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Bergen Stadt Fantasievolle Kleinkunst oder provokativer Kommentar
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Fantasievolle Kleinkunst oder provokativer Kommentar
10:27 08.03.2018
Michael Krebs zeigt seine Mail Art im Café Sahne in Bergen. Quelle: Christina Matthies
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Das Café Sahne zeigt in Bergen eine Auswahl der schönsten Mail-Art-Objekte des Wienhäuser Künstlers – die Mail Art ist Krebs’ „private Rebellion gegen den Kulturverlust von Handschrift und Brief“.

Mail Art – das kann beides sein, fantasievolle Kleinkunst oder provokativer Kommentar. Als ihr Begründer gilt der US-amerikanische Künstler Ray Johnson (1927-1995), der in den sechziger Jahren mit seiner „New York Correspondance School“ den Briefumschlag zum Kunstobjekt erhob. Briefe oder Postkarten versah Johnson mit kleinen Zeichnungen, und versandte sie – verbunden mit der Aufforderung, diese zu verändern und weiter zu verschicken – in seinem Freundes- und Bekanntenkreis.

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Die so produzierte Kunst war aber nicht nur geistreich und originell – ihr haftete oftmals auch etwas Rebellisches an: Vor allem in der ehemaligen DDR wurde Mail Art bis in die späten Achtziger genutzt, um auf subversive Weise die gesellschaftlichen Verhältnisse zu kritisieren. „Heute haben wir soviel Freiheit, dass es schwer ist, damit noch provokativ sein zu können“, erklärt Krebs.

Kreativ, witzig, zum Teil auch verspielt sind seine Mail-Art-Objekte, die der Künstler bereits seit Jahrzehnten anfertigt. Eines seiner Lieblingsstücke: Der Briefumschlag mit einer Briefmarke des Europa-Rates, um die er ein Fahrrad skizziert hat. „Der Mitarbeiter bei der Post hat die Stempel dann so platziert, dass sie die Felgen des Rades darstellen“, erzählt Krebs. „So viel Mitarbeit ist überraschend – und auch sehr großzügig.“

Von Christina Matthies