alles vollendet werden“, gibt eine Dame zu bedenken mit Blick auf Projekte wie die Einrichtung von zusätzlichen Krippenplätzen oder die Ausweisung neuer Baugebiete.

Mehr Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit wünscht sich indes ein anderes Mitglied der Runde: „Ich engagiere mich seit zehn Jahren bei der Tafel, das wird doch von der Politik gar nicht wahrgenommen“, merkt sie an. Ihrer Sitznachbarin sind wiederum die Ortsteile wichtig: „Die sollen sich zur Stadt Bergen zugehörig fühlen“, sagt sie und ergänzt, dass die Integrationsarbeit für Geflüchtete großgeschrieben werde. Ein Grund hierfür sei das Zusammenleben mit anderen Nationen über Jahrzehnte.

Beim Brunch wird das Engagement auf diesem Gebiet nicht sichtbar. Ein Umstand, für den der Holländer Henry Stouten kein Verständnis hat. „Außer dem syrischen Gesangsduo sind keine Menschen mit Migrationshintergrund da“, bedauert er. Einflüsse anderer Nationen weiß er sehr zu schätzen: „Ich vermisse die Kultur, die die Niederländer mitgebracht haben.“ Einig sind sich alle Gesprächspartner in zwei Punkten: Bergen sei auf dem richtigen Weg, aber es gebe noch sehr viel zu tun. Hervorragende Arbeit werde im Jugendzentrum „Bergwerk“ geleistet. „Alle Erlöse kommen der Jugendarbeit der Stadt zugute“, gibt Moderator Axel Stahlmann denn auch im Laufe der überaus gelungenen Veranstaltung von Bürgern für Bürger bekannt.

Von Anke Schlicht

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