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Bergen Stadt Goldenes Tor nach neun Jahren?
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Goldenes Tor nach neun Jahren?
17:03 04.09.2018
Von Christopher Menge
Um den Sportplatz Heisterkamp in Bergen gibt es seit neun Jahren Streit. Die Stadt will den Besitzer enteignen, nachdem man sich nicht auf eine Pacht einigen konnte. Jetzt gibt es aber möglicherweise doch eine Einigung. Quelle: Thomas Brandt
Bergen

Es gibt Fußballspiele, bei denen eine Mannschaft noch fünf Stunden spielen kann und trotzdem kein Tor schießt. So sagt man zumindest. Der Streit um den Sportplatz am Heisterkamp in Bergen dauert nun schon seit neun Jahren an. Möglicherweise gibt es jetzt aber doch noch das Goldene Tor – und anders als beim Fußball sogar zwei Gewinner. Der Haushalts- und Finanzausschuss der Stadt Bergen berät in der Sitzung am Mittwoch, 4. September, über einen Nachtragshaushalt. Und dieser beinhaltet auch die Summe von 750.000 Euro für den Kauf des Sportplatzes Heisterkamp.

„Es werden Gespräche geführt und wir streben an, das Gelände zu erwerben“, sagt Bergens Kämmerer Frank Juchert zu den laufenden Vertragsverhandlungen. Sollte die Politik den Nachtragshaushalt verabschieden, – die endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat am Donnerstag, 13. September – setzt die Stadt Bergen damit ein deutliches Zeichen an den Eigentümer Heinrich-Hermann Speckhahn. Das Geld steht bereit, er muss nur noch unterschreiben.

Der Preis ist dabei im Laufe der Jahre deutlich gestiegen. Ursprünglich war mal von einem Wert von 250.000 Euro ausgegangen worden. Ein neues Gutachten kam 2015 allerdings zu einer völlig anderen Einschätzung. Als Grundlage diente dort nämlich, vereinfacht gesagt, nicht die aktuelle Nutzung, sondern die Verwendung, bevor das Gelände ein Sportplatz wurde. Somit wird das Areal dann als Bauerwartungsland ausgewiesen, wodurch der Preis noch einmal deutlich nach oben gezogen wurde. Der Berger Stadtrat hatte daraufhin am 21. Januar 2016 beschlossen, Speckhahn ein Angebot über 408.000 Euro zu machen. Das war dem Eigentümer aber anscheinend zu wenig.

Der Heisterkamp wird seit 1955 durch die Stadt Bergen als Sportplatz genutzt. Wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen bei der Höhe der Pachtzahlung kam es schließlich zum Streit. Seit 2009 zieht sich das Verfahren inzwischen hin. Besitzer Speckhahn hatte damals eine Räumungsklage gegen die Stadt eingereicht, nachdem er den Pachtvertrag für das Gelände gekündigt hatte. Er argumentierte dabei, dass die Sportplätze nicht unverzichtbar seien, weil es nur wenige hundert Meter entfernt Ackerland gibt, das gekauft und in ein Sportareal umgewandelt werden könne. Die Stadt Bergen sieht das bis heute anders und macht geltend, dass dieses Gelände nicht zur Verfügung stehe, weil dort bereits die potenzielle Westumgehung im Flächennutzungsplan steht. Auch andere Flächen kämen nicht in Frage. Nach einem Beschluss des Rates wurde deshalb ein Antrag auf Enteignung und vorzeitige Besitzeinweisung gestellt.

Die Enteignungsbehörde bei der Regierungsvertretung hatte danach relativ deutlich die Meinung Bergens bestätigt. Gegen diese Entscheidung hatte Speckhahn Einspruch erhoben. Das Landgericht Hannover hatte dann 2015 ein erneutes Mediationsverfahren verfügt. Darin sollte geklärt werden, ob es nicht doch eine außergerichtliche Einigung zwischen Speckhahn und der Stadt geben kann. Nach CZ-Informationen soll Speckhahn dann in diesem Jahr die Summe von 750.000 Euro in den Raum geworfen haben. Er war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Möglicherweise wägt er noch ab, ob er wirklich aufs Tor schießen soll.

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