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Bergen Stadt Schützen feiern beim Festessen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Schützen feiern beim Festessen
18:28 08.07.2011
Beim Festessen (von links): Anna Ohlhoff, der da noch amtierende Stadtkönig Bastian Majerke, Corpskönig Niklas Meyerholz und Helga und Ulrich Sander, Kommandeur der Berger Schützen. Quelle: Tore Harmening
Bergen Stadt

Im Schützencorps in Bergen sind Frauen als Mitglieder nicht zugelassen. Trotzdem standen die Damen im Mittelpunkt der beiden wichtigsten Beiträge beim Festessen am Freitag im Stadthaus.

"Nennen sie mich einen Chauvinist", eröffnete Kommandeur Ulrich Sander seine Rede und brachte damit auch die letzten Flüsterer unter den 300 Gästen im Stadthaus zum Schweigen. In seiner pointierten Rede befasste er sich mit dem Unsinn von Frauenquoten für Vorstandsetagen. Da „das Schützencorps Bergen eine reine Männervereinigung ist, können wir uns folglich die Quotenregelung sparen“. Aus seiner Sicht „brauchen wir keine Quotenfrauen, unsere Partnerinnen gönnen uns diese letzte kleine Spielwiese männlichen Selbstverständnisses".

Die zweite Rede musste sich mit einem ähnlichen Thema befassen. Karl-Heinz Möschler ging in der Damenrede auf die kleinen Schwächen der Frauen ein. So identifizierte er Krankheiten wie „Tupperkulose“, die vornehmlich in Küchen ausbricht und gegen die er als Mann kämpfen muss, um noch Platz für seine Getränke im Kühlschrank zu haben. Er diagnostizierte bei den Damen auch eine „Textilblindheit. Die Frauen stehen vor einem vollen Kleiderschrank und sagen, sie haben nichts anzuziehen.“ Letztlich aber betonte er am Ende die Stärken. Die wichtigste sei, dass sie mit einer Engelsgeduld die Männer mit ihren Eigenheiten ertragen.

Neben launigen Reden gab es auch ein bisschen was Politisches, obwohl Bergens Bürgermeister Rainer Prokop so gar nicht darüber reden wollte. Nicht "über die Briten, bei denen wir traurig sind, dass sie irgendwann abziehen, denn sie werden uns fehlen, nicht nur als wirtschaftlicher Faktor, sondern als Bereicherung in unserem Alltagsleben. Bergen muss sich neu erfinden“. Nicht über Schulstrukturgutachten, das eine riesige Chance für die Stadt sei und nicht über Innenstadtentwicklung. „Es soll eine Veranstaltung sein, bei der wir feiern und sie ist auch als Dank an alle gedacht, die sich in dieser und für diese Stadt einsetzen.“

Das Grußwort für die Gäste sprach der Vorsitzende des Celler Landvolkes, Jürgen Mente. „Die Landwirte sind an einem guten Zusammenleben in den Dörfern interessiert. Dazu gehören Feste wie diese“, sagt er mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen im Agrarsektor, in dem vermehrt Energiepflanzen für Biogasanlagen produziert werden, was in der Vergangenheit zu Spannungen mit Naturschützern geführt hatte. Die Lebensmittelproduktion bleibe die Hauptaufgabe“, stellte Mente fest und gab den Schützen zum Schluss mit an die Hand, dass „jedes Glas Bier den Absatz von Braugerste fördert.“

Von Tore Harmening