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Bergen Stadt Bürgermeisterwahl in Bergen: Drei Christdemokraten im Blick
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bürgermeisterwahl in Bergen: Drei Christdemokraten im Blick
16:18 02.08.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Thomas Brandt
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Bergen Stadt

Von den drei ehrenamtlichen Stellvertretern kommt Rüdiger von Borcke (SPD), der bei der Wahl 1998 Prokops Kontrahent war, altersbedingt nicht in Betracht. Peter Meinecke und Claudia Dettmar-Müller (beide CDU) dagegen schon. Beide Namen kursieren in Bergen, wenn es um die Prokop-Nachfolge geht. Zu den Gerüchten äußern wollten sich beide aber nicht.

"Fest steht, dass wir als stärkste Fraktion im Stadtrat einen Kandidaten stellen wollen", sagt der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Bergen Meinecke, der für die kommende Woche zu einer Vorstandssitzung eingeladen hat. Namen der möglichen Kandidaten wollte er gestern aber noch nicht nennen. Klare Vorstellungen, wie der neue Verwaltungschef sein soll, hat er aber schon. "Er muss bürgernah sein", so Meinecke. "Wenn der Kandidat dann noch Fachwissen in der Verwaltung mitbringen würde, wäre das komfortabel, aber das muss nicht unbedingt sein." Entscheidend sei, dass es menschlich passe. Seit 1960 wird Bergen durchgängig von einem CDU-Bürgermeister geführt.

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"Der neue Bürgermeister darf nicht nur aufs Parteibuch schauen", fordert der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Randolf Horrer. Er war bei der Wahl 2014 gegen Prokop angetreten. "Ich habe kandidiert, damit der Bürger überhaupt eine Wahl hat", sagt Horrer. Ob er sich vorstellen kann, sich im nächsten Jahr erneut zur Wahl zur stellen, lässt der 58-Jährige offen. "Aufgrund meines fortgeschrittenen Alters könnte ich das Amt nur für die siebenjährige Wahlperiode ausüben", sagt Horrer. "Die SPD wird auf jeden Fall einen Kandidaten stellen oder sich mit den anderen Parteien auf einen verständigen." Die Berger Sozialdemokraten werden sich in der kommenden Woche beraten.

In der "Findungsphase" befindet sich noch die AfD. Der Fraktionsvorsitzende Michael Telkemeyer möchte sich erstmal mit der Basis abstimmen, bevor er sich dazu äußert, ob seine Partei einen eigenen Kandidaten stellen könnte.

„Es ist gut, dass Rainer Prokop den Weg für einen Neuanfang in Bergen frei macht", meint Jürgen Patzelt (Grüne). "Zuletzt ist einiges nicht so gelaufen, wie man es sich vorstellt.“ Seine Partei werde keinen eigenen Kandidaten aufstellen, man werde sich engagiert an der Suche nach einem geeigneten Bewerber beteiligen. Der neue Bürgermeister solle für die Stadt eine Vision haben, die notwendige Erfahrung für das Amt mitbringen und die Verwaltung zielorientiert leiten können, darüber hinaus zum Gespräch bereit und offen sein. „Verantwortungsbewusst" nennt Patzelt das Vorgehen in Wietzendorf, wo bundesweit ein Bürgermeister-Kandidat gesucht wird. "Das muss Bergen nicht so machen, aber es zeigt, wie wichtig dieses Amt ist."

Peter Rabe (WG) hält Prokops Schritt für "sinnvoll und nötig". "Es ist eine gute Entscheidung. So kommt frischer Wind nach Bergen", so Rabe. Anders als Horrer ist Rabe nicht der Meinung, dass es einen Gegenkandidaten braucht. "Wenn sich der jetzige Vertreter zur Verfügung stellt, würde ich ihn unterstützen", sagt Rabe. Frank Juchert ist nicht nur Prokops Allgemeiner Vertreter, sondern auch im Vorstand des CDU-Stadtverbands. Derzeit weilt er allerdings im Urlaub und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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