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Bergen Stadt "Nicht tragbar für Bergen"
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt "Nicht tragbar für Bergen"
08:53 15.09.2018
Von Christopher Menge
Derzeit läuft die Ausschreibung für den Rettungsdienst im Landkreis. In Bergen befürchtet man, dass dort bald kein Rettungswagen mehr stationiert sein wird. Quelle: Christian Link
Bergen

Die Forderungen: Die Rettungswache in Beckedorf soll auch in Zukunft 24 Stunden besetzt sein und ein Mehrzweckwagen soll weiterhin in Bergen stationiert bleiben.

„Die geplanten Stationen in Beckedorf und Hermannsburg liegen nur 2,5 Kilometer auseinander“, sagte Peter Rabe (WG). „Normalerweise hätte man eine Rettungswache in Bergen und eine in Hermannsburg bauen müssen – da, wo die meisten Menschen leben.“ Doch dafür sei es jetzt zu spät. Daniela Behn-Horrer (SPD), die die Resolution angeschoben hatte, sagte, dass es darum ginge, eine Verschlechterung für Bergen noch zu verhindern. „So ist es nicht tragbar für Bergen“, betonte Jürgen Patzelt (Grüne). „Doch wir sind spät dran. Wir müssen gucken, was noch machbar ist.“

Das Problem: Die Würfel sind längst gefallen. Der Kreisausschuss hat – nach CZ-Informationen einstimmig – über die künftigen Standorte der Rettungswachen im März entschieden. Demnach sollen die Stationen in Celle und Eschede erhalten bleiben, die Winser Wache zieht nach Südwinsen um und in Hermannsburg entsteht eine neue Außenstelle der Station in Beckedorf.

„Ich hätte mir gewünscht, dass unsere Kreistagsabgeordneten mehr erreicht hätten“, sagte Rüdiger von Borcke (SPD). Der ehemalige Landarzt weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig kurze Rettungszeiten sind. „Sollte es zur Umsetzung der Planungen kommen, hätte dies negative Auswirkungen auf die Eintreffzeiten in der Stadt Bergen“, heißt es dazu in der Resolution. „Konkret betroffen wären die an der Bundesstraße 3 südlich und nördlich der Ortschaft Bergen gelegenen Ortschaften wie Hassel, Offen, Wardböhmen und Becklingen. Hinzu käme eine Ausweitung der Eintreffzeiten in Belsen, Eversen und vor allem in Altensalzkoth.“

Der Landkreis habe vor eineinhalb Jahren zugesagt, dass das Mehrzweckfahrzeug in Bergen auf jeden Fall weiterhin auftauche. Jetzt fehle es aber in der Ausschreibung, so von Borcke. „Es ist das Minimum, was wir fordern“, so der stellvertretende Bürgermeister. Während Walter-Christoph Buhr (CDU) von einem Signal an den Kreistag sprach, forderte Martin Hildebrandt (FDP) Henning Otte (CDU), der nicht anwesend war, auf, seinen politischen Einfluss geltend zu machen. Der stellvertretende Landrat und CDU-Kreisvorsitzende ist Mitglied des Kreisausschusses, der voraussichtlich am 16. November über die Rettungsdienst-Neuvergabe berät. Laut Landkreis-Pressesprecher Tore Harmening gibt es schon viele Bieteranfragen, aber noch kein verbindliches Angebot. „Das ist zu diesem Zeitpunkt aber auch noch nicht zu erwarten, weil es ein komplexer Sachverhalt ist, so Harmening. „Die Frist für die Ausschreibung des Rettungsdienstes läuft bis zum 8. Oktober.“

Der Berger Kreistagsabgeordnete Jan-Hendrik Hohls (CDU) wundert sich, dass das Thema jetzt hochkommt. Er sieht Versäumnisse bei der Berger Verwaltung, die die politischen Entscheidungsträger hätte früher informieren müssen. Er habe vor der Sitzung des Kreisausschusses Kontakt mit der Berger Verwaltung gehabt und sich daraufhin – wie gewünscht – in der Fraktion dafür eingesetzt, dass die Hermannsburger Station vor die Örtze komme. Zudem will er dafür eintreten, dass „Wunschpartner Marquardt“, der derzeit die Station in Beckedorf betreibt, den Zuschlag bekommt. Dann würde wohl auch wie bisher ein Wagen in Bergen bleiben. Nur: „Das Verfahren wird durch die Krankenkassen und die gesetzlichen Bestimmungen vorgegeben“, so Hohls.

Resolution des Rates der Stadt Bergen
„Rettungsdienstliche Versorgung Nordkreis“

Der Landkreis Celle hat auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens, welches auf Einsatzzahlen von 2017 und teils 10 Jahre alten Befahrungsergebnissen beruht, zur Bedarfsprüfung die Aufforderung zur Angebotsabgabe für die Durchführung von Aufgaben des Rettungsdienstes auf dem Gebiet des Landkreises Celle veröffentlicht.

Vorgesehen ist, in Hermannsburg den Neubau einer Rettungswache vorzunehmen und dort täglich von 0 bis 24 Uhr einen Rettungswagen vorzuhalten. Für den bestehenden Standort Beckedorf ist das Vorhalten eines Rettungswagens, eines Mehrzweckfahrzeugs und eines Krankentransportwagens vorgesehen. Die Wache selbst bleibt aber in der Woche jeweils von 23 bis 7 Uhr in der Notfallrettung
unbesetzt. Daher fordern wir die 24/h Besetzung der Rettungswache Beckedorf beizubehalten und die Vorhaltung dort nicht zu reduzieren.

Die Stadt Bergen ist seit 1957 eine kreisangehörige Gemeinde mit Stadtrechten, die diesen Status im Landkreis Celle als einzige Kommune neben der Kreisstadt Celle besitzt. Bergen umfasst 13 Ortschaften mit etwa 14.000 Einwohnern. Nach dem Abzug der britischen Militärs prosperiert die Stadt durch Stadtumbau und Dorfentwicklung. Dies wird durch eine stark steigende Einwohnerzahl in den
vergangenen Jahren dokumentiert.

Insbesondere für die im nördlichen Stadtgebiet liegenden Ortschaften erscheint die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Hilfsfrist von 15 Minuten zu eng bemessen zu sein. So besteht die Gefahr, im Fall eines Einsatzes außerhalb der Besatzzeiten der Rettungswache Beckedorf, Randbereiche des Einsatzgebietes nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist erreichen zu können. Dies ist aus Sicht des Stadtrates Bergen nicht hinnehmbar.

Steigenden Einsatzzahlen im gesamten Stadtgebietes Bergen belegen, dass die angedachte Umstrukturierung im Nordkreis eine erhebliche Verschlechterung der Notfallmedizinischen Versorgung darstellen wird. Sowohl in der subjektiven als auch in der objektiven Wahrnehmung der Menschen in Bergen löst dies beängstigende Gedanken aus. Folglich werden Lebensqualität, Zufriedenheit und Wohlbefinden der Bewohner Bergens und der Ortschaften nachhaltig beeinträchtigt.

Derzeit ist ein Mehrzweckfahrzeug in Bergen stationiert. Durch die Bindung des Mehrzweckfahrzeugs an die Krankentransportstation Bergen ist die rettungsdienstliche Versorgung im gesamten Stadtgebiet Bergens gewährleistet. Sollte es zur Umsetzung der Planungen kommen, hätte dies negative Auswirkungen auf die Eintreffzeiten in der Stadt Bergen. Konkret betroffen wären die an der
Bundesstraße 3 südlich und nördlich der Ortschaft Bergen gelegenen Ortschaften wie Hassel, Offen, Wardböhmen und Becklingen. Hinzu käme eine Ausweitung der Eintreffzeiten in Belsen, Eversen und vor allem in Altensalzkoth. In den Randbereichen sind Überschreitungen der Hilfsfristen zu erwarten.

Bei den von Ihnen berechneten Eintreffzeiten ist zu konstatieren, dass diese nur bei optimalen Verhältnissen zu halten sein werden. Nachhaltig beeinflussende Faktoren wie Wetter und Verkehr führen dazu, dass die Wegstrecken nicht in der berechneten Zeit zurückgelegt werden können.

Der Stadtrat Bergen fordert die Beibehaltung des Einsatzstandortes für das Mehrzweckfahrzeug in Bergen und sieht dies als unerlässlich an. Durch die flächenmäßige Ausdehnung der Stadt Bergen gepaart mit der durch hohes Verkehrsaufkommen gekennzeichneten Bundesstraße 3 (Umleitungsverkehre für die BAB A7) ist eine kurzfristige Rettungsmittelversorgung der Stadt Bergen inklusive der Ortschaften dringend geboten.

Der Kulturkreis Bergen setzt in der neuen Saison nicht nur auf bewährte Klassiker.

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