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Bergen Stadt Heisterkamp: Bergen leitet Enteignung ein
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Heisterkamp: Bergen leitet Enteignung ein
21:35 25.06.2010
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Bergen Stadt

38 Jahre sitzt Rüdiger von Borcke im Rat der Stadt Bergen. „Das ist das erste Mal, dass ich so eine Entscheidung zu treffen habe“, sagt der Fraktionsvorsitzende der SPD. Die Verwaltung der Stadt will ein Enteignungsverfahren gegen den Besitzer der Sportanlagen Heisterkamp auf den Weg bringen. Der Rat soll darüber in seiner Sitzung am Donnerstag 1. Juli, um 19 Uhr im Stadthaus entscheiden.

„Wir bemühen uns seit 2007 um eine Einigung, aber bisher konnten wir keine erzielen. Der Erhalt der Sportfläche am Heisterkamp liegt im Allgemeinwohl“, begründet Bergens Bürgermeister Rainer Prokop den Schritt. Die Stadt Bergen habe nach geeigneten Flächen gesucht. Im Stadtgebiet gibt es aber nach Meinung von Verwaltung und Politik keine vergleichbare Fläche, die für eine Sportanlage in Frage kommt und die für die umliegenden Schulen schnell erreichbar wäre.

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Der Besitzer der Fläche, Heinrich-Hermann Speckhan, sieht das ganz anders. „Es ist absurd, so etwas zu sagen. Keine 500 Meter entfernt gibt es landwirtschaftliche Flächen, die man für eine Sportanlage kaufen könnte“, so Speckhan. Er sieht die Grundlage für eine Enteignung nicht gegeben und kritisiert die Gesprächbemühungen der Verwaltung: „Die Stadt Bergen hat mir gesagt, wieviel sie zahlen möchte und das war die Verhandlung.“ Prokop weist diese Darstellung zurück. Es habe mehrfach Angebote gegeben“, so der Bürgermeister.

Ein Enteignungsverfahren ist mehrstufig und wird wohl mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Stadt will deshalb eine vorzeitige Besitzeinziehung beantragen, um den Platz als Sportgelände weiter nutzen zu können. Ziel bleibt es offenbar, in einer Güteverhandlung, die zu dem Enteignungsverfahren gehört, einen Kompromiss zu erzielen.

Unterstützung bekommt die Verwaltung von den großen Parteien. Sowohl Rüdiger von Borcke als auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Eckart Borges sehen den Schritt als „alternativlos.“ Der Verwaltungsausschuss hat den Schritt bereits einstimmig gebilligt. Die Berger Liberalen lehnen den Schritt dagegen ab. „Man kann nachvollziehen, dass ein Grundbesitzer seine Flächen zurück haben will, wenn er sieht, dass überall gebaut wird“, sagte die Fraktionsvorsitzende Gabriele Hildebrandt. Für sie kommt das Verfahren zu früh und ist zudem aufwendig und teuer. Man sollte lieber nach Alternativen suchen. Hildebrandt kündigte eine Ablehnung im Rat an.

Streit um Flutlichtanlage: Diskussionen dürfte es in den kommenden Wochen noch über die Flutlichtanlage geben. „Der Landkreis hat mir mitgeteilt, dass es dafür gar keine Genehmigung gibt“, sagte Heisterkamp-Besitzer Speckhan. Er sei auch über diesen Umstand wenig erfreut, da zuerst der Besitzer hafte, wenn etwas passiert. Bürgermeister Prokop teilte dazu mit, dass ein Verein die Anlage errichtet habe. Zudem habe sie mit dem Enteignungsverfahren zunächst nichts zu tun. Der Kreis bestätigte Speckhahns Angaben, will sich angesichts des laufenden Rechtsstreites zunächst aber nicht einschalten.

Von Tore Harmening