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Bergen Stadt Holt Landkreis Celle Känguru von Berger Familie weg?
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Holt Landkreis Celle Känguru von Berger Familie weg?
16:08 08.03.2018
Von Christopher Menge
Querflöte spielen kann Viggo nicht, aber im Garten knabbert das Känguru gerne an einem Stock. Quelle: Oliver Knoblich
Bergen Stadt

Viggo stammt aus einem Tierpark in Karlsruhe. Der heute Vierjährige fiel aus dem Beutel seiner Mutter, die einige Wochen später starb. Arndt, die seinerzeit als Tierpflegerin arbeitete, zog das Känguru mit der Flasche auf. "Der Tierpark wollte Viggo nicht zurück, weil er ein Männchen ist", erzählt die 40-Jährige. Sie nahm das Känguru daher in die Familie auf. Gemeinsam zogen sie nach Bergen an die Exiner Straße.

Dort spielt er mit dem siebenjährigen Robin im Garten fangen oder verstecken, verdrückt seine Rosmarinkekse oder macht es sich neuerdings gerne im Bett im Schlafzimmer gemütlich. Doch es gibt ein großes Problem: Der Gesetzgeber schreibt für die Haltung von bis zu fünf Säugetieren einen Raumbedarf von mindestens 200 Quadratmetern vor – an der Exiner Straße fehlen 50 Quadratmeter.

Daher fordert der Landkreis Celle einen Umzug. "Wir hatten ein Haus in Bergen mit riesigem Garten in Aussicht", berichtet Arndts Lebensgefährte Benjamin Müller. "Aber es war zu teuer für uns." So sei die Familie weiter auf der Suche. "Ein paar Besichtigungstermine in Bergen und Umgebung stehen noch an", sagt Müller. Aber: Die Forderung des Landkreises, bis Dienstag einen unterschriebenen Miet- oder Kaufvertrag vorzulegen oder zumindest das neue Zuhause konkret zu benennen, wird die Familie nicht erfüllen können.

Und das ist nicht alles: Nach Auffassung des Celler Kreisveterinäramtes braucht Viggo ein zweites Känguru in seiner Umgebung. "Wir sind mit einem Züchter aus Holland in Kontakt, von dem wir im Sommer ein zweites Känguru bekommen können", sagt Müller. Etwa 500 bis 600 Euro kostet ein männliches Tier, ein Weibchen um die 1000 Euro. "Die Kinder wünschen sich zwar Känguru-Babys, aber wir werden ein Männchen kaufen", sagt Müller. Ob sich Viggo mit dem anderen Känguru aber vertragen wird, stellen er und Arndt in Frage. "Er hat lange Zeit gegen sein Spiegelbild gekämpft und verjagt Katzen und Vögel sofort aus dem Garten", sagt Arndt. Zunächst gibt es aber ohnehin noch ein anderes Problem: Der Landkreis fordert die Umsetzung bis zum 31. Mai. "Der Züchter hält das aber nicht für sinnvoll", so Müller.

Bliebe noch der Sachkundenachweis, den der Landkreis beispielsweise in Form eines Arbeitszeugnisses, aus dem sich diverse fachliche Kenntnisse ergeben müssen, fordert. "Alternativ ist die Absolvierung eines amtstierärztlichen Sachkundegesprächs möglich", sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening. Für die Vergesellschaftung müsse aber ein Tierarzt, Zoologe oder ähnliches benannt werden.

Und was passiert in der nächsten Woche? Wird Viggo betäubt, wenn er sich nicht einfangen lässt? "Wie genau das Vorgehen aussehen wird, hängt von den Entwicklungen der kommenden Tage und der Rückmeldung der Familie ab", sagt Harmening wenig konkret.

Man nehme einen Briefumschlag, adressiere und frankiere ihn, füge etwas Buntes hinzu, gebe ihn in die Post – fertig ist die Mail Art. Und genau genommen, findet Michael Krebs, gebe es bei dieser Art der Kunst stets zwei Schöpfer: Einmal denjenigen, der den Briefumschlag mit fantasievollen Zeichnungen verziere – und dann die Post, die mit Stempeln, Zetteln oder handschriftlichen Vermerken kreativ am Produktionsprozess beteiligt sei. „Man weiß nicht, was die Post damit macht“, sagt Krebs, „und genau das ist für mich das Spannende.“

08.03.2018

Von den beiden Berger Twin Towers an der Danziger Straße sind noch zwei Baugruben geblieben. "Die erste ist schon zu zwei Dritteln verfüllt", sagte Bauleiter Gunther Ellerbroek am Mittwoch. In der zweiten müsse noch die Sohle rausgeholt werden. Dann wird der Boden glatt gezogen, gerüttelt und lagenweise Sand verfüllt. Parallel wird noch der Bauschutt und der Beton gebrochen. Obwohl in der vergangenen Woche die Maschinen wegen der hohen Minustemperaturen streikten, liege man gut in der Zeit.

Christopher Menge 07.03.2018

21 Einfamilienhäuser sollen an der Berliner Straße in Bergen gebaut werden. Das sieht die Rahmenplanung zum Stadtumbau vor. Die Zeilenbauten mit 154 Wohneinheiten sollen dafür abgerissen werden. Das Problem: In den Blocks leben noch über 200 Menschen – viele gehören zur sozial schwachen Schicht, die woanders nur schwer eine Wohnung finden. Bis zum Ende des Jahres sollen sie die Berliner Straße aber verlassen. Mit einer Richtlinie, die auch für die Danziger Straße und das Musikerviertel gelten soll, will die Stadt den Betroffenen den Rausschmiss nun finanziell versüßen. Bis zu 100.000 Euro sollen insgesamt für die Hilfe beim „sanierungsbedingten Umzug“ zur Verfügung gestellt werden. Der Stadtrat berät am Donnerstag über die Umzugskostenrichtlinie.

Christopher Menge 06.03.2018