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Friedensaktion in Bergen fordert Kliniken statt Kasernen

15:39 09.05.2020
Von Christian Link
Unter Einhaltung der Abstandsregeln haben mehrere Dutzend Teilnehmer bei einer Friedensaktion auf dem Friedensplatz Bergen gegen Krieg und Faschismus demonstriert. Quelle: David Borghoff
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Bergen

Die Friedensaktion Lüneburger Heide hat am Samstag das Kriegsende vor 75 Jahren und die Befreiung von der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten gefeiert. "Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung, der 9. Mai ist der Tag des Sieges der Rotarmisten über den Faschismus", erläuterte Bündnissprecher Charly Braun in seiner Kundgebung auf dem Friedensplatz in Berger vor mehreren Dutzend Teilnehmern.

KZ Bergen-Belsen war "totales Inferno"

"Die Tage der Befreiung und des Sieges 1945 erlebten hier auf Europas größtem Truppenübungsplatz etwa 60.000 Rotarmisten und über 50.000 KZ-Häftlinge nicht mehr. Die sowjetischen Kriegsgefangenen verreckten elendig ohne ein Dach überm Kopf an Hunger, Seuchen und den Unbilden des Wetters in den Lagern der Wehrmacht in Oerbke/Bad Fallingbostel, Wietzendorf und Hörsten", sagte Braun.

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Der DGB-Kreisvorsitzende schilderte weiter: "Das KZ Bergen-Belsen wurde besonders in den letzten Kriegsmonaten zum totalen Inferno. 14.000 starben trotz medizinischer Behandlung noch nach der Befreiung an den Folgen der KZ-Bedingungen." Zudem hätten tausende Gefangene durch Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion ihr Leben lassen müssen – unter anderem bei Rheinmetall Unterlüß und in den Stollen bei Hambühren-Övelgönne.

Kampf gegen Faschismus und Kriegstraining

Zufrieden stellte Braun fest, dass das Nato-Großmanöver "Defender Europe 2020" wegen der Coronakrise "eingefroren" werden musste. "Ich verteidige meine Heimat gegen Faschismus und Kriegstraining. Gut, dass ihr das auch tut", rief er den Anwesenden zu.

Der Gewerkschafter Braun erneuerte auch die Forderung, aus dem Truppenübungsplatz Bergen ein UNESCO-Biosphärengebiet zu machen. "Das schafft viele neue Arbeitsplätze in Tourismus, Ökolandbau und mehr", sagte Braun und fügte hinzu: "Es ist ohnehin besser für die Gesundheit."

Quelle: David Borghoff

Aktion fordert: Kasernen zu Kliniken

"Seit über 20 Jahren wird das Gesundheitswesen krank gespart. Wir brauchen das Geld dringend für Gesundheit und Soziales, für Bildung und den Neuaufbau einer sozial gerechten klimafreundlichen Wirtschaft. Ohne Corona und Krieg", sagte Braun und forderte: "Kasernen zu Kliniken, Schutzkleidung statt Uniformen!"

Nach der Kundgebung spazierten die Friedenaktivisten zur Rampe zwischen Bergen und Belsen. Der Gedenkort erinnert an die Häftlingstransporte ins Konzentrationslager Bergen-Belsen.

"Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg" – unter diesem Motto hat die Friedensaktion Lüneburger Heide den 75. Jahrestag der Befreiung von der Nazi-Herrschaft gefeiert. Nach einer Kundgebung auf dem Friedensplatz Bergen spazierten die Teilnehmer zur Rampe beim KZ Bergen-Belsen.
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