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Bergen Stadt Viel Lärm um nichts?
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Viel Lärm um nichts?
12:01 28.04.2019
Von Christopher Menge
In Bergen ist es zu laut - auch für CZ-Fotograf Oliver Knoblich. Quelle: Oliver Knoblich (Archiv)
Bergen

Lärm erhöht das Risiko von Depressionen, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Bei Kindern kann Lärm zu Lerndefiziten führen. Darauf wies Carsten Kurz von der Firma Lärmkontor am Donnerstagabend bei der öffentlichen Vorstellung des Lärmaktionsplans im Berger Stadthaus hin. Die Öffentlichkeit war allerdings zu Hause geblieben, lediglich die Ratsmitglieder Claudia Dettmar-Müller (parteilos) und Martin Hildebrandt (FDP) sowie dessen Frau Gabriele lauschten der Präsentation.

Angst vor Strafzahlungen

"Bei den Werten kann sich die Verkehrsbehörde kaum gegen Tempo 30 wehren", sagte Kurz. Rechtsverbindlich ist der Lärmaktionsplan, den die Stadt Bergen gerade zum ersten Mal aufstellt, allerdings nicht. Am Ende wurde eins klar: Der Lärmaktionsplan wird aufgestellt, weil er aufgestellt werden muss. "Es geht darum, Strafzahlungen zu vermeiden", so Kurz, "nicht darum, Lärm zu mindern." Die EU fordert bereits seit 2002 einen solchen Plan.

Kein Flüsterasphalt auf B3 verbaut

Kurz stellte vor, was den Lärm, für den der Verkehr auf der Bundesstraße 3 in Hassel, Offen und Bergen sorgt, mindern könnte. Flüsterasphalt zum Beispiel. "Das macht aber nur Sinn, wenn eine Sanierung eh fällig ist", sagte der Experte. Nun wurde die B3 unglücklicherweise gerade im vergangenen Jahr saniert. "Dabei wurde kein Flüsterasphalt verbaut", sagte Heike Thumann von der Stadt Bergen. "Hat die Stadtverwaltung da geschlafen?", fragte Martin Hildebrandt. Kurz nahm die Behörde aber in Schutz. "In Niedersachsen und Schleswig-Holstein wird sich an einer Richtlinie aus dem Jahr 1990 orientiert und da steht der Flüsterasphalt nicht drin", so Kurz. Wären Anwohner anwesend gewesen, hätten sie wohl spätestens jetzt den Kopf geschüttelt.

Tempo 30 in Bergen?

Bergens Bürgermeister Rainer Prokop sagte der CZ gestern, dass sich die Stadt bemüht habe, Flüsterasphalt einzubauen. "Das wurde aber von der Straßenbaubehörde abgelehnt. Da steht das Geld auch an erster Stelle", so der Verwaltungschef. Er wies darauf hin, dass die Stadt schon mal Tempo 30 in der Nacht gefordert hatte, dieses abgelehnt worden sei.

Berger Westumgehung steht im Bundesverkehrswegeplan

"Im Bundesverkehrswegeplan ist eine Westumgehung als Bedarf aufgeführt, im Verkehrsentwicklungsplan sind Kreisverkehre an den Ortseingängen in Bergen geplant", nannte Kurz weitere Möglichkeiten. Das einzig Realistische scheint aber derzeit Tempo 30 zu sein. "Der Kreis müsste hier eine Prüfung vornehmen", sagte Kurz.

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