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Bergen Stadt Freund spricht von "Filmriss"
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Freund spricht von "Filmriss"
14:23 30.10.2018
Der wegen Vollrauschs in Tateinheit mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz Angeklagte sitzt neben seinen Anwälten Louisa Krämer und Hans Holtermann vor Prozessbeginn im Landgericht. Der Mann soll im März 2018 im LSD-Rausch seine 18-jährige Freundin erstochen haben. Quelle: Philipp Schulze
Lüneburg

Weil er im Drogenrausch seine Freundin getötet haben soll, muss sich ein 21-Jähriger vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. In einer zu Prozessbeginn von ihm verlesenen Erklärung berief sich der junge Mann am Dienstag auf einen "Filmriss". Als er wieder zu sich gekommen sei, hätte er überall Blut gesehen. Den Tod der Freundin habe er zunächst nicht wahr haben wollen. Auch er war verletzt, die Polizei fand in mehreren Räumen Blutspuren von ihm.

Die 18-Jährige war im vergangenen März in Bergen im Elternhaus des Mannes getötet worden. Polizisten entdeckten die grausam verletzte Tote im Badezimmer. Der Angeklagte soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zunächst mit seiner Partnerin LSD konsumiert haben. Dabei soll er in einen psychotischen Zustand geraten sein und mehrfach zugestochen haben. Der junge Mann hätte nach früheren Erfahrungen mit Drogen die Folgen absehen müssen, meinte der Staatsanwalt am Dienstag.

Angeklagt ist der 21-Jährige wegen Vollrauschs in Tateinheit mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Für den Tod der 18-Jährigen selbst sei er nicht zu bestrafen, hieß es in der Anklage. Es sei nicht auszuschließen, dass er schuldunfähig war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sich vorsätzlich in einen Rausch versetzt und in diesem Zustand einen Totschlag begangen zu haben.

Er habe vor dem LSD auch Marihuana genommen und sei sich über die Folgen nicht im Klaren gewesen, erklärte der Angeklagte am Dienstag. Er entschuldigte sich unter Tränen bei den Angehörigen des Opfers. Der aus Usbekistan stammende Mann war zunächst zu seiner nach Russland gereisten Familie geflohen. Von unterwegs rief er bei der Polizei an. Als die Fahndung angelaufen war, kündigte er seine Rückkehr an und wurde an der polnisch-russischen Grenze festgenommen.

Von Dpa