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Bergen Stadt „Das war immer mein Traum“
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt „Das war immer mein Traum“
15:25 13.06.2010
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Bergen Stadt

Schiffe, Wind und das weite Meer – das sind die Zutaten, aus denen Friedrich Cornils Träume gemacht sind. Geboren auf Sylt und aufgewachsen in Hamburg, schipperte der Berger Unternehmer schon in jungen Jahren mit dem Vater auf selbstgebauten Booten übers Wasser. „Der wird mal Seemann“, habe schon die Großmutter gesagt. „Dazu kam es dann aber doch nicht“, erklärt Cornils. Dafür habe sich die Begeisterung für die See bis heute gehalten.

Eine Begeisterung, die so weit reicht, dass Cornils vor zwei Jahren zu einem Segeltörn der Extraklasse aufbrach. In 20 Monaten um die Welt – so lautete das Ziel der bisher längsten Reise des 70-Jährigen Geschäftsmannes. „Das war schon immer mein Traum“, sagt Cornils. Bisher hätte ihm nur die Zeit für diese Herausforderung gefehlt.

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Eine Weltumsegelung ist heute durchaus in einem halben Jahr zu schaffen. „Ich wollte aber keinen Rekord brechen“, sagt Cornils. „Ich wollte Spaß haben.“ Deshalb habe er sich für eine organisierte Tour entschieden, bei der die Routen vorgegeben und auch Visa und Einreise zentral geregelt werden. Für einen gewissen Komfort auf hoher See sorgte zudem die „Annemare“, 53 Fuß lang, 4,60 Meter breit, Kind einer schwedischen Werft. „Das Schiff gehört zu den Mercedessen“, sagt Cornils.

Insgesamt 40 Schiffe waren zur Weltumseglung angetreten. 15 von ihnen nahmen bis zum Schluss teil. Bis Ende Juni vergangenen Jahres war Cornils auf der „Annemare“ unterwegs – mit wechselnder Crew und viel Gepäck. „Alleine die Seekarten wiegen schon 50 Kilo“, erklärt der Weltumsegler. Ein wichtiger Ballast: Mit ihrer Hilfe hat Cornils zwei Dutzend Länder bereist, zwei Satz Segel verbraucht und über 22000 Seemeilen zurückgelegt. Allerdings nicht in einer Tour. „Ein Drittel der 20 Monate habe ich in Bergen verbracht“, erklärt Cornils. Von dort aus startete er immer wieder zu neuen Törns.

„Wenn man mit klarem Blick losfährt, findet man nie etwas schlechtes“, sagt Cornils, der nicht zu sagen vermag, welches der Länder ihn am meisten fasziniert hat. „Jeder Ort hat etwas Besonderes. Und wir sind ja immer im Sommer angekommen.“ Ein cleverer Schachzug der Organisatoren: Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius boten ideales Reisewetter.

An einen besonders schönen Moment erinnert sich Cornils sehr genau. „Wir waren 22 Tage auf See, unsere längste Etappe, da will man irgendwann Land sehen“, erzählt Cornils. „Dann sind wir in ein Atoll mit weißem Korallenstrand gekommen. Das war himmlisch.“

Langeweile ist für Cornils ein Fremdwort – insbesondere auf hoher See. „Man hat die Urelemente gegen sich, da gibt es genug zu tun“, erklärt Cornils. Das gelte auch in Momenten der Ruhe: „Es gibt einfach nichts schöneres, als nachts auf dem Rücken zu liegen und in den sternenklaren Himmel zu gucken. Das ist ein unbeschreiblicher Moment.“

Die Welt will Friedrich Cornils nicht noch einmal umsegeln. „Ich habe aber trotzdem noch viel vor“, sagt er. Das nächste Ziel für einen Segeltörn sei Brasilien – vielleicht noch in diesem Jahr.

Vortrag: Die Bürgerstiftung Region Bergen lädt alle älteren Mitbürger Bergens zu einem Kaffeenachmittag am Sonnabend, 24. April, um 15 Uhr im Seminar-Hotel Schulz ein. Anmeldung bei Ursula Cornils unter Telefon (05051) 3355.

Von Birte March