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Bergen Stadt Verkehr auf B3 macht ordentlich Lärm
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Verkehr auf B3 macht ordentlich Lärm
16:52 06.03.2019
Von Christopher Menge
Der Verkehr auf der Bundesstraße 3 in Bergen sorgt für ordentlich Lärm. Da hilft es nur, sich die Ohren zuzuhalten, wie CZ-Fotograf Oliver Knoblich demonstriert. Quelle: Oliver Knoblich
Bergen

Durch die Stadt Bergen rollt nicht nur tagsüber, sondern auch nachts eine riesige Blechlawine. Rund 9000 Fahrzeuge sind allein jeden Tag zwischen Hassel und Bergen auf der Bundesstraße 3 unterwegs. Der Bund und die Europäische Union möchten die Anwohner einer solchen Hauptverkehrsstraße schützen. Bereits im Jahr 2002 wurde eine EU-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm erlassen. Städte und Gemeinden sind daher verpflichtet, Lärmaktionspläne aufzustellen. Die Berger Stadtverwaltung hat sich dem Thema jetzt angenommen und den Entwurf des Lärmaktionsplanes am Montagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Umweltschutz vorgestellt. Der Ausschuss-Vorsitzende Christian Böker (CDU) hat allerdings jetzt schon eine Befürchtung: "Das könnte eine Lachnummer werden", so der Politiker. Dabei steht eins fest: "Es ist zu laut", so Böker.

Belastung über 65 Dezibel

Denn: Etwa 300 Einwohner der Stadt Bergen (das entspricht 2,2 Prozent) sind tagsüber durch Umgebungslärm über 55 Dezibel durch die B3 betroffen. Von hohen Belastungen mit potenziell gesundheitsgefährdender Wirkung über 65 Dezibel am Tag sind etwa 100 Berger und über 55 Dezibel in der Nacht sind etwa 200 Einwohner betroffen. Sehr hohen Belastungen durch die Hauptverkehrsstraße mit 60 Dezibel in der Nacht sind entsprechend der Lärmkartierung in Bergen rund 100 Personen ausgesetzt.

Kein rechtlicher Anspruch

"Man muss also Maßnahmen ergreifen", sagt Böker. "Doch es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf den Lärmaktionsplan. Und: Wir sind nicht handlungsbefugt." Soll heißen: Die Stadt Bergen stellt jetzt fest, dass Hunderte Einwohner durch die B3 enormen Lärmbelastungen ausgesetzt sind, hält das schriftlich fest und dann passiert im schlechtesten Fall nichts – kein Tempolimit, keine baulichen Veränderungen, kein Flüsterasphalt.

Es gibt allerdings noch Hoffnung. Böker setzt auf "Druck auf die höheren Stellen und die Politik", wenn der Lärmaktionsplan in einer öffentlichen Veranstaltung den Einwohnern präsentiert wird.

Tempo 30 in Bergen vorgeschlagen

Und vielleicht werden dann ja doch Vorschläge aus dem Berger Entwurf umgesetzt. Zum Beispiel könnten an den Wohnungen, die direkt an der B3 stehen, Lärmsanierungen beauftragt werden. In Bergen, Offen und Achterberg würde zudem der Einbau von Flüsterasphalt eine Verbesserung bewirken. "Geprüft werden sollte, ob in dem sehr hoch belasteten Abschnitt zwischen Römstedtstraße und Mühlenworth eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde umgesetzt werden kann", lautet ein weiterer Vorschlag für Bergen.

Einfluss auf Straßenbaubehörde

Da für die Bundesstraße allerdings die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr der zuständige Baulastträger ist, können die Berger Stadtverwaltung und die Politik nur versuchen, hier Einfluss zu nehmen. Andernfalls wird Christian Böker in fünf Jahren, wenn der Lärmaktionsplan aktualisiert werden muss, vermutlich wieder mit den Worten zitiert: "Es ist zu laut."

Frank Juchert ist offiziell Bewerber für das Bürgermeister-Amt. Er wird nicht nur von seiner Partei, der CDU, unterstützt, sondern auch von der WG.

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