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Bergen Stadt Grausame Beschreibung des Tatorts
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Grausame Beschreibung des Tatorts
18:08 05.02.2019
Lüneburg

Im Prozess um die im März 2018 in Bergen grausam getötete 18-jährige Schülerin erfuhren die Verfahrensbeteiligten und rund 15 Zuschauer am dritten Verhandlungstag im Lüneburger Landgericht immer mehr Einzelheiten. Ein Beamter startete auf seinem Laptop die Bildpräsentation aus dem Inneren des Hauses. Ein Detail geht ihm bis heute nicht aus dem Kopf: Ein umgestürzter Blumentopf, der beschädigt unterhalb eines Fensters im Erdgeschoss lag. Eine Hypothese, die durch die Akten geistert, hegt Zweifel an dem angeblichen LSD-Rausch. Wollte die Schülerin in ihrer größten Not das Fenster öffnen und flüchten? Überraschte sie der Angeklagte dabei?

Vater muss Sitzungssaal verlassen

Der Ermittler beschrieb den Tatort. „Triefend nass von Blut waren die Teppiche. Das quietschte regelrecht beim Rübergehen. Im Wohnzimmer stellten wir eine Reihe von Kampfspuren fest“, führte der Kommissar aus. Das war zu viel für den Vater der toten Schülerin, er verließ den Sitzungssaal. Die Tat ließ fast keinen Raum aus. In noch so kleinen Ritzen zwischen den Türen und auf Lichtschaltern fanden sich „blutsuspekte Anhaftungen“, wie es im Polizeisprech heißt. Im Dachgeschoss lagen auf einem Bett die Kleidung des Mädchens und ihre rote Handtasche. Hinter einem Sofa lag das Tatmesser. Der 22 Jahre alte Michael G., gegen den das Gericht wegen vorsätzlichen Vollrausches und Besitzes von Betäubungsmitteln den Prozess führt, würdigte die Dokumentation mit keinem einzigen Blick.

"Michael bezeichnete meine Schwester als Nutte"

Die vier Jahre ältere Schwester der Getöteten beschrieb die Beziehung: „Ich habe ihn anfänglich als sympathischen und offenen Menschen kennengelernt. Ich hatte ein gutes Gefühl.“ Eifersüchteleien gab es in den Jahren zwar immer mal welche. Die Lage verschärfte sich ab Herbst 2017. „Das hat uns emotional fertiggemacht. Michael wollte die totale Kontrolle und bezeichnete meine Schwester als Nutte.“ Irgendwann erfuhr die angehende Sport- und Fitnesskauffrau beiläufig von dem Konsum von LSD, Marihuana und halluzinogener Pilze. „Davon war ich total schockiert.“ In der Wohnung betrieb der Angeklagte eine Aufzucht von Hanfpflanzen. Das Zimmer sei mit einem besonderen Schloss gesichert gewesen. In einer Schublade davor habe griffbereit eine Schusswaffe gelegen.

Eine 41-jährige Nachbarin, die mit der Familie des Beschuldigten seit Jahren gut bekannt ist, berichtete, dass der Vater vor etlichen Jahren ein Restaurant betrieben habe, was nicht er, sondern Unbekannte im Hintergrund finanziert hätten. Wer die Leute waren, sagte sie nicht – Erinnerungslücken. Auf Nachfrage der Kammer sagte die Frau: In Deutschland beziehe Familie G. Sozialleistungen und Michael sei ein „guter Mensch“.

Wurde Zeugin eingeschüchtert?

Auch eine Verkäuferin sagte am Montag aus. Die 40-Jährige kennt G. seit über zehn Jahren. „Michael war zu Hause der König. Seine Eltern machten alles für ihn.“ Am 31. März, also elf Tage nach der Tat, telefonierte die Zeugin mit der Mutter des Tatverdächtigen. „Sie sagte mir, dass ihr Sohn und die Freundin irgendwelche Blätter auf die Zunge legten“ – offenbar eine Beschreibung des Drogenkonsums. Die Frau wollte ihre Aussage beenden, da schaltete sich der Vorsitzende Richter ein: „Sie müssen uns alles erzählen.“ Die Ausführungen der 40-Jährigen wurden nebulös. „Ein Rumäne klaute mir auf der Arbeit meinen Schlüssel und versenkte anschließend mein Auto in der Aller.“ Die Tat ereignete sich tatsächlich, hieß es vor Gericht. Die Zeugin vermutete eine Art Einschüchterungsversuch, der mit der in Lüneburg angeklagten Tat zusammenhängen könnte. „Die Mutter von Michael kam später zu mir und sagte, ich soll auf meinen Sohn aufpassen. Das empfand ich als Bedrohung.“

Am Donnerstag geht der Prozess weiter. Dann sollen weitere Lehrer und Schüler aussagen.

Von Benjamin Reimers

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