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Bergen Stadt Bluttat in Bergen: Familie prüft Revision
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bluttat in Bergen: Familie prüft Revision
13:02 08.03.2019
Von Christoph Zimmer
Der wegen Vollrauschs in Tateinheit mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilte Michael G. sitzt neben seinen Anwälten Louisa Krämer und Hans Holtermann. Quelle: Philipp Schulze
Bergen

Michael G. war vom Landgericht Lüneburg am 27. Februar zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er im Drogenrausch seine 18 Jahre alte Freundin aus Hermannsburg in seinem Elternhaus in Bergen brutal getötet hatte. Nun hat die Nebenklage beim Landgericht in Lüneburg zu Beginn der Woche fristgerecht Rechtsmittel eingelegt. "Wir werden eine Revision genau prüfen", sagte Rechtsanwältin Ute Rettel aus Celle, die den Vater und die Schwester des Opfers vertritt, auf Nachfrage der Celleschen Zeitung. Damit ist das Urteil gegen den Mann aus Bergen noch nicht rechtskräftig.

Vorgehen in Absprache mit Mandanten

Das Landgericht Lüneburg muss nach der Verlesung des Urteils am 27. Februar in rund vier Wochen die schriftliche Begründung vorlegen. Wenn das vorliegt, werden wir besprechen, ob wir weitere Schritte einleiten werden", sagte Rettel. Das geschehe in einger Absprache mit ihren Mandanten.

Familie empfindet Urteil als ungerecht

Die Familie des Opfers habe mit einer gewissen Erleichterung auf das Urteil und das vorläufige Ende des langwierigen Prozesses reagiert, sagte Rettel. "Andererseits empfinden sie das Urteil als ungerecht. Sie können nicht verstehen, dass der sogenannte Vollrauschparagraph keine höhere Bestrafung für die Tat ermöglicht."

Verurteilung wegen Vollrausch

Weil er seine Freundin im Drogenrausch erstochen hat, muss der 22 Jahre alte Michael G. ins Gefängnis. Das Landgericht Lüneburg verurteilte den jungen Mann wegen vorsätzlichen Vollrauschs in Tateinheit mit Betäubungsmitteldelikten. Die Staatsanwaltschaft hatte für eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten, die Verteidigung für eine Strafe von bis zu drei Jahren plädiert. Die Nebenklage hatte eine Verurteilung wegen Totschlags gefordert, ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen. Die Maximalstrafe für vorsätzlichen Vollrausch liegt der Sprecherin zufolge bei fünf Jahren.

Michael G. beruft sich auf Erinnerungslücke

Der Angeklagte hatte sich zu Prozessbeginn auf eine Erinnerungslücke berufen. Er habe mit der 18 Jahre alten Frau aus Hermannsburg zunächst gemeinsam LSD konsumiert, dann sei er verletzt in einem Sessel zu sich gekommen. Die junge Frau war am Abend des 20. März 2018 im Elternhaus des jungen Mannes getötet worden. Laut Anklage soll G. im Drogenrausch in einen psychotischen Zustand geraten sein und dann mehrfach zugestochen haben. Der aus Usbekistan stammende Angeklagte war zunächst zu seiner nach Russland gereisten Familie geflohen. Nachdem er seine Rückkehr angekündigt hatte, wurde er an der polnisch-russischen Grenze festgenommen. (cz)

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